Interview mit Varius Coloribus

Bei unserem Mittelalterspezial haben wir bis zu diesem Zeitpunkt mit 11 Bands ein gutes Drittel aller geplanten Gruppen vorgestellt, bzw. machten die das in den Interviews selbst. Alle bisherigen Teilnehmer zeigten reges Interesse an der Aktion, waren bei der Zusammenarbeit sehr freundlich und gaben sich Mühe beim Beantworten der Fragen. Mit gutem Beispiel voran gingen bisher auch die “größeren” und bekannteren Bands der Szene, wie etwa Saltatio Mortis oder Qntal und auch die noch folgenden Subway To Sally und Corvus Corax. Ausnahmen gibt es leider immer wieder, womit wir beim Thema angekommen wären.

Jeder teilnehmenden Band wird – wie die aufmerksamen Leser wohl schon bemerkt haben – im groben der gleiche Fragenkatalog gestellt, damit jede Gruppierung die gleichen Chancen hat, sich dem Freund der mittelalterlichen Musik zu präsentieren. Hier erstmal die Fragen, die wir per Mail an VARIUS COLORIBUS gesendet haben:

Beschreibt kurz euren musikalischen Werdegang: In welchen Bereichen liegen die Wurzeln der einzelnen Bandmitglieder?
Wie würdet Ihr „Neulingen“ mittelalterliche Musik erklären?
Wie kann man ihnen diese Art von Musik zugänglich machen außer durch moderne Einflüsse?
Wo liegen die Unterschiede von Euch zu anderen Mittelalterbands und was sorgt für Widererkennungswert bei eurer Musik?
Wodurch wird eure Musik am meisten beeinflusst (Vorbilder, Stilrichtungen, Kulturen, Religionen, usw.)?
Wie erklärt ihr euch die wachsende Akzeptanz eurer Musik in Deutschland auf der einen Seite und die ablehnende Haltung der Radiostationen, TV Sender, etc. auf der anderen?
Wie kann man allgemein und wie könnt ihr selbst Vorurteile wie z.B. Eintönigkeit und mangelnde Abwechslung gegenüber mittelalterlicher Musik widerlegen?
Welche Zielgruppen sind eurer Meinung nach besonders geeignet für Drehleiern, Dudelsäcke, Geigen, Flöten, usw.?
Welches sind die größten Irrtümer, die man leichtfertig in Verbindung mit Mittelaltermusik bringt?
Eure Meinung zu Mittelaltermärkten und Konzerten dort?
Ihr genießt den Ruf, eine recht laute Band mit krachenden Sackpfeifen zu sein. Bleibt da noch Zeit für ruhige Momente in eurer Musik?
Manche Kapellen versuchen durch übertriebene Lautstärke erfolglos spielerische und gesangliche Mängel auszugleichen. Also, ist laut = gut?
Ihr seid seit über 10 Jahren in der Szene dabei. Welche Veränderungen habt ihr beobachtet und wie bewertet ihr sie?

Wortspiel (das erste, was euch zu folgenden Begriffen in den Sinn kommt):
Corvus Corax –
Schandmaul –
In Extremo –
Subway to Sally –
Spielmänner und Spielmannsleben –
Tradition oder Fortschritt –
Plugged oder unplugged –
Tokio Hotel –

Dürfte soweit alles bekannt sein. Nach einiger Zeit erhielten wir folgendes als beantwortetes Interview (völlig unbearbeitet aus der Mail herauskopiert):

zu frage 1 werdegang : wir haben uns getroffen, kannten uns auch schon und wußten was in diesem genre zu tun ist, musikalisch gesehen……die wurzeln der bandmitglieder rekrutieren sich aus einer menge genres, z.bsp. jazz, ethno, punk und auch klassik
frage 2 die musik erklären : gar nicht, aber sie können es demnäxt in sackwahns sackpfeifenschule lesen, an der er fleißig schreibt auf das es bald so weit ist……
frage 3 : auf die frage des zugänglich machens…….warum sollte man das tun, wir wollen keinen zu seinem glück zwingen
frage 4 unterschiede : na ja wir haben einen eigenen sound und einen eigenen stil, krumme rhytmen und nen hang zum experiment
frage 5 einflüsse :dalai lama , dolly buster, dagobert duck, duke ellington und tullamore dew
frage 6 akzeptanz : mittelalter ist einfach nischenmusik, kein mainstream……wir finden die frage doof…..und sie kommt übrigens im radio, genauso häufig wie andere arten von besonderer musik, zeitgenössische musik etc……
frage 7 eintönigkeit : gar nicht…….hunde essen ja auch jeden tag ihr chappi
frage 8 zielgruppe :drei gruppen…….die jungen, die alten und die mittleren alters….
frage 9 irrtümer : dass die instrumente gestimmt sind……
frage 10 meinung zu ma märkten : tolle sache……..
frage 11 ruhige momente : ja, es gibt ne menge ruhige momente….
frage 12 laut gleich gut : näxte frage
frage 13 veränderungen : eine immense zunahme von bands denen ihr die vorige frage stellen solltet….
frage 14 wortspiel : corvus corax – na dieser schwarze vogel…schandmaul – ne hübsche geigerin glaub ich….in extremo – einige gute kumpels……subway to sally – wir fahren kaum u-bahn und sally?…..spielmänner und spielmannsleben – sind wir, machen wir…tradition oder fortschritt – erstes verändert letzteres…..plugged oder unplugged – knackt oder beknackt…..tokiohotel – geht an uns vorbei, aber alles hat seine daseinsberechtigung ( condome schützen )

Darauf entgegneten wir VARIUS COLORIBUS, dass wir das unseren Lesern nicht zumuten möchten und wir daraus keinen interessanten Artikel bauen können. Soetwas in der Art sind dann auch die Interviews, die bei uns dann eher völlig unter den Tisch fallen, weil man schlicht nichts davon hat. Die Band schien damit aber nicht konform gehen zu wollen und antwortete und darauf widerum folgendes:

na beleidigt oder was……..ob das was für die leser ist solltet ihr besser den lesern überlassen……manche fragen zeugen auch nicht von einem analytischen einblick in die szene mittelalter…und da bekommt man von einer band wie uns halt auch sone antworten, die im übrigen ernst gemeint sind.also was ist nun mit der freiheit in internet und presse……..nur weil es nicht in euer konzept und bild von der szene passt, die ihr dem leser vermitteln wollt……..na ja ….ich kann nur sagen viel spaß noch bei eurer micky maus presentation……. www. variuscoloribus.de

Das hat uns derart amüsiert, dass wir uns doch dazu entschlossen haben, das online zu stellen. Wir wollen es keiner Band, auch nicht VARIUS COLORIBUS, untersagen, auf sich aufmerksam zu machen und so, wie sie es für richtig halten, zu präsentieren. Da natürlich Pressefreiheit herrscht – auch im Internet! – wollen wir euch das hier nicht vorenthalten und bearbeiten hieran rein gar nichts, um auch nichts unabsichtlich zu verfälschen. Wir von Metal1.info wollen übrigens keineswegs die Szene in ein bestimmtes Bild pressen – das sollen die Bands schon selbst tun, sonst würde der Sinn in dieser Aktion ein wenig fehlen…

So habt nun ihr, unsere Leser, die freie Wahl, ob ihr das hier lesenswert findet und ihr Spaß und Freude bei der Lektüre dieses Interviews hattet.
Apropos Micky Maus-Präsentation: Schaut auch gerne mal auf die Internetseite von VARIUS COLORIBUS.


Geschrieben am 18. Oktober 2006 von Sigi Maier


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