CD-Review: Den Nordiske Sjel / Nidhoegg - Jotunheimen (Split-CD)

Besetzung

(Den Nordiske Sjel)
Otto - Gesang
Robert - Gitarre
Alex - Gitarre
Karlsson - Bass
Steffen - Schlagzeug
Nino - Keyboard


(Nidhoegg)
Heiko Fritz - Gesang
Fimbulvetr - Gitarre
Paul - Gitarre
Piet - Bass
Chriso - Schlagzeug

Tracklist

Den Nordiske Sjel:
1. Des Nordmanns Leid
2. Hermannsschlacht
3. Geisterboot
4. Ausklang
Nidhøgg:
5. Auf Vigrids Felde
6. Des Jarls Tod
7. Ravens In The Sky
8. Jomsvikingar( live )
9. Till Death We Stand ( live )


Split-CDs sind für mich noch immer so ein kleines Mysterium. Okay, ein Label kann so gleich zwei Bands auf einen Schlag etwas bekannter machen, und von Bandseite wird solch eine Split gegenüber einer Eigenproduktion sicherlich auch bevorzugt. Doch gibt es dafür wirklich einen Markt? Gibt es dafür Käufer? Man weiß ja nicht mal, unter welchem Buchstaben man die CD später im Regal einordnen soll. Im schlimmsten Fall spielen beide Bands nicht mal denselben Stil.
Doch lassen wir die Frage über Sinn oder Unsinn einer Split-CD mal außen vor und wenden wir uns dem Objekt meiner heutigen Besprechung zu: Auf dieser Split namens „Jotunheimen“ aus dem Hause Nocturnal Empire sind die Bands DEN NORDISKE SJEL und NIDHOEGG vertreten. Beide sind mir bislang unbekannt und im weitesten Sinne dem Pagan zuzurechnen. Genauer definiert, bzw. nach eigener Angabe, spielen DEN NORDISKE SJEL Nordisk Heavy Metal und NIDHOEGG Baltic Viking Metal.

Den Reigen eröffnen die Erfurter DEN NORDISKE SJEL mit vier Tracks. Sie fassen die Ursprünge des traditionellen Heavy Metal auf und verknüpfen diese mit Pagan im Stile Menhirs. Daraus resultieren Kompositionen, die verstärkt auf Melodielinien und Epik setzen. Der Gesang ist zumeist klar, nur selten fließen Growls ein. Die Musik transportiert dieses Feeling von nordischen Hymnen ganz gekonnt. Ein leichtes Mittelalter-Flair kommt durch die deutschen Texte auch auf. Um dies zu vermeiden, sollte die Band vielleicht über englische Lyrics nachdenken. „Des Nordmanns Leid“, das erst durch die üppige Spieldauer so richtig seine epische Atmosphäre entwickelt, und das etwas mystische „Geisterboot“ sind die besten Tracks der Thüringer.

NIDHOEGG, oder auch NIDHØGG geschrieben, gehen eine Spur kräftiger und kantiger zu Werke. Der Baltic Viking Metal entpuppt sich als druckvoller Epic Viking Death Metal im Stile Amon Amarths oder Obscuritys. Bei dem Instrumental „Auf Vigrids Felde“ reagieren aber auch erst mal eine getragene Epik und eine tolle Melodie. Bei „Des Jarls Tod“ kommt die Dynamik mit kraftvollem Rhythmus und Wechseln zwischen Growls und Gekeife zum Vorschein. Die Melodielinie bleibt aber dem epischeren Pagan treu. Beim besten Song „Ravens In The Sky“ werden das Tempo und die Intensität nochmal angezogen. War bis dahin auch produktionstechnisch alles im grünen Bereich, sinkt dieser Status bei den letzten beiden Songs leider deutlich ab. „Jomsvikingar“ und „Till Death We Stand“ sind Live-Mitschnitte, deren Klangqualität leider unterste Schublade ist. Aus dem Soundbrei kann man eigentlich keine wirklichen Wertungsschlüsse ziehen. Das hätte man sich ruhig sparen können. Schade, dass hier nicht noch Studioversionen der Tracks Zugang fanden.

Beide Bands zeigen Potential, müssen sich aber natürlich auch noch steigern, um bei den Größen der Genres mitspielen zu können. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass man von DEN NORDISKE SJEL und NIDHØGG noch einiges hören wird. Für einen ersten Eindruck reicht diese Split-CD aus, die man übrigens für 10 Euro beim Label erwerben kann. Abgesehen von den Live-Tracks enthält sie ordentliches Pagan-Material.

Bewertung: 6 / 10

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