Review Intestine Baalism – Banquet in the Darkness

Obwohl man die asiatische Metalszene durchaus als intakt bezeichnen kann, schaffen es nur die wenigstens Bands zu einer mehr als nationalen bzw. kontinentalen Bekanntheit. In Japan dürfte dazu vielleicht gerade einmal Sigh dazu gehören, die sich auch international einen Namen machen konnten. Mit der Rezension zu „Banquet in the Darkness“ versuche ich also auf eine weitere japanische Band aufmerksam machen zu können und gleichzeitig eine kleine Perle des Melodic Death zu beleuchten.

Seit dem Erscheinen von „Banquet in the Darkness“ hat man nicht mehr viel von INTESTINE BAALSIM gehört, die offizielle Webseite der Band wurde schon seit Ewigkeiten nicht mehr aktualisiert, die vier Jungs scheinen aber wohl noch zu existieren. Das ist auch zu hoffen, da ich viel von ihren musikalischen Fähigkeiten halte. Im Vergleich zum Debüt „An Anatomy of the Beast“, der noch sehr viel mehr in Richtung normalen Death Metals tendierte, wählt man auf dem Zweitwerk eher den Weg des melodischen Todes. Trendfolgerei ist ihnen dabei aber sicherlich nicht vorzuwerfen, da man all seine Trademarks beibehalten hat, weswegen sich „Banquet in the Darkness“ auch sehr schön aus der Masse hervorhebt. Denn bei den Vocals handelt es sich weiterhin um böse, richtig tiefe Growls, die schon alleine für soviel Heavyness sorgen, dass man sich keine Angst machen muss, es handele sich hier um irgendeinen In Flames- oder Soilwork-Klon. Auf instrumentaler Ebene hingegen hat man die Musik um eine Menge filigraner und ins Blut übergehender Melodien erweitert, die zusammen mit den Vocals schon fast einen Das-Schöne-und-das-Biest-Kontrast bilden.

Der Titel des Albums wurde übrigens blendend ausgewählt:
Das Festmahl in der Dunkelheit wird wieder durch einen Kontrast dargestellt, die mitreissenden, emotionalen Melodien erklingen in einem mit Höhlen-Charakter versehenen Sound, das heisst viel Hall und viel Dunkelheit. Selbst das einfach gestrickte Instrumental „A Keen“ mit Akkustik-Gitarre wird durch diesen gewählten Sound zu einem atmosphärischen Erlebnis. Die zehn richtigen Songs können neben den Melodien vor allem auch durch exzellent vorgetragene Soli begeistern, das Songwriting ist auf Dauer gesehen dagegen ein wenig vorhersehbar, aber das fällt gar nicht allzu sehr ins Gewicht, da man sich an der Gitarrenarbeit nicht genug ergötzen kann und die Lieder eigentlich gut im Ohr hängen bleiben.
Einen Favoriten zu erwählen fällt daher etwas schwer, um sich einen guten Überblick über das Album zu verschaffen würde ich aber raten in „The Genuine Tone“, „The Avenger full of Vengeance on God“ und „Born but buried, I can see the Light“ reinzuhören. Besonders letzterer Song ist ein würdiger Rausschmeisser für das Album, denn hier wird noch einmal kompromisslos geholzt, dass sich die Nacken biegen.

Zum Abschluss bleibt mir nur zu wünschen übrig, dass sich INTESTINE BAALSIM für ihr drittes Album nicht genauso wie für „Banquet in the Darkness“ sechs Jahre Zeit lassen, Können besitzen sie jedenfalls und wer die Nase satt hat von den europäischen Größen in dem Genre, der sollte sich mal nach dem Album umschauen.

(Sebastian Schott aka Scylth)

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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