
Zum nunmehr zwölften Mal lädt das Backstage München am Osterwochenende zum DARK EASTER METAL MEETING: Auf den drei Bühnen von Werk, Halle und Club haben sich abermals insgesamt 32 Bands angekündigt, um die Fans bei dem schon lange vorab ausverkauften Event mit allen Spielarten des Black Metal zu beglücken. Und auch in diesem Jahr gibt es eine Menge zu entdecken: Zwischen all den großen Namen strotzt das Billing nur so vor Live-Raritäten und vielversprechenden Newcomern.
Samstag, 19.04.2025
In alter Tradition beginnt das DARK EASTER METAL MEETING mit einem klassischen Kaltstart – in diesem Jahr in Form einer vollen Breitseite Black Thrash, geboten von der Szene-Instanz DESASTER. Für diese Art Musik ist 14:30 Uhr reichlich früh. So ist die Stimmung im Werk, der größten der drei Venues des Backstage München, zunächst noch etwas verhalten – auch, weil es beim strahlenden Sonnenschein noch nicht alle Fans ins düstere Werk lockt. Immerhin: Die Hey-Sprechchöre funktionieren bereits und das Schalke-04-Handtuch von Gitarrist Markus “Infernal” Kuschke sorgt für Stimmung. Die launigen Ansagen von Guido “Sataniac” Wissmann („Wir als Nachwuchsband müssen heute ein bisschen früher aufhören“) sorgen dafür, dass dieser Auftakt am Ende wirklich nur dem Namen nach ein DESASTER ist! [mg]
- Satan’s Soldiers Syndicate
- Devil’s Sword
- Learn To Love The Void
- Sacrilege
- Damnatio Ad Bestias
- Teutonic Steel
- Nekropolis Karthago
- Hellbangers
- Divine Blasphemies
- Metalized Blood
Bei IMPERIUM DEKADENZ als erster Band in der mittelgroßen Backstage Halle ist es im Anschluss hingegen rappelvoll: Der verbliebene Platz reicht gerade so zum Mitnicken. Mit einem „Ave München“ begrüßt Sänger Horaz seine Untertanen und los geht es mit einer exzellenten Mischung aus teils schwerfälligen, langsamen Songs wie „Aurora“ und böse fauchenden Liedern wie „Aura Silvae“ oder „Memories… A Raging River“. Mit ihrem knallharten und mitreißenden Set spielt die Band aus dem Schwarzwald wortwörtlich den Staub von der Decke. Gegen Ende teilt Horaz seinen Wein aus einer riesigen Flasche mit der ersten Reihe, bevor die Band mit „Striga“ einen rundum gelungenen Auftritt beendet. [hl]
- Bis ich bin
- Aura Salivae
- Awakened Beyond Dreams
- Aurora
- Memories… A Raging River
- Schwarze Wälder
- Striga
Der Club als kleinste der drei Venues hat mit KOHLRABENSCHWARZ direkt als erste Band einen Geheimtipp zu bieten: Besetzungstechnisch steht die Black-Metal-Band in direkter Erbfolge von Grabnebelfürsten und Lunar Aurora. Die Überschneidung zweier deutscher Black-Metal-Bands ist etwas unglücklich – trotzdem ist der Club gut gefüllt. Dass bei der erst 2024 gegründeten Band spielerisch noch nicht alles ganz rund läuft, kompensiert Ausnahme-Sänger Dirk Rehfus durch seine theatralische Bühnenpräsenz. Zu Abschluss des packenden Auftritts gibt es noch den Lunar-Aurora-Song „Dämonentreiber“. Stark! [mg]
- Donnerwetter
- Der Weg nach unten
- Der letzte Schrei
- Dunkler Stern
- Erinnerungen
- Der Zerbrochene Spiegel
- Die Hoffnung stirbt zuerst
- Tundra
- Damonentreiber
So brachial das Festival angefangen hat, so entspannt geht es jetzt mit EMPYRIUM weiter, die auf dem DARK EASTER METAL MEETING ihre einzige Deutschland-Show in diesem Jahr spielen. Die Folk-Metaller beglücken das Publikum mit einem Oldschool-Set, das bei romantischem Kerzenschein dargeboten wird. Special-Guest Oliver König (Firtan) steht am Bass und erfreulicherweise haben EMPYRIUM auch ihre Live-Geigerin dabei. Deren bittersüße Melodien sorgen für magische Melancholie, sodass nicht mal die von draußen hereinscheinende Sonne die düster-romantische Stimmung stört. Für Fans des Frühwerks ist der Auftritt allemal ein frühes Tageshighlight: Das 1997er-Album „Songs Of Moors And Misty Fields“ wird nahezu ganz gespielt und mit „My Nocturnal Queen“ vom ersten Demo “…Der wie ein Blitz vom Himmel fiel…” (1994) gehen EMPYRIUM in der Zeit sogar noch weiter zurück. [hl]
- When Shadows Grow Longer
- The Blue Mists Of Night
- Mourners
- Ode To Melancholy
- The Ensemble Of Silence
- My Nocturnal Queen
Mit ihrer angeschwärzten Rockmusik füllen IN THE WOODS… die Halle. Nach einem „Skål“ zur Begrüßung spielen die Norweger einige Tracks vom neuen Album „Otra“ – darunter das schmachtende „The Crimson Crown“ und das eingängige „A Misrepresentation Of I“. Leider klingt Sänger Bernt Fjellestad dabei doch etwas zu sehr wie Disturbed-Frontmann David Draiman: Vom nicht zu überhörenden Jammerfaktor profitiert die Atmosphäre nicht unbedingt. So richtig spannend wird es erst wieder, als zum krönenden Abschluss der Show mit dem Bandnamen-stiftenden Track „In The Woods…“ doch noch ein Stück aus der Black-Metal-Ära der Band drankommt. [hl]
- Heart Of The Ages
- The Crimson Crown
- A Misrepresentation Of I
- The Things You Shouldn’t Know
- A Wonderful Crisis
- …In The Woods
Der zeitgleich dargebotene zweite Auftritt im Club ist abermals ein Geheimtipp: Die Musiker:innen von Dymna Lotva spielen mit ihrem spontan auf der Heimfahrt vom letzten Dark Easter Metal Meeting gegründeten Projekt HANGOVER IN MINSK. Dem Hype um die Hauptband entsprechend platzt der Club aus allen Nähten – und weil die Musiker bereits perfekt aufeinander eingespielt sind, legen HANGOVER IN MINSK einen astreinen Debüt-Auftritt hin: insbesondere Fronterin Nokt begeistert durch ihr expressives Stageacting – das Fesselspiel beim Duett mit Guilherme Malosso aus der Live-Band von Thy Light wäre da gar nicht nötig gewesen. So konsequent wie sich Nokt an ihrer Bierflasche festhält, bleibt nur zu hoffen, dass morgen nicht Hangover in Munich gegründet werden. [mg]
- Farewell
- Drunk And Beautiful
- The Cow
- Morning Mourining
- Till Soberness
- Fuck You
- Party Is Over
- Devil In Me
Den ersten klassischen True Norwegian Black Metal dieser Auflage des DARK EASTER METAL MEETING gibt es bei TSJUDER im Werk zu hören. Neben dem eigenen Schaffen steht heute das Erbe von BATHORY im Mittelpunkt der Show – legitimiert durch deren Bassisten Frederick Melander als Gastmusiker. Nach 30 Minuten truem Black Metal von TSJUDER gibt es also noch 20 Minuten truen Black Metal von BATHORY. Denn wie schon auf ihrer Tribute-EP von 2023 versuchen TSJUDER gar nicht erst, das BATHORY-Material nicht nach TSJUDER klingen zu lassen. Der Viking-Metal-Vibe der Stücken ist damit dahin, mit BATHORY hat die Show erwartungsgemäß wenig zu tun. Der Name und das Backdrop aber scheinen vielen Fans auszureichen – die insgesamt eher unspektakuläre Performance erntet kräftigen Applaus. [mg]
- Malignant Coronation
- Possessed
- Prestehammeren
- Mouth Of Madness
- Slakt
- Gods Of Black Blood
- —
- Sacrifice (Bathory Cover)
- Woman Of Dark Desires (Bathory Cover)
- Satan My Master (Bathory Cover)
- Raise The Dead (Bathory Cover)
- Born For Burning (Bathory Cover)
Wer hätte gedacht, dass die gemeinhin als besonders freundlich geltenden Kanadier auch so bitterböse klingen können? SPECTRAL WOUND keifen und poltern in bester Black-Metal-Manier vor sich hin. Während draußen die Sonne untergeht, machen SPECTRAL WOUND ihre Fans in der vollen Halle glauben, sie würde nie wieder aufgehen. „Woods From Which The Spirits Once So Loudly Howled“, “Frigid And Spellbound” oder “Twelve Moons In Hell” bringen die Wände zum Wackeln und das Publikum zum Headbangen. Einziges Manko des Auftritts ist, dass die heiseren Vocals von Sänger Jonah Campbell bisweilen im Black-Metal-Gewitter seiner Musiker untergehen; ein Umstand, der der großartigen Atmosphäre dieser Show glücklicherweise keinen Abbruch tut. [hl]
- Fevers & Suffering
- Woods From Which The Spirits Once So Loudly Howled
- Aristocratic Suicidal Black Metal
- Frigid And Spellbound
- Less And Less Human, O Savage Spirit
- Twelve Moons In Hell
Wer es gerne etwas lieblicher hat, ist bei CÂN BARDD im Club gut aufgehoben: Die Schweizer reichern ihren Black Metal mit allerlei Epik und folkigen Elementen an. Dass dabei natürlich viel vom Band kommt, bleibt nicht aus – dennoch bietet die Performance eine nette Auflockerung zwischen all dem groben Geprügel am heutigen Tag. [mg]
- Shadow Of The Wyvern
- A Gift For Nature
- Celestial Horizon
- Devoured By The Oak PtI
- Devoured By The Oak PtII
Während Gorgoroth erst am Folgetag auf dem Programm stehen, ist deren ehemaliger Sänger Gaahl bereits heute mit GAAHLS WYRD zu Gast – beide Bands im Übrigen erstmalig in der Geschichte des DARK EASTER METAL MEETING. Stilistisch, aber auch musikalisch könnten sich beide Bands nicht weiter auseinander entwickelt haben: Statt die Trueness-Karte auszuspielen, legen GAAHLS WYRD lieber eine packende Rock-Show auf die Bühne: Die Gitarristen posen, die Lichtshow ist eindrucksvoll, und Fronter Gaahl wandelt in abgeklärter Ruhe über die Bühne. Musikalisch gibt es dabei einen guten Abriss seines Lebenswerkes zu hören: Neben GAAHLS-WYRD-Songs finden sich die altbewährten Hits von God Seed, Trelldom und natürlich aus seiner Gorgoroth-Ära im Set. Etwas schade ist, dass das bandeigene Material auf das Debüt “GastiR – Ghosts Invited” von 2021 beschränkt bleibt, also sowohl die “The Humming Mountain”-EP als auch das kommende zweite Album unerwähnt bleiben. Von diesem kleinen Wermutstropfen abgesehen ist diese Show im mehr als gut gefüllten Werk eine klare Ansage in Richtung Gorgoroth: Die Latte hängt hoch! [mg]
- Ghosts Invited
- Carving A Giant (Gorgoroth-Cover)
- Aldrande Tre (God-Seed-Cover)
- Carving The Voices
- From The Spear
- Høyt Opp I Dypet (Trelldom-Cover)
- Through And Past And Past
- Exit – Through Carved Stones (Gorgoroth-Cover)
- Alt Liv (God-Seed-Cover)
- Prosperity And Beauty (Gorgoroth-Cover)
Die Band SAOR, eigentlich die One-Man-Show von Fronter Andy Marshall, steht an diesem Abend zu fünft auf der Bühne. Neben Mitgliedern der Cân-Bardd-Livebesetzung (Schlagzeuger Carlos Vivas und Gitarrist Nicolas Bise) sind noch Gitarrist Martin Rennie (Fuath) und die Multiinstrumentalistin Ella Zlotos (Ephemeral) mit von der Partie. Besonders Zlotos sticht mit der Vielfalt ihrer musikalischen Darbietung heraus: Wenn sie nicht gerade den irischen Dudelsack spielt oder flötet, singt sie mit zarter Stimme und bietet mit ihren glasklaren, sanften Melodien einen schönen Kontrast zum teils schweren Celtic-Folk-Metal der restlichen Band. Da fühlt man sich direkt in die Mythen und Legenden der schottischen Highlands versetzt. [hl]
- Amidst The Ruins
- Bròn
- Rebirth
- Aura
Ehe ZEMIAL Tags darauf als Liveband von Absu auf der Werk-Bühne stehen werden, bekommt die 1989 (als Nocturnal Death) in Griechenland gegründete Band noch ihre eigene Stagetime im Club. Als Sänger für die letzten fünf Songs mit dabei: der umstrittene Proscriptor McGovern von Absu. Der groovige Black Metal der Truppe lockt zwar nur eine überschaubare Zahl an Fans in den Club – die Anwesenden aber haben mit dem aggressiven Material der Band ihren Spaß und starten sogar einen kleinen Moshpit. [mg]
- The Reckoning – Pictis Vremon
- Black Death
- Nailed And Coffined
- Eclipse
- Nocturnal Witch
- Return Of The Conqueror
- Birds Of Death
- To Slay With Silent Dagger
- Full Moon Necrophilia
- Under Scythian Command
- Sleeping Under Tartarus
- Breath Of The Pestilence
Den Headliner geben heute BELPHEGOR. Los geht es – in bester Rockstar-Manier, mit knapp zehn Minuten Verspätung – mit “The Procession (Chapt. I)”. Der Sound lässt leider genauso zu wünschen übrig wie die Performance selbst: Gerade erst aus Amerika zurückgekehrt, dürfte sich der Jetlag bemerkbar machen. Erbarmungslos mit sich und der Welt reißen „General“ Helmut und seine Recken ihr Set professionell herunter – von der Energie, die BELPHEGOR für gewöhnlich ausstrahlen, ist heute aber wenig zu spüren. Durch die zwischen den Songs eingespielten Sound-Samples bleibt eh kaum Zeit für Applaus – der Alkohol und die Erschöpfung fordern aber auch im Publikum ihren Tribut: Viele Fans sind nurmehr körperlich anwesend. Die halbherzigen Versuche, das Publikum wachzurütteln („What the fuck, oida! Deutschland!“) laufen ins Leere, das Werk leert sich zusehends. Die Übriggebliebenen hält wohl vornehmlich Pflichtbewusstsein an ihren Plätzen – auf und vor der Bühne. Hilft ja nix! [mg]
- The Procession
- Baphomet
- The Devil’s Son
- Sanctus Diaboli Confidimus
- Belphegor – Hell’s Ambassador
- Stigma Diabolicum
- Lucifer Incestus
- Virtus Asinaria – Prayer
- The Devils
- Der Lichtbringer
- Totentanz – Dance Macabre
- —
- Gasmask Terror
Mit Kutten, Kerzen und melancholisch geschrammelten Riffs bringen in der Halle anschließend THY LIGHT Depressive Black Metal in seiner depressivsten Form auf die Hallen-Bühne. Die ursprünglich in Brasilien gegründete, mittlerweile in Schottland ansässige Band erfindet damit das Rad sicher nicht neu – mit dem allumfassend stimmig umgesetzten Konzept treffen sie trotzdem den Nerv des Publikum: Obwohl (zumindest in bpm gemessen) weniger passiert als bei Belphegor, wirkt das Publikum in der gesteckt vollen Halle deutlich wacher und – welch Ironie – euphorischer. Dass THY LIGHT mit “From Where Silence Calls” auch einen neuen Song im Set haben, schürt zusätzliche Vorfreude: Immerhin hast das bislang einzige Album der Band nun auch schon zwölf Jahre auf dem Buckel. [mg]
- Infinite Stars Thereof
- A Crawling Worm In A World Of Lies
- From Where Silence Calls
- The Bridge
- In My Last Mourning…
LAMP OF MURMUUR aus den USA mögen mit ihren Nieten, Schleiern, Umhängen und ihrem Corpsepaint vielleicht aussehen, als hätten sie einen billigen Kostümladen überfallen – ihre Musik aber lässt nichts zu wünschen übrig. Mit ihrem nicht unangenehm partytauglichen Black Metal holen sie das Publikum, das sich bis in die hintersten Reihen und obersten Ränge des in Nebel getauchten Clubs tummelt, mit Leichtigkeit ab. Und das zu so später Stunde als letzte Band im Club – chapeau! [hl]
- Harbinger Of Blasphemies To Come
- Reincarnation Of A Witch
- Seal Of The Dominator
- Dominatrix’s Call
- Hategate (The Dream-Master’s Realm)
- The Scent Of Torture, Conquering All
- In Communion With The Wintermoon
Obwohl schon nach Mitternacht, ist das Werk noch gut gefüllt, als MOONSORROW loslegen. Die mit Blut und Schminke verschmierten Mitglieder schaffen es sogar, den einen oder anderen aus dem Bierkoma zu erwecken und doch noch zum Mitnicken zu bewegen. Das schmissige Cover von Rotting Christs „Non Serviam“ hat daran ebenso seinen Anteil wie die Bühnenpräsenz der Band: MOONSORROW geben sich deutlich gesprächiger und humorvoller die restlichen Bands des heutigen Festivaltages. Sänger Henri Sorvali meint bezüglich des Liedes „Haaska“: „I’m not a Christian, but as far as I’m concerned the Easter holidays are all about death – this song is also about death”, und gegen Ende des Konzertes gibt er den Fans noch den Freibrief zur Körperhygiene („Take a shower, you deserve it“). Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Werk allerdings trotz der starken Performance bereits berächtlich geleert – die vorangegangenen 15 Shows des Tages fordern ihren Tribut. Bei aller guten Stimmung hat die Show allerdings einen unangenehmen Beigeschmack: Abgesehen vom geschmacklosen Nebenprojekt Lakupaavi, bei dem vier der MOONSORROW-Mitglieder aktiv sind, waren die Finnen erst 2020 mit der Estnischen NSBM-Band Loits auf Tournee. Mit einem Shitstorm konfrontiert, kamen von MOONSORROW auf Social-Media nur pampige Antworten. Schade. [hl]
- Kylän Päässä
- Suden Tunti
- Haaska
- Non Serviam (Rotting-Christ-Cover)
- Jotunheim
- Sankaritarina

Sonntag, 20.04.2025
Wer sich an diesem zweiten Tag des DARK EASTER METAL MEETING 2025 schon vor dem eigentlichen Programm-Beginn auf dem Backstage-Gelände einfindet, kann den Tag ganz entspannt im Gleisbett-Biergarten beginnen: Dort gibt HEAVY METAL BARPIANO Metal-Songs auf Klavier zum Besten.
Aber auch das “richtige” Programm startet eher entspannt: Im Backstage Werk eröffnen DOOL aus den Niederlanden den Reigen. Wie man es vom zweiten Tag des Indoor-Festivals kennt, sind zur „frühen Stunde“ zwar noch nicht alle Fans wieder auf dem Gelände – das Werk ist dennoch gut gefüllt. Die, die da sind, wissen dafür ganz genau, warum sie trotz des Sonnenscheins schon am frühen Nachmittag im dunklen Werk stehen: So werden DOOL für ihren grandios dargebotenen Mix aus Psychedelic und Heavy Rock frenetisch bejubelt. Aber nicht nur die Musik, sondern auch die eindrucksvolle Ansage von Frontperson Raven gegen Transfeindlichkeit bestimmter Musiker aus dem heutigen Programm bekommt herzerwärmenden Applaus. In Kombination mit dem darauf folgenden „House Of A Thousand Dreams“ kreieren DOOL hier einen unvergesslichen Moment und damit fraglos ein absolutes Highlight dieses Wochenendes. [mg]
- The Shape Of Fluidity
- Self-Dissect
- Venus In Flames
- God Particle
- House Of A Thousand Dreams
- Hermagorgon
- Oweynagat
Ein solches erwarten sich augenscheinlich auch viele von GRÀB: Das München-Debüt der Band um Sänger Grànt will sich kaum jemand entgehen lassen, sodass die Backstage Halle gesteckt voll ist. Unterstützt wird Grànt vom The-Vision-Bleak-Duo Schwadorf und Allen B. Konstanz, aber auch dem immer wieder mit Schwurbler-Thesen polarisierenden Gitarristen Dan Capp, was schon im Kontext des zweiten Albums für Kontroversen sorgte. Da dieses leider auch musikalisch deutlich belangloser ausgefallen ist als das bockstarke Debüt, stört es nicht, dass sich GRÀB bis auf einen Song komplett auf den Erstling „Zeitlang“ beschränken. Doch auch dahingehend ist die Performance enttäuschend; wohl nicht zuletzt, weil alle Zusatzinstrumente vom Band kommen. Nicht vom Band kommt dafür der Klargesang – leider, muss man sagen: Im Gegensatz zu den nach wie vor beeindruckenden Screams des ehemaligen Dark-Fortress-Sängers gerät der Klargesang nämlich „gscheid scheps“, wie man in Bayern sagt. Dass die einzige Ansage dann auch noch eine schmalzige „Der Song is für di“-Widmung ist, will so gar nicht zum grantigen Image passen. Fazit: Der heutige Auftritt rechtfertigt den Bohei um GRÀB nicht. [mg]
- Sched oreidig/Nachtkrapp
- Zeitlang
- Weizåda
- Nordwand
- A Dag im Herbst
- Vom Gråb im Moos
GLARE OF THE SUN eröffnen an diesem Tag das Programm im Club. Da die Band fünf Minuten früher als geplant loslegt, stehen sie zunächst vor einem sehr leeren Raum. Leicht resigniert spielt die Band trotzdem drauf los und freut sich augenscheinlich umso mehr, als sich der Raum doch noch füllt, nachdem Dool ihr Set beendet haben. Die Musiker sind sich des für das DARK EASTER METAL MEETING eher untypischen, schleppend-doomigen Charakters ihrer Musik durchaus bewusst – und arbeiten mit Humor: Sänger Christoph Stopper witzelt „Wir spielen in verschiedenen Stimmungen: tief … und noch tiefer“, was dem Publikum trotz der drückenden Hitze im Club ein wohlwollendes Lachen entlockt. [hl]
- Colossus
- Aon
- Rain
- Relikt
- Stonefall
- Storm Of Light
- X
Mit großen Schritten Richtung Black Metal geht es nun im Werk: Nur zwei Jahre nach ihrem letzten Auftritt auf dem DARK EASTER METAL MEETING stehen LUCIFER’S CHILD auf dem Programm. Die Band um Ex-Rotting-Christ-Gitarrist George Emmanuel kann nicht nur vom Setting her mit Räucherstäbchen, Bannern und gelungener Licht-Nebel-Inszenierung punkten, sondern vor allem mit ihrem druckvoll pumpenden Songmaterial: Zwar erinnern LUCIFER’S CHILD nach wie vor an Emmanuels altem Arbeitgeber – vor allem, auch im Stageacting deutliche Parallelen zu Rotting Christ zu sehen sind – insgesamt ist das Material aber deutlich schneller, härter und damit genre-typischer für Black Metal. Das kommt gut an: Der Andrang, aber auch die Reaktionen der Fans unterstreichen, dass LUCIFER’S CHILD das Upgrade von der Halle ins Werk seit der letzten Show absolut verdient haben. Den Wunsch nach einem Circlepit bekommen LUCIFERS CHILD so früh am Tag zwar noch nicht erfüllt – dennoch besteht kein Zweifel, dass die erste Show zum neuen Album „The Illuminant“ außerhalb Griechenlands als voller Erfolg verbucht werden kann. [mg]
- Black Heart
- The Heavens Die
- As Bestas
- The Fall Of The Rebel Angels
- Through Fire We Burn
- Abyss (Mid Intro)
- He Who Punishes And Slays
- Curse
- The Order
Ein Intro vom Band, dann ein markerschütternder Schrei. Es folgt schwere Musik. Obwohl noch Newcomer, sind DYMNA LOTVA bereits für die Dramatik ihrer Shows bekannt. Auch dieser Auftritt der Band aus Belarus ist da keine Ausnahme: Am Mikrofonständer hängt der abgetrennte Flügel einer weißen Taube und Frontfrau Nokt verbringt das gesamte erste Lied damit, zu schreien und zu wimmern. Ihre Vocals wechseln danach zwischen sanftem Klargesang und einer wilden Mischung aus Fauchen, Schreien und Growlen, die im besten Sinne an Onielar (Bethlehem) denken lässt. Zu „Hell“ erklingt das Weinen eines Kindes aus den Lautsprechern und Nokt krümmt sich, kreischend, wie vor Schmerzen auf der Bühne. Mit dem Song „To Freedom“ setzen DYMNA LOTVA auch musikalisch ein politisches Statement – wenig überraschend, da die Band wo immer möglich ihre Unterstützung für die Ukraine zum Ausdruck bringt. So auch heute: Blau-gelbe Bänder hängen am Mikro und die Frontfrau betont: „We cannot live without freedom“ und ganz zum Schluss noch „Slava Ukraini“. Packend, intensiv und definitiv nichts für schwache Nerven! [hl]
- The Pit
- Into The Swamp
- Death Kisses Your Eyes
- The Land Under The Black Wings
- P.S. Funeral Of The Ground
- Hell
- Cruelty
- To Freedom
- Buried Alive
Gegen diese spannende Performance müssen im Club LUNAR TOMBFIELDS antreten – ein Depressive-Black-Metal-Duo aus Frankreich mit zwei ergänzenden Livemusikern. Wohl auch, weil die Fans in der Halle bis zu den Eingängen gedrängt stehen, füllt sich der Club im Zuschauerraum wie auch auf der Empore trotzdem mehr als ordentlich. Die großen Highlights oder Besonderheiten haben LUNAR TOMBFIELDS zwar nicht im Programm – gut gemacht und dargeboten ist die Show in der Summe trotzdem stimmungsvoll. [mg]
- Solar Charioteer
- Ire Divine
- As Iron Calls, So Pile The Dreams
- Idolâtrie
- The Amber Herd
- Le Chant Des Tombes
Mit WITCHERY geht es im Werk mit einer echten Live-Rarität weiter: Die Black-Thrasher aus Schweden haben in fast 30 Jahren Bandbestehen erst ein gutes Dutzend Shows in Deutschland gespielt – einen guten Teil davon vor über 25 Jahren. Mehr noch: Obschon das letzte Album „Nightside“ erst 2022 erschienen ist, stand die Band seitdem erst viermal auf einer Bühne. Das Interesse an dem Auftritt von WITCHERY ist entsprechend groß – wohl auch, weil mit Victor Brandt (u. A. Dimmu Borgir) am Bass und Gitarrist Patrik Jensen (The Haunted, The Halo Effect) zwei nicht unbekannte Musiker auf der Bühne stehen. Obwohl WITCHERY für so wenig gemeinsame Bühnenerfahrung beeindruckend tight performen, will der Funke nicht überspringen. Vielleicht liegt es daran, dass die meisten Zuschauer:innen die Band eben doch eher aus Neugierde denn als Fans anschauen, vielleicht aber auch daran, dass Fronter Angus Norder (Nekrokraft) zwischen den Songs etwas unbeholfen wirkt. Wer dem Auftritt entgegengefiebert hat, wird zumindest musikalisch nicht enttäuscht – viele neue Fans dürften WITCHERY aber nicht dazugewonnen haben: Der Zuschauerraum leert sich über die gebotenen 50 Minuten hinweg doch merklich. [mg]
- Evil
- Witching Hour
- Popecrusher
- Nosferatu
- True North
- Witchkrieg
- A Paler Shade Of Death
- Netherworld Emperor
- Awaiting The Exorcist
- Restless And Dead
- The Storm
- Witchburner
- Oath Breaker
- Chief Rebel Angel (Entombed-Cover)
- The Reaper
Wer sich jetzt noch in die Halle traut, hat offenbar nichts dagegen, dass ATTIC-Sänger Meister Cagliostro die Kapazitäten eines jeden Trommelfells ausreizt. Passend zur Oster-Thematik des Festivals, ist die Ästhetik der Band ebenfalls sehr kirchlich geprägt, wenn man das umgedrehte Kreuz, das der Frontman mit auf die Bühne trägt, und die gigantischen Kerzenständer so deuten möchte. Wenn das nicht reicht, ist vielleicht der penetrante Weihrauch-Duft ein Hinweis. Die Mischung aus Heavy-Metal- und angeschwärzten Death-Metal-Vocals klingt intensiv und spannend – allerdings ist die King-Diamond-Gedächtnis-Stimme von Meister Cagliostro wirklich gewöhnungsbedürftig. [hl]
- Darkest Rites
- Sinless
- Hailstorm And Tempest
- Join The Coven
- The Hound Of Heaven
- Return Of The Witchfinder
- Funeral In The Woods
- Black Magic
- The Headless Horseman
Die Fans härterer Klänge versammeln sich derweil im Club, wo mit INFESTUS für langjährige Besucher:innen des DARK EASTER METAL MEETING alte Bekannte aufspielen: Bereits 2015 und 2019 war in Bayern gegründete, heute in Österreich ansässige Band zu Gast. Der rasante Black Metal kommt für den Härtegrad erfreulich vielseitig daher: Sogar eine Akustikgitarre kommt zum Einsatz. Spätestens dann ist es auch nicht mehr nur die Art der Ansagen, die an Dornenreich erinnert. Ob es des theatralischen Schauspiels mit Galgenknoten bedurft hätte, ist Geschmackssache – das einzig echte Manko der Show ist ein anderes: Entgegen der eisigen Atmosphäre der Musik ist es im Club fast unerträglich heiß und stickig. [mg]
- Down Spiral Depersonification
- Seed Of Agony
- Quell der Entzweiung
- Willinglessly Anticipating Death
- Fuga Nocturna
- Spiegel der Seele
Wie zuvor Witchery, sind auch AURA NOIR seltener Gast auf (deutschen) Bühnen. Die letzte Show in München fand ebenfalls beim DARK EASTER METAL MEETING statt – allerdings bereits vor sieben Jahren. War das norwegische All-Star-Projekt damals noch in der Halle angesetzt, ist gut daran getan, die Band heute im Werk spielen zu lassen: Das Publikumsinteresse ist enorm, und anders als Witchery zuvor kann das Trio die Fans auch halten: Mit ihrem schnodderigen Black-Thrash setzen Aggressor, Apollyon und Blasphemer ordentlich Energie frei und bekommen schlussendlich sogar den ersten und einzigen Circle-Pit des Festivals in Gang. Den entscheidenden Unterschied macht aber das Auftreten von Aggressor und Apollyon, die ganz im Stil alter Thrash-Bands eher kumpelhaft als bösartig herüberkommen: Mit Gags über das Älterwerden („Who’s takig his kids to the zoo tomorrow?“) und die überschaubare Produktivität der Band („We have been extremely productive lately – we made a song that came out six years ago“) haben AURA NOIR das Publikum nicht nur schnell, sondern auch über die gesamte Dauer des eigenmächtig um einen Song über die reguläre Spielzeit hinaus verlängerten Sets auf ihrer Seite. [mg]
- Black Thrash Attack
- Sulphur Void
- Gaping Grave Awaits
- Trenches
- Belligerent ‘Til Death
- The Obscuration
- Black Deluge Night
- Conqueror
- Shadows Of Death
- Hell’s Fire
- Unleash The Demon
- Condor
Gemächlicher geht es bei AUSTERE in der Halle zu: Der bedächtig geschrammelte Depressive Black Metal der Australier hat fast schon meditativen Charakter – sofern man sich mit den verzweifelten Schreien und dem fast noch verzweifelter klingenden Klargesang von Sorrow anfreunden kann. Dass dieser – obwohl in Doppelfunktion als Sänger und Schlagzeuger von zentraler Bedeutung – fast durchweg im Dunkeln bleibt, ist schade: Wer die Band nicht kennt, könnte meinen, der Gesang käme vom Band. Insgesamt geht das Konzept der Band aber auf und wie ein schweres Tuch legt sich Düsternis über andächtig mit nickenden Fans in der Halle. Die bittere Wehmut der alten Stücke bleibt vom neuen Material zwar leider unerreicht – spätestens mit den beiden Hits von „To Lay Like Old Ashes“, „This Dreadful Emptiness“ und „Just For A Moment…“, unterstreichen AUSTERE deutlich, dass in diesem Genre an diesem Album kein Weg vorbei führt. [mg]
- Thrall
- Time Awry
- Faded Ghost
- Sullen
- This Dreadful Emptiness
- Just For A Moment…
Mit einem melancholischen Streicherintro vom Band beginnt die Show von UDÅD, dem neuen Ein-Mann-Projekt von Thomas Eriksen (Mork). Wie man es von einem wahren Black-Metaller erwartet, spricht Eriksen kaum ein Wort mit dem Publikum und dreht sich immer wieder mit dem Rücken zur Menge. Mit rauchigen Vocals und zähen Riffs schleppt sich die gewollt monotone Musik im dichten Nebel nur langsam voran. Allen, denen das Soloprojekt des ehemaligen Mayhem-Bassisten (das hier musikalisch Pate stand) zu unsympathisch ist, bieten UDÅD jedenfalls eine valide Alternative. [hl]
- Bakenfor Urskogens Utkant
- Avgudsdyrker
- Blodnatten
- Den Virkelige Apokryf
- Vondskapens Triumf
- Kald Iver
- Antropofagens Hunger
Mit GORGOROTH steht nicht nur der Headliner des heutigen Tages auf dem Programm, sondern zugleich die wohl größte Band, die je auf dem DARK EASTER METAL MEETING gespielt hat. Entsprechend voll ist das Werk: Wer auf einem Black-Metal-Festival ist, will diesen renommierten Act natürlich sehen. Das mit dem Sehen gestaltet sich allerdings schwierig. Die Bühne ist bei etwas rotem Licht, dafür aber undurchdringlichen Nebelmassen kaum als solche zu erkennen … von den Musikern darauf ganz zu schweigen. So braucht es seine Zeit, bis im Publikum allen klar wird, dass heute nicht Hoest (derzeit mit seiner Band Taake auf Tour) am Mikrofon steht. Dass das von GORGOROTH weder vorab noch während der Show mit einem einzigen Wort kommentiert wird, mag man nun true nennen oder respektlos, wahlweise den Fans oder Atterigner gegenüber. Dessen Auftreten hätte nämlich durchaus das Zeug zur „Special Show“ gehabt. Immerhin ist der Serbe nominell seit 2012 offizieller Sänger von GORGOROTH, der auch auf dem Album „Instinctus Bestialis“ zu hören ist.
Wer jedoch erwartet, GORGOROTH würden die Chance nutzen und von ebendiesem Album mehr als das obligatorische „Kala Brahman“ spielen, wird enttäuscht: Auch unter den besonderen Umständen lässt sich Infernus nicht dazu herab, die seit nunmehr zehn Jahren (!) unveränderte Setlist zu ändern. Dass die Show dementsprechend nach gut 50 Minuten vorbei ist, überrascht nur Novizen – und ist dennoch eines Headliner-Slots auf dem DARK EASTER METAL MEETING unwürdig. Ein beträchtlicher Teil der Zuschauer:innen bekommt das aber schon gar nicht mehr mit. Denn selbst in dieser Zeit haben GORGOROTH das Werk bemerkenswert effizient leer gespielt. Zugegeben: In Sachen Black-Metal-Spirit macht der Band keiner etwas vor, auch den kompletten Verzicht auf Ansagen kann man als stilecht ansehen und rein musikalisch passt Atterigners tiefere Stimme sogar besser zu dem Material als die von Hoest. Trotzdem bleibt die Band am Ende eine Farce: Gegen Gaahls neue Band zieht Infernus mit seiner Söldnertruppe im direkten Vergleich klar den Kürzeren. [mg]
- Bergtrollets Hevn
- Aneuthanasia
- Prayer
- Katharinas Bortgang
- Revelation Of Doom
- Forces Of Satan Storms
- Ødeleggelse Og Undergang
- Blood Stains The Circle
- Cleansing Fire
- Destroyer
- Incipit Satan
- Krig
- Kala Brahman
- Unchain My Heart!!!
Passend zu den über München aufgezogenen Gewitterwolken erklingen in der Halle Regengeräusche – zum Glück aber nur vom Band. Mit SATURNUS folgen düsterromantische Melodien und eine Mischung aus klarem und gegrowltem Gesang. Zwischendurch erinnert sich Fronter Thomas A. G. Jensen wohlwollend an frühere Auftritte im Backstage, und als die Dänen „Breathe New Life“ vom 2023er-Album “The Storm Within” spielen, verspicht er, dass das nächste Album nicht wieder elf Jahre auf sich warten lassen wird. Wenn das keine Ansage ist! Auch sonst ist die Beziehung zwischen Fans und Band hier ganz besonders: Bassist Brian Hansen bekommt vom Publikum ein Geburtstagsständchen, und als gegen Ende ein Fan „Play ‚Christ Goodbye‘, it’s Easter!“ reinruft, kann Jensen ihr nur beipflichten, während die Band den Song schon anstimmt. Dass SATURNUS nach dem letzten Song spontan von der Bühne herab eine Autogrammstunde abhalten und sich mit dem Publikum austauschen, passt ins durchweg sympathische Bild dieser Band. [hl]
- The Storm Within
- Empty Handed
- Embraced By Darkness
- Breathe New Life
- I Long
- Christ Goodbye
Leder, Nieten, als umgedrehte Kreuze aufgehängte Schwedenfahnen und – als einzige Band des Festivals – echtes Schweineblut: Im Club beschließen NAZGHOR den Tag so stilecht, wie man ein Black-Metal-Festival nur beschließen kann. Dass der Club dabei zu so später Stunde so voll ist wie selten an diesem Wochenende, kommt wohl selbst für die Musiker überraschend: Zwar hat die Band in 13 Jahren sieben Alben veröffentlicht – außerhalb Schwedens jedoch erst fünf Shows gespielt. Mit einer engagierten Performance setzen NAZGHOR beim Publikum die letzten Energiereserven frei – gellende Hey-Sprechchöre inklusive. Respekt! [mg]
- Esoteric Bloodline
- Primordial Lineage
- Day Of Sepulchral
- A Once Starless Oath
- Massive Omen Paradox
- Fulminating Fire
- Infernal Aphorism
Der Tag, der mit einer klaren Kampfansage von Dool-Frontperson Raven van Dorst begonnen hat, endet mit der Show des Musikers, an den das Statement konkret gerichtet war: Proscriptor McGovern, der 2018 Gitarristin Melissa Moore aus der gemeinsamen Band ABSU geworfen hatte, nachdem diese sich als Trans outete. Mit ABSU von damals hat die Band freilich wenig zu tun – schließlich hatte Proscriptor ABSU erst 2020 “nach wenig Überlegung und mit keinerlei Reue” aufgrund “unlösbarer Umständen” aufgelöst (Metal1.info berichtete). “Weder Zeit noch Anstrengung können meine Entscheidung ändern“ hieß es damals noch theatralisch. Nur vier Jahre später änderte der ehemals hochangesehene Drummer, der 2002 sogar bei Slayer vorspielen durfte, seine Meinung dann doch, und rekrutierte die Griechen von Zemial als Live-Band, während er selbst in die Rolle des Fronters schlüpfte. Ein Gewinn ist das nicht: So talentiert nämlich Zemial – insbesondere deren Drummer Archon Vorskaath – sind, so lächerlich ist die Performance des Bandkopfs selbst. Das Gekrächzte und Herumgehampel von Proscriptor McGovern, der in seinem Umhang nicht gerade machohaft-maskulin aussieht, ist nach der Fülle an großartigen Bands an diesem Wochenende nurmehr bizarr. Ein paar Fans scheinen sich zwar allen äußeren Umständen zum Trotz an der Musik zu erfreuen, der Großteil des Publikums – sofern nicht bereits auf dem Heimweg – betrachtet diese skurrile Performance aber nurmehr lethargisch bis kopfschüttelnd. [mg]
- Apzu
- Feis Mor Tir Na N’Og (Across The North Sea To Visnech)
- Cyntefyn’s Fountain
- A Quest Into The 77th Novel
- Our Lust For Lunar Plains (Nox Luna Inlustris)
- The Coming Of War (Morbid-Scream-Cover)
- The Sun Of Tiphareth
- …And Shineth Unto The Cold Cometh
- Never Blow Out The Eastern Candle
Mit diesem bizarren Auftritt endet das DARK EASTER METAL MEETING 2025 leider nicht ganz so stark, wie das in den letzten Jahren mit Rotting Christ oder Benediction der Fall war – zum Glück ist die Show aber in keiner Weise repräsentativ für das Festival im Ganzen … oder höchstens in einem Punkt: Während die ganz großen Namen (BELPHEGOR, GORGOROTH, TSJUDER und ABSU) aus verschiedensten Gründen eher enttäuschen, sind es dieses Mal eher die Underdogs, die das Event musikalisch so stark machen: Einmal mehr beweist das DARK EASTER METAL MEETING tolles Gespür für die Szene und den Underground im Speziellen: Der Mix aus selten Gesehenem (etwa: WITCHERY, AURA NOIR, AUSTERE) und talentierten Newcomern (etwa: KOHLRABENSCHWARZ, HANGOVER IN MINSK, NAZGHOR) ist und bleibt einzigartig. Lobend hervorzuheben ist aber auch die technische Umsetzung der Shows: Bei nahezu allen Bands ist der Sound (soweit sich das verallgemeinern lässt) perfekt und die Lichtshow stimmig – und das in allen drei Venues.
Dass das Gelände mit einem Event wie dem DARK EASTER METAL MEETING an seine Kapazitätsgrenzen stößt, merkt man insbesondere bei angesagten Bands in der Halle (DYMNA LOTVA, GRÀB), für die diese Venue eigentlich fast schon etwas zu klein ist. Wer rechtzeitig kommt, muss aber auch diesmal keine Band verpassen – für alle, die nur mal reinschauen wollten, ist im Club stets ein mehr als attraktives Alternativprogramm geboten. Oder man nutzt die Zeit für eine Auszeit: Bei strahlendem Sonnenschein hat das DARK EASTER METAL MEETING mit dem gemütlichen Backstage-Areal für ein Indoor-Event eine unerreicht gemütliche Außenanlage. Neben diversen Bars und Bierschänken bietet die „Almhütte“ hier auch qualitativ hochwertige traditionelle wie auch vegane Kost und damit eine gern genutzte kulinarische Ergänzung zum Burger, Pommes und Co. – Wartezeiten sind hier aber natürlich entsprechend einzuplanen.
Auf den Bühnen läuft alles strikt nach Plan: Von BELPHEGOR abgesehen startet jede Show auf die Minute nach Zeitplan – und außer GORGOROTH spielt auch jede Band (mindestens) die ihr zugedachte Zeit, sodass man trotz der mit nur 5 Minuten Pause zwischen den Shows engen Taktung dank kurzer Wege problemlos zwischen Werk und Halle/Club hin- und herwechseln kann, um aufeinanderfolgende Shows zu sehen. Mit insgesamt 32 Bands an nur zwei Tagen ist entsprechend viel geboten – aber auch, wer sich auf weniger als die maximal erlebbaren 22 Shows beschränkt, kommt beim DARK EASTER METAL MEETING 2025 voll auf seine Kosten. Das wissen – aus Erfahrung, Mundpropaganda und Presse – mittlerweile Metalheads rund um den Globus. Lauscht man den Gesprächen auf der Area, wird schnell klar: Das DARK EASTER METAL MEETING ist längst zum Publikumsmagneten mit weltweiter Anziehungskraft geworden. Und das völlig zu Recht! [mg]

Das DARK EASTER METAL MEETING 2026 findet am Osterwochenende vom 04. und 05. April wie gewohnt im Backstage München statt. Bestätigt sind bereits TRITYKON, BLACKBRAID und PONTE DEL DIAVOLO.
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