CD-Review: Skyclad - A Semblance Of Normality

Besetzung

Kevin Ridley - Gesang, Gitarre, Mandoline
Steve Ramsey - Gitarre, Hintergrundgesang
Georgina Biddle - Violine
Graeme English - Bass, Hintergrundgesang
Arron Walton - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. Intro (Pipes Solo)
02. Do They Mean Us?
03. A Good Day To Bury Bad News
04. Another Drinking Song
05. A Survival Campaign
06. The Song Of No-Involvement
07. The Parliament Of Fools
08. Ten Little Kingdoms
09. Like… A Ballad For The Dienchanted
10. Lightening The Load
11. NTRWB
12. Hybrid Blues
13. Outro (The Dissolution Of Parliament)


Nach dem Weggang von Martin Walkyier fragten sich nicht wenige, wie es nun mit Skyclad weitergehen würde. Immerhin verloren sie mit ihm ihren charismatischen Frontmann und Sänger, und ein solcher ist ja bekanntlich nie leicht zu ersetzen. Da die einfachste Lösung bekannterweise oft in unmittelbarer Nähe liegt, stellte sich einfach Gitarrist, Produzent und bisheriger Backgroundsänger Kevin Ridley auch noch als Leadsänger ans Mikro. Auch sonst hat sich bei den Briten einiges verändert, so ist „A Semblance Of Normality“ überraschend heavy, zudem hat man sich das Londoner Royal Philharmonic Orchestra mit ins Boot geholt.

Nach dem Dudelsackintro kommt mit „Do They Mean Us?“ noch ein recht Skyclad-typisches Stück mit fröhlicher Stimmung, aber trotzdem merkt man hier schon den Einfluss des LSO. „A Good Day To Bury Bad News“ dürfte einige dann gehörig überraschen, das Stück ist nämlich mit einer verdammt düsteren Stimmung ausgestattet und bekommt durch die Streicher des Orchesters noch zusätzlich einen dramatischen Anstrich. In den beiden eröffnenden Stücken fehlte der Folk-Anteil aber fast komplett, doch das wird bei „Another Drinking Song“ nachgeholt, das ist Skyclad pur und dürfte jeden alten Fan entzücken, bis mit „A Survival Campaign“ wieder ein solch düsterer und harter Song an der Reihe ist.

Nach den ersten vier Stücken kann man schon sagen, dass mit Martins Stimme ein ganz und gar nicht unwichtiger Teil der Band verloren gegangen ist. Kevin macht seine Sache zwar gut, aber manchmal wirkt er etwas eintönig und an manchen Stellen könnte man denken, dass er bei den Aufnahmen recht gelangweilt war.
Aber das ist nur manchmal so, beim „Parliament Of Fools“ zum Beispiel legt er eine echte Glanzleistung hin und lässt bei solchen Liedern seinen Vorgänger fast vergessen. Ist auch einer meiner Lieblingssongs auf der Scheibe, wohl auch da hier eine schöne, folkige Melodie umherschleicht und der Song live wohl alles wegrockt.
Dem Gesetz des Albums nach – erst typischer Song, dann was außergewöhnliches – ist „Ten Little Kingdoms“ etwas, was man so vorher von Skyclad auch noch nie gehört hat, und auch fast nicht aufs Album gekommen wäre. System Of A Down meets Destruction, oder so, könnte man das vielleicht nennen. Passt so gar nicht zur Band, aber die machen das sehr gut und das Lied macht mächtig Spaß.

Beim düsteren und bombastischen (ja, echt!) „Like… A Ballad For The Dienchanted“ hat wieder das Orchester seine Finger im Spiel, “Lightening The Load” ist ein Folkkracher erster Klasse, „NTRWB“ bringt gar einen Rock’n’Roll-Riff im Motörhead-Stil und „Hybrid Blues“ schlägt balladeske Töne an – auch bei den letzten vier Tracks ist also für mächtig Abwechslung gesorgt.
Auch wenn Kevin stellenweise einfach nicht an Martin rankommt und so ein wenig wichtiger Charme verloren geht, holen Skyclad sich diesen durch die teilweise absolut cool inszenierten und verrückten Lieder wieder zurück. Weniger Folk, mehr Heavyness und Härte, mehr Abwechslung und eine ganze Wagenladung voller Experimentierfreude. Es werden sich zwar einige der alten Fans an diesem Album stoßen können, doch „A Semblance Of Normality“ ist eben auch eine sehr mutige Scheibe. Da das Experiment meiner Meinung nach auch geglückt ist, sollte man nicht zögern, und sich selbst ein Bild von den neuen Skyclad machen.

Bewertung: 8 / 10

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