Interview mit Jarkko Ahola und Arto Järvinen von Teräsbetoni

In ihrer Heimat Finnland sind TERÄSBETONI mit ihrem Debütalbum „Metallitotuus“ quasi über Nacht zu Superstars geworden. Grund genug, mit Sänger Jarkko Ahola und Gitarrist Arto Järvinen zu sprechen.

English original…

Hi! Wie geht es euch, seid ihr momentan gestresst?
Järvinen : Hallo! Gestresst nicht, aber beschäftigt!
Ahola : Hail! Ja, in der letzten Zeit waren wir sehr beschäftigt, aber wir schaffen das, weil wir 100% hinter dem stehen, was wir machen.

TERÄSBETONI ist eine noch recht junge Band. Könnt ihr mir etwas über die Entstehung und Intention der Band sagen?
Ahola : Gut, wir kämpfen nun seit drei Jahren für unsere Musik, also denke ich dass wir nicht so neu sind, aber unsere CD hat uns natürlich einem größeren Publikum zugängig gemacht. Unsere Geschichte begann, als Järvinen, Rantanen und ich uns zufällig in einer Bar getroffen haben und wir angefangen haben, über Musik zu reden und wie sie klingen müsste. Wir haben recht bald gemerkt, dass wir zusammen spielen sollten! Unsere Intention ist, die Wurzeln des Heavy Metal zu ehren und ihn zu den Menschen zurückzubringen… Und wie es scheint, haben die Leute genau darauf gewartet, zumindest hier in Finnland.

Zwar eine Standardfrage, aber was bedeutet „Teräsbetoni“?
Ahola : It means steel concrete or re-enforced concrete. That is a basic element of houses that will last for years and years.
Järvinen : And in Deutsche it’s “Stahlbeton“!
(Anm. d. Red:: Aus Gründen des Kultfaktors musste ich das im Originalton lassen ;))

Am 25. Juli wird euer Album „Metallitotuus“ in Deutschland veröffentlicht und im August spielt ihr beim Wacken Open Air. Was erwartest du vom Festival, den deutschen Fans und euerem Erfolg hier?
Järvinen : Das Festival wird auf jeden Fall Teräsbetoni-mäßig Arsch treten! Ich habe erst kürzlich mit Daniel Zimmermann über die deutschen Metalfans geredet und er hat mir gesagt, dass wenn wir unsere erste Show vermasseln, wir keine zweite Chance haben werden, sie zu überzeugen! Ich glaube daran, dass unsere Sprache kein Problem sein wird, und wenn wir auch nur eine Handvoll deutsche Metal Warrior überzeugen können, haben wir gewonnen!

Warum habt ihr alle Texte komplett in finnisch geschrieben? Ich meine, es ist großartig, wenn eine Band in ihrer Muttersprache singt, aber habt ihr nicht ein bisschen Angst davor, es in anderen Ländern schwerer zu haben, weil die Leute euch nicht verstehen?
Ahola : Eine unserer ersten Hauptideen war, in finnisch zu singen, weil niemals jemand zuvor True Heavy Metal in finnisch gesungen hat. Wir haben vor gar nichts Angst!

In Finnland war euer Album auf dem dritten Platz der Albumcharts und euere Single „Taivas Lyö Tulta“ war sogar ganz oben in den Singlecharts. Was denkt ihr über diesen schnellen Erfolg, wart ihr sehr überrascht von den hohen Platzierungen?
Järvinen : Wir wussten schon als wir angefangen haben, dass wir etwas in der Hand haben, für mich kam es aber trotzdem überraschend, dass die Veröffentlichungen derart erfolgreich wurden.
Ahola : Wir hatten schon viele Fans, bevor wir den Plattenvertrag unterschrieben haben, wir wussten also, dass unsere Musik nicht unbemerkt bleiben würde. Es ist großartig, dass wir zum Beispiel auch in Deutschland oder Russland gefragt sind.

Ihr werdet oft „die finnischen Manowar“ genannt. Was denkt ihr über diesen Vergleich?
Ahola : Es ist eine Ehre. Ich liebe die Musik von Manowar und sie hat mich viele, viele Jahre lang inspiriert. Auf der anderen Seite hat unsere Musik begonnen, ihren eigenen Weg zu gehen, so oft bekommen wir diesen Vergleich also gar nicht mehr zu hören.

Meiner Meinung nach habt ihr auch ein paar wenige Moonsorrow-mäßige Pagan-Einflüsse in eueren Melodien. Mögt ihr Viking / Pagan Metal Bands und die Szene?
Järvinen : Wir haben Mr. Rantanen, der mit seinem Aussehen die Wikinger repräsentiert, das ist genug für mich.
Ahola : In meinem Fall ist die Antwort nein.

Um ehrlich zu sein, das Cover euerer CD ist schon recht belustigend. Es erinnert mich ein bisschen an das Frontbild einer Boygroup-CD, außer dem ganzen Blut und den Waffen, hehe. Warum habt ihr euch für ein Bandfoto als Cover entschieden?
Ahola : Die Plattenfirmen haben da natürlich auch ein Wort mitzusprechen. Ich finde das Cover ist gut und es steht auch für unsere Musik… Und weißt du, außerdem sind fast all die Rockbands Boygroups. Ich denke, unser zweites Cover wird besser werden.

Wie ist der Vertrag mit Warner Music entstanden? Für eine finnische Metalband ist es etwas ungewöhnlich, gleich mit dem ersten Album bei einem Major zu sein, normalerweise holen sich Spinefarm alle talentierten Metalbands.
Ahola : Unsere Band ist in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme und das ist eine davon. Warner hat das Geld, wir haben die Musik. Ich bin mir nicht sicher, was Spinefarm hat…

Mit welcher Band würdet ihr wirklich gerne zusammenspielen?
Ahola : Ich würde natürlich gerne mit Manowar auftreten. Ebenso mit Ronnie James Dio und Glenn Hughes, meine beiden Lieblingssänger!

Ihr spielt im Sommer auf sehr vielen Festivals in Finnland. Werdet ihr das Album auch mit einer Tour promoten?
Järvinen : Wir haben nicht die Zeit für eine Tour, da wir eh schon die ganze Zeit unterwegs sind!

Tretet ihr live mit Waffen, Blut und sowas auf?
Järvinen : Wir konzentrieren uns vor allem auf die Power der Musik und die Atmosphäre, die unsere Show auf das Publikum hat.

Euere Internetseite www.tersabetoni.com ist fast komplett in finnisch. Wird es da auch bald eine komplette englische Version geben?
Järvinen
: Nicht in der nächsten Zeit, denke ich. Wir sind nach wie vor eine sehr Finnland-orientierte Band, wir hatten nicht mal drüber nachgedacht ob unser Album in Deutschland oder sonst wo veröffentlicht wird. Das dürfte erklären, warum es kaum Infos über Teräsbetoni in englisch gibt.

Benutzt ihr das Internet und lest ihr Onlinemagazine?
Ahola : Ich habe nicht allzu viel Zeit dafür, würde aber gerne!

Zum Schluss noch unser traditionelles Wortspiel… Was denkt ihr über die folgenden Begriffe…
MP3
: Musik auf kleinem Raum – sehr praktisch!
Politik in Musik : Suckt normalerweise, ist manchmal aber nötig. Unterschätze nie die Macht von Musik!
Krieg : Besser in Musik und Kunst als im richtigen Leben.
Nordische Mythologie : Sehr interessantes Thema, habe schon öfter darüber gelesen.
Ensiferum : …
Nightwish : Eine großartige Band, die den Weg für viele weitere geebnet hat.
Sentenced : Ruhe in Frieden (sehr bald!)
True Metal Klischees : Es gibt keinen Metal ohne Klischees!
Metal1.info : Macht weiter mit der guten Arbeit! Metal regiert!

Danke für euere Zeit. Wenn ihr den Metal1.info-Lesern und den deutschen Metalheads noch etwas sagen wollt, dann jetzt!
Gebt niemals auf! Seid ihr selbst und hört unsere Musik. Ihr werdet sie lieben!

Geschrieben am von Metal1.info

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