CD-Review: Lizzard - Eroded

Besetzung

Mathieu Ricou - Gesang, Gitarre
William Knox - Bass
Katy Elwell - Schlagzeug

Tracklist

01. Corrosive
02. Blowdown
03. Haywire
04. Flood
05. Hunted
06. The Decline
07. Eroded
08. Usque Ad Terram
09. Blue Moon
10. Inertia
11. Avalanche


Mal was Neues aus dem Hause Pelagic Records: Hat sich das Label in den letzten zehn Jahren vor allem im Post-Rock- und -Metal-Bereich einen Namen gemacht, finden sich inzwischen auch vermehrt Bands im Katalog, die weniger sperrig als ihre Kollegen zu Werke gehen. In diese Kategorie gehören auch LIZZARD, die mit „Eroded“ ihren inzwischen vierten Longplayer an den Start bringen – und darauf eine überraschend interessante Alternativ-Metal-Interpretation präsentieren, die man so nicht unbedingt erwartet hätte.

Die Kunst, eingängige und gleichzeitig anspruchsvolle und spannende Musik zu erschaffen, beherrscht nicht jede Band gleichermaßen – LIZZARD ist dieser Spagat allerdings ausgesprochen gut gelungen. Das Trio schreibt durch die Bank abwechslungsreiche und technisch durchaus bemerkenswerte Songs irgendwo zwischen Alternative-Metal und Stoner Rock, garniert mit einer Prise Progressive und sogar so etwas wie Spät-Neunziger-Jahre-Reminiszenzen. Eine coole Melange, die sogar richtig gut im Ohr hängen bleibt.

Gesanglich wird der geneigte Zuhörer nicht überfordert: Gitarrist und Sänger Mathieu Ricou bleibt stets in melodischen Gefilden und verhilft mit seinen catchy Hooklines mancher auf den ersten Blick recht verschachtelten Instrumentalpassage zum gewünschten Ohrwurmcharakter. Dass das dann auch mal eine Spur zu cheezy enden kann (so gehört im Chorus von „The Decline“ oder dem insgesamt etwas beliebig wirkenden „Blue Moon“) verzeiht man in Anbetracht der durchweg hohen songwriterischen Qualität, mit der LIZZARD ansonsten zu Werke gehen – auch wenn die zweite Albumhälfte schon etwas weniger spannend aus den Boxen tönt. Immerhin verlieren sich die Musiker nicht in überlangen Arrangements, die Songs bleiben mit durchschnittlich vier Minuten Laufzeit kompakt, „Eroded“ mit knapp 45 Minuten weitestgehend kurzweilig.

Die Produktion ist druckvoll und transparent, ohne zu klinisch oder gar poppig-poliert daherzukommen. Dieser Umstand ist sicherlich auch dafür verantwortlich, dass sich „Eroded“ positiv vom Alternative-Nu-Rock-Metal-Einerlei abhebt. Songs wie „Flood“ bummsen schon merklich mehr als bei manchen Kollegen, die produktionstechnisch eben Richtung Radio-Air-Time getrimmt sind.

Nicht ganz verkehrt, was die Franzosen auf „Eroded“ bieten. Einerseits angenehm metallisch, andererseits ziemlich eingängig dürfte LIZZARDs neuester Output Fans von Bands wie Queens Of The Stone Age, A Perfect Circle, Soen oder sogar den Foo Fighters gefallen – und sollte auch live nach einem bis fünf Bier für gute Laune sorgen.

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pela

Bewertung: 7.5 / 10

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