CD-Review: Fear My Thoughts - Vulcanus

  • Veröffentlichung: 2007
  • Label: Century Media
  • Spielart: Metalcore
Besetzung

Mathias Von Ockl – Gesang
Markus Ruf – Gitarre
Patrick Hagmann – Gitarre
Bartosz Wojciechowski – Bass
Norman Lonhard – Schlagzeug

Tracklist

01. Accompanied by Death
02. Blankness
03. Culture of Fear
04. Accelerate or Die
05. Stamp of Credence
06. Survival Scars
07. Vulcanus
08. Soul Consumer
09. Both Blood
10. Gates to Nowhere
11. Lost in Black
12. Wasteland


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FEAR MY THOUGHTS ist vielen seit dem 2005 veröffentlichtem Album „Hell Sweet Hell“ als Metalcore Band der neuen (verallgemeinerten) Schule bekannt. Doch sollte erwähnt werden, dass die Band bereits seit nun 9 Jahren existiert, und nicht immer so metallisch waren wie heute. „23“, das Debüt-Album, war ein sehr chaotisches Stück Hardcore, „Vitriol“, das zweite Album, schlug in dieselbe Richtung. Erst mit „The Great Collapse“ wurde das Fundament für das erste bekannte Album gelegt, Hardcore gemischt mit vielen typischen Metal Elementen. Die Evolution erreicht uns mit „Vulcanus“ schließlich im Jahre 2007.

Energisch und gleichzeitig sehr melodisch fällt der Einstieg in dieses Album aus. Doch genau in dem Moment als ich den ersten Satz schreibe, brettern mir tiefe Death Metal Growls entgegen, auf die Elektro-Elemente à la Mnemic folgen. Oh Mann, was geht hier ab? Zu allem Überfluss klingt das auch noch sehr gut, tolle Abwechslung und nie wirkt das Klangbild überladen, „Accompanied by Death“ ist sicherlich eines der Highlights von „Vulcanus“, das kann ich wohl vorweg nehmen. Wer bei der Beschreibung des ersten Tracks an das Götteralbum „Deaf To Our Prayers“ von Heaven Shall Burn denkt, der liegt da sicherlich nicht weit daneben, aber viel penetranter hält sich bei mir der Eindruck, dass das hier eine Art „Mnemic auf Melodic-Death-Trip“ sind, das hat Klasse, definitiv! Aber auch die bedachte Seite der Band kommt zum Vorschein, erstmals in „Culture of Fear“, welcher ein wirklich ruhiger, instrumental-betonter Track ist. Die Komposition als Ganzes ist hierbei sicherlich gelungen, wenn auch nicht innovativ oder gar neuartig in diesem Genre. Egal, es klingt toll, vor allem der melodische Gesang in der Mitte des Stückes bietet dem typischen melodischen Gesangsbild das krasse Gegenteil.

Für den Fall, dass ihr auch an groovenden Nummern Interesse habt – was ich ja mal stark hoffe – lege ich euch „Accelerate or Die“ ans Herz. Eine wunderbar verspielte aber genau so druckvolle Nummer die eigentlich alle Wünsche erfüllen kann. Tolles Schlagzeug-Intro (welches zwar nicht neu ist und in ca. 156 anderen Metal-Songs vorkommt), tolle melodische Parts und ein Wahnsinnsrefrain (Achtung: live ist der wohl hitverdächtig) runden das Bild zu meiner Zufriedenheit ab. „Survival Scars“ ist nun der erste Song, der wie vorhin angesprochen auch auf dem aktuellen HSB Album eine gute Figur machen würde, wie ähnlich sich die Bands hier klingen ist verblüffend. Blöd nur, dass HSB das ganze ein paar Monate früher aufgenommen hat. Ich möchte aber nicht sagen, dass man hier nur kopiert hat – nein, das mit Sicherheit nicht. Aber gewisse Ähnlichkeiten lassen sich einfach nicht von der Hand weisen.

Ein ganz anderes Bild bietet mir „Vulcanus“, der nun schon siebte Track. Wie schon Track #3 ist auch dieser hier betont instrumental gehalten. Bass und Schlagzeug sind die dominierenden Akteure, beides ergänzt den jeweils anderen nur zu gut, abgerundet wird der schön anzuhörende Song von einem knapp eine Minute langen Solo, das verspielt mit Effekten daher kommt. Aber als hätten wir nicht schon überdurchschnittlich viel Abwechslung erlebt, legt „Both Blood“ abermals nach und bietet ein erneut völlig anderes Soundbild. Einer der härtesten Tracks des Albums ist allerdings ein anderer, nämlich „Lost in Black“. Treibend und mit viel Energie geht es voran, nicht besonders Groove-betont, dafür wieder Death Metal Growls erster Skandinavien-Klasse.
Und als hätte ich es geahnt, begleitet „Wasteland“ sehr ruhig und bedacht das Album ans Ende ihrer letzten Tonspur. Dumme Beschreibung, keine Frage, aber mir fällt an dieser Stelle nichts Anderes ein, denn das Stück ist weder besonders gut noch schlecht genug um darüber herziehen zu können, aber das Outro muss ich ja fast erwähnen.

Die spontane Beschreibung die mir zu „Vulcanus“ einfällt, ist „Metalcore-HSB-Hybrid“. Den Trend mit dem Melodic Death Metal Geschäft (vor allem) in diesem Genre kann man nicht abstreiten, bzw. würde ich nicht in allen Fällen zulassen, dies als alleinigen Trend zu bezeichnen. FEAR MY THOUGHTS haben scheinbar die richtige Mischung gefunden und können über die volle Länge betrachtet (das sind übrigens 57 Minuten) klar zufriedene Minen zaubern. Solide!

Bewertung: 8 / 10

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