CD-Review: Supernova Plasmajets - Now Or Never

Besetzung

Jennifer Crush - Gesang
Manni McFly - Gitarre, Keyboard
Randy Stardust - Gitarre, Hintergrundgesang
Cliff Bourbon - Bass
Alexis Rose – Schlagzeug

Gastmusiker:
Andy Brings – Gesang (“Break Me Down“)

Tracklist

01. Pretty Bizarre (Intro)
02. Beggin’
03. Take Me To The Underground
04. Now Or Never
05. Deer In The Headlights
06. Lonely Hearts In The Night
07. I’m Not Okay
08. Fade Away
09. Break Me Down
10. Turn Around The Sky
11. Hello
12. Tell It To My Heart


Supernova Plasmajets Now Or Never Coverartwork

SUPERNOVA PLASMAJETS – der Bandname klingt knallig und bunt und schreit einem laut „Retro!“ entgegen. Ein Blick auf das mit diversen Filtern bearbeitete Coverartwork im nostalgischen Look und die Namen der Musiker – beispielsweise Manni McFly oder Cliff Bourbon – lassen erahnen, dass die Mannheimer ihre Hörer auf eine musikalische Zeitreise in die Achtziger entführen wollen. Führt man sich die Bandfotos mitsamt bunten Accessoires, Lederjacken, Kutten, übergroßen Sonnenbrillen und Gameboy zu Gemüte, ist klar: Die Band liebt ihr Image und hat mächtig viel Spaß dabei.

Die SUPERNOVA PLASMAJETS machen dabei aber keinen Quatsch, sondern nehmen ihre Musik bei aller Gaudi ernst. Nach dem Intro „Pretty Bizarre“ lassen sie sich mit dem eigentlichen Opener „Beggin‘“ nicht lang bitten und servieren melodischen Hard Rock mit Glam-Würzung. Die Riffs braten ordentlich, die Keyboards sind stets präsent, die Drums geben einen tanzbaren Beat vor und natürlich gibt es ein klassisches Solo. Jennifer Crush überzeugt mit einer rauen, dennoch melodischen und auch etwas poppigen Stimme. Ihr Gesang ist ein großer Pluspunkt für die Band, da er optimal zur Musik und dem Konzept passt.

Was an den SUPERNOVA PLASMAJETS vor allem Freude bereitet, ist der Spaß und die Überzeugung, die die Band ausstrahlt. Die haben Bock auf das, was sie da machen und das hört man „Now Or Never“ an. Ihr Retro-Hard-Rock ist dazu noch voller mitreißender Energie. Das funktioniert auch in getrageneren Stücken wie „Deer In The Headlights“ gut. Die SUPERNOVA PLASMAJETS scheuen sich auch nicht davor, die Achtziger-Schraube noch weiter anzudrehen: „Lonely Hearts In The Night“ ist mit seinen Synthwave-Elementen, die teilweise sogar die Gitarren verdrängen, überaus tanzbar und unterhaltsam.

Nachdem es in der ersten Albumhälfte teils gemächlich und wie beim Titeltrack poppig zugeht, drehen die SUPERNOVA PLASMAJETS im weiteren Verlauf nochmal an. „Fade Away“ und „Hello“ warten plötzlich mit Metal-Riffs auf, die in den Achtzigern auch Grave Digger oder Running Wild gut zu Gesicht gestanden hätten, wobei die Band sich bei erstgenanntem Track auch traut, einen satten Discobeat einzustreuen. Astreines Livefeeling bietet „Break Me Down“: Crush singt hier im Duett mit Andy Brings (ex-Sodom, Double Crush Syndrome) und durch die Abmischung kommt das schön roh und direkt rüber. Wenn Crush bei „Turn Around The Sky“ dann auch noch in Doro-Manier röhrt, wünscht man sich spätestens jetzt endlich zurück auf die Festivaläcker dieser Welt. „Tell It To My Heart“ ist als gelungene, rockige Coverversion des Taylor-Dane-Hits ein würdiger Abschluss der Scheibe.

„Now Or Never“ hätte zu Beginn gerne etwas mehr fetzen können und weniger auf die Bremse treten müssen. Gerade die häufiger eingestreuten metallischen Riffs in den direkteren Songs stehen den SUPERNOVA PLASMAJETS gut zu Gesicht. Insgesamt aber ist ihr Zweitwerk zwar cheesy, aber ein cooles Album mit druckvoller Produktion und einfachem, gutem Songwriting. Vor allem macht das Ding einfach viel Spaß. In den Achtzigern wäre die Band damit durchaus konkurrenzfähig gewesen. Heute ist „Now Or Never“ eine kleine, aber feine Zeitmaschine in eine grellbunte Zeit, in der musikalisch vieles ungezwungener und unbeschwerter war.

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Bewertung: 7.5 / 10

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