Dragged Under Upright Animals Coverartwork

Review Dragged Under – Upright Animals

Rise Against sind weich geworden, The Offspring müde und zahm und Architects setzen statt magischer Atmosphäre immer mehr auf poppige Melodien. Schwere Zeiten für Punkrock-, Melodic- und Post-Hardcore-Fans von großen Bands. Wenn die alten Alben durchweg spannender, energiegeladener und stärker sind als die neuen und oft mainstreamlastigen Veröffentlichungen, lechzen die hungrigen Hörer nach neuem, aufregendem Stoff. DRAGGED UNDER wollen genau diese Lücke mit ihrem zweiten Album „Upright Animals“ füllen. Ganz im Gegensatz zum nach unten zeigenden Trend auf dem Coverartwork steigen die Aktien der fünfköpfigen Band aus Seattle gerade stark an.

Mit dem eröffnenden Titeltrack zeigen DRAGGED UNDER die Weiterentwicklung und allgemeine Ausrichtung ihres Sounds repräsentativ auf: Direkter Uptempo-Punkrock mit Melodic-Hardcore- und Alternative-Metal-Schlagseite ohne viel Brimborium, dafür aber mit massig Energie drückt kraftvoll aus den Boxen. „All Of Us“ zeigt noch mehr von der Bandbreite Amerikaner, hier drücken sie noch mehr aufs Gaspedal und erfreuen mit einer tiefen, brachialen Headbang-Passage. Der gefühlvoll gesungene Refrain erinnert vom Gesangsstil her an neuere Werke von In Flames, wobei der Alternative-Anstich zu DRAGGED UNDER wesentlich besser passt – ein schönes Kontrast zu den Screams in den Strophen. Die Refrains sind sowieso eines der Highlights der Scheibe, sind sie doch meist sehr catchy und lassen sich gut mitsingen.

„Never Enough“ geht ganz weit zurück in die 90er und zeigt deutliche Einflüsse von damaligen Pop-Punkrock-Größen wie Sum-41 oder Blink-182, das zu seichte „No Place Like Home“ mit etwas zu vielen „Ohohoh’s“ treibt das poppig-fluffige High-School-Element sogar noch weiter. Zumeist klingen DRAGGED UNDER aber sehr erwachsen. „Crooked Halos“ ist ein emotional aufgeladenes, schweres Stück mit der einnehmenden Atmosphäre, die Architects früher so stark in ihren Songs vertreten hatten. „Long Live The King“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und macht den modernen Metal-Einschlag des Albums noch etwas deutlicher: Die schweren Riffs und ein schneidiges Gitarrensolo machen sich inmitten der Punkrock-Attitüde ganz prächtig.

„Upright Animals“ begeistert im weiteren Verlauf mit einer bunten Mischung all der aufgeführten Elemente, Einflüsse und Stile. Das Zweitwerk DRAGGED UNDER ist abwechslungsreich geraten und macht über die gesamte Laufzeit Spaß, vor allem auch, weil sich die Truppe überaus energiegeladen präsentiert. Dass das Album die Hörer emotional in seinen Bann zieht, liegt neben dem tollen Songwriting mit starken Melodien und eingängigen Refrains zu einem großen Teil auch an Sänger Anthony Cappocchi – er klingt in vielen Momentan nicht nur stark nach Jared Leto, sondern beweist von Klargesang bis hin zu Screams eine große gesangliche Bandbreite. Zusammen mit der sehr klaren und druckvollen Produktion macht das „Upright Animals“ zu einer unbedingten Empfehlung für alle, die sich eine Mischung aus den erwähnten Bands vorstellen können. Mit DRAGGED UNDER ist in Zukunft auf jeden Fall zu rechnen!

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Wertung: 8 / 10

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