Review Third Ion – 13/8bit

Allein ein Blick auf das Cover der Debütscheibe „13/8bit“ von THIRD ION genügt schon, um eine gewisse Neugier auszulösen. Schließlich sorgen das futuristisch anmutende Motiv sowie Schriftbild im Stile klassischer Retro-Games doch für den einen oder anderen nostalgischen Moment vergangener (oft viel zu langer) Abende vor diversen Konsolen oder sonstigen Flimmerkisten. Was die Jungs aus Kanada und den USA dagegen musikalisch aufbieten, klingt zeitgemäß, professionell und zudem größtenteils sehr packend.

Unter dem Banner THIRD ION haben sich unter anderem ehemalige Mitglieder von Into Eternity sowie der Devin Townsend Band geschart, womit ein erster grober Überblick bezüglich der musikalischen Ausrichtung bereits gegeben wäre. Denn was in den insgesamt knapp 53 Minuten Spielzeit folgt, ist progressiver Metal wie er im Buche steht, gewürzt mit vereinzelten elektronischen Spielereien und jetzt schon kult-verdächtigen Konsolen-/Game-Sounds. THIRD ION haben sich auf „13/8bit“ wahrlich nicht lumpen lassen und klotzen mit fetten Riffs, vertrackten Polyrhythmen, anspruchsvollen Gesangslinien, welche von der sehr sanften wie auch energischen Stimme Tyler Gilberts leben, sowie einem angenehm kompakten Songwriting. Der Großteil der Tracks bewegt sich in einem gesunden Sechs-Minuten-Rahmen, einzig auf „Time Lapse Beta“ holen THIRD ION mit 13 Minuten zum Rundumschlag aus und kredenzen hiermit nebenbei auch den besten Song des Albums. Was hier während der Spielzeit alles passiert, bringen manche Bands selbst in zwei kompletten Alben nicht unter – eine abgedroschene Floskel zwar, aber selten so treffend. Gleichzeitig kann der Song auch stellvertretend für den Rest des Albums gesehen werden. Vertrackte sowie technisch höchst anspruchsvolle Parts werden gekonnt mit melodischen Einschüben und atmosphärischen Keyboardteppichen kombiniert und zu einem runden Ganzen geformt. Mal gehen THIRD ION die Sache etwas düsterer an (Titeltrack), mal konfus bis verfrickelt („Zero Mass“) und an anderer Stelle dann äußerst gefühlvoll und eingängig („Collapse“). Zum Schluss beweisen die Jungs dann sogar mit dem Titel „Van hAlien“ Humor.

Schlussendlich haben THIRD ION mit ihrem Debüt „13/8biz“ einiges richtig gemacht und sollten Fans progressiven Metals durchaus zusagen. Zwar ist noch nicht alles Gold, was glänzt – das hohe Niveau des Longtracks kann nicht gänzlich gehalten werden – jedoch kann man gespannt darauf sein, wie der Weg der Nordamerikaner weitergehen wird. Beim nächsten Album dürfen es dann auch gerne eingebaute Samples aus „Super Mario“ oder „The Legend Of Zelda“ sein, aber dies sei mal nur subjektiv angemerkt.

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Wertung: 8 / 10

Publiziert am von Sebastian Ostendarp

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