CD-Review: Annihilator - Feast (Re-Release)

Besetzung

Dave Padden – Gesang, Gitarre
Jeff Waters – Gitarre, Bass, Gesang
Alberto Campuzano – Bass (Live)
Mike Harshaw – Schlagzeug

Tracklist

01. Deadlock
02. No Way Out
03. Smear Campaign
04. No Surrender
05. Wrapped
06. Perfect Angel Eyes
07. Demon Code
08. Fight the World
09. One Falls, Two Rise

Re-Kill (Bonus-CD)
01. Fun Palace
02. Alison Hell
03. King Of The Kill
04. Never, Neverland
05. Set The World On Fire
06. Welcome To Your Death W.T.Y.D.
07. No Zone
08. Bloodbath
09. 21
10. Stonewall
11. Ultra Motion
12. Time Bomb
13. Refresh The Demon
14. Word Salad
15. Brain Dance

Live At Wacken Open Air 2013 (Bonus-DVD) 01. Smear Campaign
02. King Of The Kill
03. No Way Out
04. Clown Parade
05. Set The World On Fire
06. W.T.Y.D.
07. Fun Palace
08. I Am In Command
09. No Zone
10. Fiasco
11. Alison Hell


Am 23. August vergangenen Jahres erschien mit „Feast“ das 14. Studioalbum der kanadischen Thrash-Metal-Legende ANNIHILATOR. Warum genau man seitens des Labels auf die Idee gekommen ist, das Werk schon ein knappes halbes Jahr später mit einem Re-Release zu bedenken, wird wohl ein Geheimnis der Verantwortlichen bleiben – Fakt ist, dass man damit allen echten Fans, die sich das Album releasenah gekauft haben, gleichzeitig aber wohl Haupt-Zielgruppe für diesen Re-Release sein sollen, sauber eins ausgewischt hat. Und das schlimmste daran: Die Re-Release-Edition ist eine Anschaffung in der Tat wert.

Mit dem Album selbst hatten Jeff Waters und Konsorten 2013 ein wahres Meisterwerk auf die Thrash-Gemeinde losgelassen: Zwischen einer melancholischen Ballade („Perfect Angel Eyes“) und halsbrecherischen Metal-Riffs mit furiosen Soli („Demon Code“) liegen hier nur Sekunden. Bisweilen auch nicht einmal die, wie „Fight The World“ oder das abschließende „One Falls, Two Rise“ beweisen, die mit schönem, ruhigen Intro und brachialem Song-Korpus beide Extreme gekonnt vereinen. In „No Surrender“ wagt man sich gar in funkig-proggige Gefilde vor und macht dabei auch noch eine wirklich gute Figur, während „Smear Campaign“ (vor allem hinsichtlich des Gesangs) mit deutlichem Metallica-Einschlag daherkommt. Diese Vielseitigkeit zahlt sich aus – bleibt „Feast“ doch von der ersten bis zur letzten Sekunde – und damit knapp 50 Minuten – spannend, abwechslungsreich und überaus unterhaltsam.

So weit, so gut. Die Re-Release-Edition jedoch hat noch einiges mehr zu bieten: Neben einer wirklich schicken Verpackung im Digi-Book inklusive neuem Cover-Artwork in Wackelbild-Optik gibt es hier Bonus-Material satt.

Zum einen liegt der Neuauflage eine DVD mit einem Video-Mitschnitt der gesamten ANNIHILATOR-Show vom letztjährigen Wacken Open Air bei. Und das, ganz entgegen den Erwartungen, die das DVD-Menü weckt, in hoher Qualität: Zwar ist die Bildauflösung nicht die höchste, die man je zu sehen bekommen hat, ansonsten überzeugt die DVD aber auf ganzer Linie. Durch gelungene Kameraführung, dynamischen Schnitt und druckvollen Live-Sound wird die packende Show der Kanadier hier perfekt in Szene gesetzt. So macht Live-DVDs schauen Spaß.

Zum anderen enthält der Re-Release mit „Re-Kill“ eine Bonus-CD, die sich sehen lassen kann: So wurden hier nicht einfach in Low-Budged-Best-Of-Manier 15 Hits aus der rund 30jährigen Geschichte von ANNIHILATOR auf einen Silberling gepresst. Stattdessen wurden die Hits samt und sonders neu aufgenommen. Was Puristen und Oldschool-Fanatikern die Gänstehaut über den Rücken jagen mag, ist für alle anderen eine großartige Sache, klingt die CD durch den einheitlichen Sound und die durchdachte Songreihung eher wie ein starkes Album als wie eine Best-Of.

In der Regel sind Best-Ofs für echte Fans genauso verzichtbar wie Re-Releases. Diese Veröffentlichung ist beides zugleich – und trotzdem auch ANNIHILATOR-Fanatikern zu empfehlen, bekommt man mit der Live-DVD sowie den Re-Recordings doch einen lohnenden Mehrwert im Vergleich zur Standard-Edition. Doch auch und gerade für Thrasher, denen ANNIHILATOR bislang mehr dem Namen nach etwas sagen, ist diese Edition empfehlenswert – bekommt man doch mit dem aktuellen Meisterwerk, einem Best-Of in perfektem Sound sowie einem aussagekräftigen Live-Mitschnitt doch einen umfänglichen Eindruck vom Schaffen der kanadischen Thrash-Legende vermittelt.

Bewertung: 9 / 10

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