Das Cover von "Heart Set Stone" von Mantic Ritual

Review Mantic Ritual – Heart Set Stone (EP)

  • Label: M-Theory Audio
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Thrash Metal

Vor 13 Jahren veröffentlichten MANTIC RITUAL mit „Executioner“ eines der bis heute besten Alben der jungen Thrash-Bewegung – obendrein beim Label-Riesen Nuclear Blast. Was eine der größten Erfolgsgeschichten des Metal hätte werden können, kam leider jäh zum Stillstand: Die Truppe implodierte nur drei Jahre später, weil plötzlich jedes ihrer Mitglieder etwas anderes zu wollen schien. Zwei von vier Ur-Mitgliedern mischten noch kurzfristig bei Warbringer mit, aber MANTIC RITUAL waren Geschichte. 2020 passierte dann das Unglaubliche und die Burschen aus Pittsburgh vermeldeten tatsächlich ihre Reunion in fast intakter Originalbesetzung. Einzig Adam Haritan ist nicht mehr mit dabei, weshalb ihre neue EP „Heart Set Stone“ von Warbringer-Schlagzeuger Carlos Cruz eingetrommelt wurde.

Nicht zuletzt weil MANTIC RITUAL auf ihrem gefeierten Debüt edelste Riffs im Spannungsfeld aus thrashiger Aggression und der Coolness der NWOBHM gepaart mit jugendlicher Wildheit auffuhren, mochte man der Truppe eine Nähe zu Metallica auf „Kill ‚Em All“ attestieren. Auch auf „Heart Set Stone“ ist noch spürbar, woher dieser Vergleich rührt: In den drei Songs aus eigener Feder kombiniert die Mannschaft noch immer starkes Riffing aus der Diamond-Head-Schule mit der Wildheit des frühen Speed und Thrash Metal – und da Frontmann Dan Wetmore heute mehr denn je wie der junge James Hetfield klingt, drängt sich die Referenz geradezu auf.

Gitarrensound und Produktion tun auf „Heart Set Stone“ ihr Übriges: Die neue EP aus dem Hause MANTIC RITUAL kommt in Vinyl-typischem, erdigem Klanggewand daher und so lässt ein Song wie „Crusader“ sofort an die erste Platte von Hetfield und Co. denken – insbesondere der Titeltrack klingt dank absolut authentischer Riffs wie ein verschollenes Metallica-Demo. Größtes Markenzeichen der Band waren schon immer ihre irrwitzigen Leadgitarren und hier punkten die Amis einmal mehr auf ganzer Linie, denn „Heart Set Stone“ ist voll von schneidigen Gitarrensoli, die stets beeindrucken und doch nie zum reinem Selbstzweck verkommen.

Was die Coverversionen auf „Heart Set Stone“ angeht, sticht vor allem „Black Funeral“ hervor. Wie übrigens auch einst Metallica haben MANTIC RITUAL sich hier eine Mercyful-Fate-Nummer vorgenommen – anders als sein Vorbild James Hetfield versucht sich Mr. Wetmore auch an den King-typischen Screams und das mit Erfolg, was durchaus Respekt verdient. Der Razor-Song „Cross Me Fool“ macht sich in der hier aufgenommenen Version ebenfalls gut. Einzig das GBH-Cover „Race Against Time“ passt in seiner Einfachheit nicht wirklich zu dieser Band, was bei einem Punksong aber wohl in der Natur der Sache liegt.

„Heart Set Stone“ lässt keinen Zweifel daran, dass MANTIC RITUAL ihr Handwerk nach wie vor beherrschen. So sehr wie das Debüt vermag diese EP dennoch nicht umzuhauen, was einerseits sicher daran liegt, dass man es hier mit lediglich drei neuen Songs des Quartetts zu tun hat. Andererseits hat die Konkurrenz in den letzten 13 Jahren auch nicht geschlafen und etliche hochwertige Thrash-Alben produziert, weshalb MANTIC RITUAL schon lange nicht mehr einsame Spitze sind. Umso spannender ist es, zu erfahren, wohin der Weg dieser Band noch führt, weshalb hoffentlich bald ein weiteres volles Album der Truppe folgt.

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