CD-Review: Frank Iero And The Patience - Parachutes

Besetzung

Frank Iero - Gesang, Gitarre
Evan Nestor - Gitarre, Gesang
Steve Evetts - Bass
Matt Olsson - Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. World Destroyer
02. Veins! Veins!! Veins!!!
03. I'm A Mess
04. They Wanted Darkness...
05. I'll Let You Down
06. Remedy
07. Dear Percocet, I Don't Think We Should See Each Other Anymore
08. Miss Me
09. Oceans
10. The Resurrectionist, Or An Existential Crisis In C#
11. Viva Indifference
12. 9-6-15


Frank Iero, u.a. bekannt als Teil von My Chemical Romance, Leathermouth und Death Spells, steht jetzt mit dem zweiten Soloalbum unter dem Banner FRANK IERO AND THE PATIENCE in den Startlöchern. „Parachutes“ wurde von Ross Robinson und Steve Evetts in Kalifornien produziert. Zwei Jahre sind also seit dem Vorgänger „Stomachaches“ vergangen, der zu diesem Zeitpunkt noch als Frank Iero And The Celebration veröffentlicht wurde. Was erwartet einen also auf diesem Zweitwerk, dass auch eine Neuorientierung der Band und ihres Stils verspricht?

Relativ schnörkellose Rockmusik, die sich an den Bereichen Grunge, Alternative Metal, Punk und Emocore bedient, dabei aber auch genügend Ehrlichkeit und Gefühle zwischen Verzweiflung, Wut und Aggression umsetzt. Der Opener „World Destroyer“ ist dafür ein gutes Beispiel, setzt er doch auf kraftvolle und zerbrechliche Vocals, die sich mit den brachialen Gitarren, die an Sludge erinnern und ruhigen Momenten abwechseln. „Veins! Veins!! Veins!!!“ hingegen ist durch und durch vom Punk Rock geprägt, setzt auch Chorgesänge ein und lässt die nötige Melodik ebenfalls nicht vermissen. Im Großen und Ganzen sitzen die Noten nicht immer perfekt und der Gesang von Frank Iero hat hier und da kleinere Schwächen, beides verleiht dem Album aber den gewissen Charme und die notwendige rotzige Attitüde. Auflockernde Elemente und erfrischende Herangehensweise gegen mögliche Langeweile finden sich dabei auf „Parachutes“ wiederholt. So ist es beispielsweise der Bass in „I’m A Mess“, der sich zeitweise melodiegebend zeigt und auch ein kleines Solo aufzuweisen hat. „I’ll Let You Down“ hingegen hat hingegen einige balladeske Züge, die sich auch im gemäßigten „Remedy“ wiederfinden. „Miss Me“ setzt gemäß dem Titel auf einen reduzierten und leicht ktischigen Singer-/Songwriter-Klang, der auch Querverweise zur amerikanischen Country-Musik nicht scheut. Die großen Stärken dieses Release sind zweifelsfrei die starke Gitarrenarbeit, die scheinbar ohne Mühe zwischen verschiedenen Herangehensweisen pendeln, der emotional aufgeladene Gesang des namensgebenden Frontmannes und die mannigfaltigen Einflüsse, die die Musiker auf diesem Longplayer verarbeitet haben.

FRANK IERO AND THE PATIENCE liefern mit „Parachutes“ ein gehaltvolles Album, dass sich deutlich abwechslungsreich zeigt und dennoch im Grundkern ein groovendes, melodiöses und rotziges Punk-Album zugleich ist, das sich hin und wieder im Screamo-Bereich auslebt. Vor allem hat das Zweitwerk aber eines zu bieten: Energie und Lebendigkeit, die den zwölf Titeln den nötigen Drive einhauchen. Nicht nur Punk-Liebhaber, sondern auch Freunde ehrlicher Rockmusik sollten sich mit „Parachutes“ auseinandersetzen. Als Belohnung erhält man knapp 43 Minuten voll mit dynamischen Momenten. Da kann man auch über die ein oder andere schiefe Sequenz getrost hinwegsehen.

Bewertung: 8 / 10

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