Manegarm Endsvuren Coverartwork

Review Månegarm – Edsvuren

30 Jahre MÅNEGARM! Mit ihrem elften Album „Edsvuren“ feiern die alteingesessenen schwedischen Genrehasen ihr Jubiläum und zeigen keinerlei Anzeichen von Müdigkeit. In schöner Regelmäßigkeit bekommt die Viking-Metal-Gemeinde etwa alle drei Jahre einen neuen Langspieler kredenzt.

„Edsvuren“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Eidgeschworen“ und wenn MÅNEGARM einen Eid geschworen haben, dann den, sich selbst treu zu bleiben. Der Opener „I Skogsfruns Famn“ beginnt fast schon erwartbar düster und schwarzmetallisch, während sich die MÅNEGARM-typische Mischung aus aggressiven und zugleich einschmeichelnd schönen Klängen entfaltet. Ein bisschen Melancholie, umso mehr wikingertypische Aufbruchstimmung und viel unverbrauchte und energiegeladene Spielfreude machen diese Mischung seit vielen Jahren aus. Angesichts des 30-jährigen Jubiläums ist es umso imposanter, wie frisch MÅNEGARM die Songs in der Schnittmenge aus Heavy, Black und Folk Metal nach wie vor erklingen lassen. So gönnen sich die Schweden zu Beginn auch keinerlei Pausen und rasen bandtypisch hochmelodisch und auf Anschlag durch die ersten drei Songs. Dass dabei Schunkel- und Headbangmomente sich die Klinke in die Hand geben und Growls sich mit hymnischen Klargesängen und Schunkelchören abwechseln – Ehrensache.

Genau richtig gesetzt ist die Erholungspause „Rodhins Hav“, bei der MÅNEGARM ihre andere, von Fans heißgeliebte Seite zeigen, nämlich die Lagerfeuer-Akustikballade. Ganz gemächlich, zart und liebevoll singen Erik Grawisö und Ellinor Videfors zu den leise gezupften Gitarrenklängen. Das ebenfalls akustische „Till Gudars Följe“ kommt dagegen rauer und ungestümer aus den Boxen, statt Klargesang gibt es hier auch knurrige Klänge und hymnische Gesänge. Schwermütig und fast schon hypnotisch überrascht „En Nidings Dåd“, während „Hör Mitt Kall“ als Midtempo-Stampfer die Hypnose Richtung Nackenmuskulatur lenkt. Dass mit „I Runor Ristades Orden“ und dem Titeltrack sogar noch zwei weitere akustische Stücke mit jeweils ganz eigenem Charakter folgen, sorgt für insgesamt wunderbar gelungene Abwechslung auf Albumlänge.

Was MÅNEGARM neben ihrer ureigenen Mischung zwischen den benannten Genres zusätzlich authentisch und herausstechend positioniert, sind die wieder komplett auf Schwedisch gehaltenen Gesänge. Dass die nicht-schwedischsprachigen Hörer kein Wort verstehen, schmälert den Genuss kein bisschen, sondern füllt das atmosphärische Methorn bis zum Rand. MÅNEGARM ist zum Jubiläum ein solch gelungener Querschnitt gelungen, dass „Edsvuren“ schon fast als verkappte Best-of-Scheibe durchgeht. Dass die ganz großen Hits wie „Hemfärd“, „Odin Owns Ye All“ oder „Sigrblot“ nicht auszumachen sind, ist der einzig valide Kritikpunkt. „Edsvuren“ ist ein weiteres Zeugnis der Einzigartigkeit MÅNEGARMs im Viking Metal und macht mächtig Spaß!

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Wertung: 8 / 10

Stefan Popp

Publiziert am von

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