CD-Review: Wolf Spider - Kingdom Of Paranoia

Besetzung

Leszek Szpigiel - Gesang
Piotr Mankowski - Gitarre
Dariusz Popowicz - Gitarre
Mariusz Przybylski - Bass
Tomasz Goehs - Schlagzeug

Tracklist

01. Manifestants
02. Pain
03. Black'n'Whites
04. Foxes
05.Waiting For The Sense
06. Desert
07. Sickened Nation
08. Nasty-Ment
09. Survive
10. Weakness


WOLF SPIDER waren eine polnische Thrash Metal Kapelle, die sich 1985 in Poznañ zusammentat. Sie unterschrieben bei Under One Flag (Tochterfirma von Music For Nations) und brachten vier komplette Alben raus, bevor sie sich 1991 auflösten. In Polen ist die Band auch unter dem Namen Wilczy Pajak bekannt. Vocalist Leszek Szpigiel trat später bei der deutschen Heavy Metal Band Scanner ein und Drummer Tomasz Goehs verkloppte seinen Kit bei der polnischen Kultband Turbo weiter.

1990 brachten sie wohl ihr Meisterstück raus, „Kingdom Of Paranoia“. Ein wirklich sehr abwechslungsreiches Album und auch noch in einer, für damalige Verhältnisse, ziemlich guten Soundqualität. Ab und zu erinnert mich der Sound ein bisschen an die „Piece Of Time“ von Atheist, nur die Stimme ist etwas anders – erinnert eher an Philip Boa.Wenn man dann diese königlich-paranoide Scheibe einlegt, säuseln erst einmal liebliche Melodien von Akustikgitarren ein zartes Liedchen – allerdings auch nur ca. 40 Sekunden lang, denn dann gehts los. Im untypischen Thrashgewand bewegt sich die Wolfsspinne auf uns zu und der Kopf bewegt sich plötzlich von ganz allein. Allein der Chorus, bei dem mehrstimmig „Revolutioooon“ gegröhlt wird, ist einfach Balsam für jedes Thrasherherz. Auch das Solo im ersten Song mag wirklich gut zu gefallen. Erinnert vielleicht auch ein wenig an Testament, um euch mal total zu verwirren.
Titel 2, „Pain“, fängt gleich mit groovenden Riffs an und lässt einen nicht wirklich zu einer Pause kommen. Auch wenn der Titel an sich ein recht langsames Stück ist, weiß es sehr gut zu gefallen.“Sickened Nation“ erinnert mich vom Anfangsriff an einen Song einer anderen Band. Ich komm aber nicht drauf wie er heißt. Auf jeden Fall rockt der Song wie Sau. Mein absoluter Anspieltipp! Wirklich fiese Riffs und ein Sänger, der wunderbar mit der Stimme variiert, so muss es sein.“Weakness“, der letzte Song, beginnt wieder ganz zart und man möchte am liebsten mitschnunkeln. Irgendwie eine härtere Variante von Led Zeppelin, sehr feine Sache fürs Ohr. Was dazu kommt ist, dass man echt nicht weiß, ob da nun eine Frau mitsingt oder nicht – ich tipp mal auf’s zweite. Nach diesem wirklich imposanten Intro gehts dann ins typische Thrashriffing über, um dann aber nur wieder in einer Groove-Granate zu enden.

Mein weiß eigentlich nie genau, was bei WOLF SPIDER als nächstes passiert, und das ist das wunderbare an dieser Band. Einige Bands könnten sich von dieser nun schon 14 Jahre alten Scheibe doch noch was abschauen – abschauen, nicht kopieren.
Jedem der Voodoocult, alte Pantera oder Kat mag, kann ich diese Scheibe nur empfehlen.

Bewertung: 7.5 / 10

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