CD-Review: Watain - Trident Wolf Eclipse

Besetzung

E. - Gesang, Bass
P. - Gitarre
H. - Schlagzeug

Tracklist

01. Nuclear Alchemy
02. Sacred Damnation
03. Teufelsreich
04. Furor Diabolicus
05. A Throne Below
06. Ultra (Pandemoniac)
07. Towards the Sanctuary
08. The Fire of Power


WATAIN gehören weder zu der Riege alt-ehrwürdiger Bands, die sich heute als Gründungsväter des Black Metal feiern lassen, noch haben die Schweden je durch ersthafte Skandale von sich reden gemacht. Dennoch gibt es kaum eine Formation, die in der Szene als so authentisch angesehen wird: WATAIN gelten als ein eingeschworener Clan, dem die Fans mit absoluter Loyalität folgen. Dieses Image haben die Schweden sicher nicht zuletzt einem gewissen Kalkül zu verdanken – ist das Bandkonzept doch von den perfekt inszenierten Live-Ritualen bis hin zum Merchandise im Outlaw-Stil wohl durchdacht.

Doch WATAIN sind eben auch die Band, die sich mit rohem Black Metal einen Ruf erspielt und dann aufs Spiel setzt, indem sie auf ihrem fünften Album („The Wild Hunt“) plötzlich mit packendem Klargesang und Akustikgitarren aufwartet: Für die einen ein No-Go, für die anderen ein gelungener Coup – de facto jedoch der einzig richtige Schritt, um sich von der Masse truer Black-Metal-Bands endlich nicht mehr nur qualitativ, sondern auch stilistisch abzuheben. WATAIN stehen damit musikalisch am Scheideweg – entsprechend gespannt blickt die Black-Metal-Welt nun auf „Trident Wolve Eclipse“, das nunmehr sechste Album des Wolfsrudels aus Uppsala.

„Nuclear Alchemy“, der Opener, beginnt mit forschen Gitarren, ehe es einen Knall tut und WATAIN mit aller Macht über den Hörer hereinbrechen: Rasante Riffs wechseln mit groovenden Passagen, dazu gesellen sich hasserfüllte Vocals und erbarmungsloses Drumming – es dauert keine zwei Minuten und man ist wieder im WATAIN-Kosmos angekommen. An Bösartigkeit mangelt es auch den folgenden Songs nicht –  WATAIN verstehen es, geschickt zwischen Raserei und Midtempo zu springen, lockern ihre Kompositionen durch Breaks und Solo-Gitarren-Einwürfe auf und klingen doch zu keiner Zeit nach etwas anderem als nach WATAIN.

Was man auf „Trident Wolve Eclipse“ jedoch vergeblich sucht sind Songs wie „They Rode On“ oder „The Wild Hunt“ – die Songs also, mit denen WATAIN ihre traditionsbewussten Fans wohl so sehr überraschten wie all jene Kritiker, die WATAIN solch filigrane Arrangements nie zugetraut hätten. Das ist insofern schade, als WATAIN eben dank dieser Songs „The Wild Hunt“ den Grundstein dafür gesetzt hatten, sich mit einem Folge-Album ein Denkmal für die Ewigkeit zu setzen: Die Unsterblichkeit, die Bands wie Dissection erst posthum erreicht haben, wäre für WATAIN bereits zu Lebzeiten greifbar gewesen – wären die Schweden den mit „The Wild Hunt“ eingeschlagenen Pfad weitergegangen oder hätten zumindest auch diesmal einen Schritt in eine ganz neue Richtung gewagt.

Stattdessen entscheiden sich WATAIN für den sicheren Pfad – wenn dieser auch eher zurück denn voran führt: Statt sich ein weiteres Mal neu zu erfinden, besinnen WATAIN sich diesmal lieber auf alte Tugenden und legen mit „Trident Wolve Eclipse“ ein Album vor, das sich stilistisch zwischen „Sworn To The Dark – No Return“ und „Lawless Darkness“ einreiht. Den Traditionalisten unter den Fans dürfte das nur allzu recht sein. Für alle, die sich von WATAIN nach „The Wild Hunt“ erneut mehr als bloß ein starkes Black-Metal-Album erwartet hatten, ist diese Rückbesinnung jedoch mit einem Rückschritt gleichzusetzen. Denn mag „Trident Wolve Ecpipse“ auch ein wirklich feines Black-Metal-Album geworden sein – wirklich spektakulär ist das hier gebotene Material leider nicht.

Bewertung: 8 / 10

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3 Kommentare zu “Watain – Trident Wolf Eclipse”

  1. Winternacht

    Das Album ist wieder Black Metal der sich auch so nennen darf !

    Das Argument, WATAIN hätten den Weg von “ The Wild Hunt“ weiter gehen sollen und wären so groß geworden, ist völliger Quatsch !

    WATAIN sind eine BM Gruppe und keine Metel-Schlaftabletten ! Das Album „The Wild Hunt“ ist ganz gut, aber es sollte nicht dazu erfunden werden, ein langweiliges zweites Satyricon in Schweden zu errichten.

    Die Platte ist sehr gut: Schnell, Finster und Zerstörend ! Alles andere wäre schlicht ein Reinfall gewesen. WATAIN wissen eben wie man Musik macht.

    Für mich ist das Album spektakulär genug, weil es Ur-Schwedischen BM aufweist !

  2. Michael

    „WATAIN gelten als ein eingeschworener Clan, dem die Fans mit absoluter Loyalität folgen.“
    „Den Traditionalisten unter den Fans dürfte das nur allzu recht sein. Für alle, die sich von WATAIN nach „The Wild Hunt“ erneut mehr als bloß ein starkes Black-Metal-Album erwartet hatten, ist diese Rückbesinnung jedoch mit einem Rückschritt gleichzusetzen.“

    Ahjaaa!^^

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