
Der bisher größte Feldzug von KANONENFIEBER bahnt sich im Rahmen der „SOLDATENSCHICKSALE 2026“–Tour seinen Weg quer durch Europa. Kurz vor ihrem Ziel macht die Mannschaft um Mastermind Noise auch im Huxleys Berlin Halt. Mit im Gepäck haben sie ihre frisch aus der Taufe gehobene Platte „Soldatenschicksale“. Als Schützenhilfe sind die Jungs von MENTAL CRUELTY an Bord, die den Abend eröffnen. Ungewöhnlich für die heutige Zeit ist, dass es bei dem einen Support-Act bleibt, was aber ganz und gar nicht stören soll. So kann man sich in Gänze auf KANONENFIEBER konzentrieren, ohne sich zuvor über Stunden die Füße in den Bauch gestanden zu haben. Das sollte aber nicht allen vergönnt sein, haben sich doch die treuesten Fans bereits weit über eine Stunde vor Einlass angestellt und eine beachtliche Schlange gebildet.
Die Halle ist bereits gut gefüllt und vor dem Merchandisingstand ist schon einiges los, als der Dielenboden im Huxleys zu den ersten Takten von MENTAL CRUELTY zu beben beginnt. Das Publikum ist am Anfang noch verhalten, aber Sänger Lukas Nicolai gibt sich alle Mühe, das zu ändern. Die Anstrengungen zeigen Wirkung, denn nach und nach fliegen immer mehr Hände in die Luft. Dabei ist das Set-up auf der Bühne stark reduziert, Licht und Rauch werden aber gekonnt eingesetzt. Dadurch sorgt die Band immer wieder für Szenen, denen man gern zuschaut und natürlich auch zuhört.
Die Dynamik im Huxleys ist gut, was am ausgezeichneten Job von MENTAL CRUELTY liegt. Sie wissen, den Großteil des Publikums mitzureißen, und es kommt immer mehr Bewegung rein – zur völligen Eskalation reicht es dann aber doch nicht. Am Ende passt die Deathcore-Formation aus Karlsruhe vielleicht auch nicht ganz perfekt zum Publikum und zum nun folgenden Headliner des Abends.
Das Licht geht aus und mit großen Explosionen und Rauch kündigen sich KANONENFIEBER an. Die ersten Töne erklingen und die von den Alben bekannten markanten Ansprachen sind aus den Lautsprechern zu hören. Diese kommen zwischendurch immer mal wieder vor, um den einen oder anderen Song stilgetreu anzukündigen. Das Bühnenbild ist erwartungsgemäß martialisch: Links und rechts neben Drummer Hans stehen zwei Kanonen, die regelmäßig abgeschossen werden, und die Beplankung davor erinnert ganz stark an einen Schützengraben. Aufgestellte Stacheldrahtzäune runden die Szenerie ab. Und so kann das Schlachtgetümmel mit „Die Feuertaufe“ beginnen.
Zu „Der Füsilier“ fängt es plötzlich an zu schneien und das Bühnenbild ändert sich. Zu sehen ist die Szenerie eines alten Kampfschiffes, die zu den folgenden Songs passt. Der Pit ist bereits seit dem zweiten Song offen, eskaliert jedoch zu „Kampf und Sturm“ das erste Mal so richtig. Auf Befehl von Noise wird eine Wall of Death eingeleitet – die meisten folgen ihm. Mit „Z-Vor“ ist KANONENFIEBER ein echtes Brett gelungen: Der Song überträgt live extrem viel Energie und im Pit treffen die Fans schon fast wellenförmig aufeinander. Was für ein intensives Erlebnis, wenn man sich darauf einlassen kann. Mit dem letzten Song „Die Havarie“ in der Bootsszenerie stimmt der gesamte Saal in die ikonischen „Ahoi“-Rufe ein. Dieser Moment sorgt für Gänsehaut.
Die Atmosphäre zu den einzelnen Songs ist perfekt abgestimmt. Immer wieder gibt es andere Lichtstimmungen, Rauch und Feuer auf der Bühne. Dies sorgt dafür, dass neben aller Euphorie an der richtigen Stelle eine gewisse Beklemmung hervorgerufen wird. Besonders zum Tragen kommt das bei „Verscharrt und ungerühmt“. Die Akustikeinlage lässt vor dem großen Finale noch mal verschnaufen. Berlin wirkt bereits etwas müde, aber KANONENFIEBER wissen das zu durchbrechen. Nach den letzten Pits zu „Panzerhenker“ und „Der Maulwurf“ drückt „Verdun“ als emotionaler Abschluss noch mal richtig rein. Mit „Als die Waffen kamen“ verlassen Noise & Co. die Bühne und der Abend klingt zu den letzten Tönen langsam aus.
- Intro
- Intro Skit „The War Begins“
- Die Feuertaufe
- Dicke Bertha
- Skit „The USA Join The War“
- The Yankee Division March
- Die Fastnacht der Hölle
- Skit „War In The East“
- Der Füsilier I
- Der Füsilier II
- Skit „War At Sea, U-Boat War“
- U-Boot-Sperre
- Kampf und Sturm
- Z-Vor!
- Skit „SMS Wiesbaden und Heizer Tenner“
- Heizer Tenner
- Die Havarie
- Verscharrt und ungerühmt
- Großmachtfantasie
- Menschenmühle
- Gott mit der Kavallerie
- Panzerhenker
- Der Maulwurf
- Verdun
- Ausblutungsschlacht
- Als die Waffen kamen
Im Huxleys präsentieren KANONENFIEBER mit der „SOLDATENSCHICKSALE 2026“–Tour einen perfekt inszenierten Abend. Die Stimmung ist jederzeit einzigartig und passend gewählt. Bei der aufwendigen Produktion wechseln sich nicht nur die Kostüme, sondern auch die Bühnenbilder immer wieder ab. Die damit erzeugten Szenerien übertragen sich wie gewollt auf das Publikum. Und so bekommen die Fans einen großartigen Abend zwischen rasendem Blackened Death Metal und emotionalen Momenten geboten.
Die Fotos stammen von der Show am 12.03.2026 in Graz.
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