Interview mit Liam Wilson von The Dillinger Escape Plan

Drei Jahre ist es her, dass THE DILLINGER ESCAPE PLAN mit „Option Paralysis“ ein wahres Meisterstück extremen Metals veröffentlichten. Nun kam mit „One Of Us Is The Killer“ der Nachfolger in den Läden und konnte sich direkt unseren „Album des Monats“-Award sichern. Mit Bassist Liam Wilson sprachen wir unter anderem über den Entstehungsprozess des zweiten Albums mit beständigem Lineup und den Wechsel auf der Position des Live-Gitarristen – und lösten nebenbei das Rätsel, wer nun eigentlich der Killer ist …

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Hallo und danke, dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast! Wie geht es dir?
Mir ging es nie besser, danke der Nachfrage!

Euer neues Album, „One Of Us Is The Killer“, wurde unlängst veröffentlicht – Gratulation dazu, nebenbei bemerkt.
Danke!

Wie fühlt es sich an, das Album endlich veröffentlicht zu haben?
Es ist großartig: einerseits eine große Erleichterung, aber auch ein gesunder Druck, dem Album jetzt gerecht zu werden. Jedes Album – die Entstehungszeit und die Veröffentlichung – stellt einen Meilenstein in meinem persönlichen Leben sowie in der Geschichte dieser Band dar. Es ist einfach toll, zurückzublicken und zu sehen, wie weit wir gekommen sind, welche Hindernisse wir überwunden haben, welche Auszeichnungen wir erhalten haben – unsere Veröffentlichungen sind ein Zeugnis von alledem und noch viel mehr.
Ich fühle mich, als hätten wir alle zusammen unsere vollen kreativen „Datenspeicher“ formatiert – jetzt sind wir bereits dabei, das darauf zu speichern und in uns aufzusaugen, was in der Veröffentlichung des nächsten Albums enden wird. Das ist sehr erfrischend.

liamIst für dich ein Veröffentlichungstermin also immer noch ein besonderer Tag, oder ist es eher so, dass du ein Album als abgeschlossen ansiehst, wenn die fertig gemasterte Version auf deiner Festplatte liegt?
Der Entstehungsprozess ist so umfassend, von den ersten Demos über Rohversionen, ungemasterte Versionen und gemasterte Versionen … man könnte es fast mit einer Schwangerschaft vergleichen. Du musst dir überlegen, wie lange die „Empfängnis“ her ist – von da an gibt es jede Menge kleine Schritte, die man feiern kann.
Das fertig gemasterte Album vorliegen zu haben, ist sicher ein weiterer Höhepunkt, aber selbiges gilt auch für den Tag, an dem die erste Single erscheint. Und natürlich erst recht für den Tag, an dem das Album offiziell der ganzen Hörerschaft zugänglich gemacht wird. Aber zugegebenermaßen genieße ich das eher, weil ich mich für die anderen freue als für mich selbst.

Habt ihr schon Pressefeedback bekommen, und wenn ja: gibt es Aspekte des Albums, die häufig gelobt oder kritisiert wurden?
Das Feedback war bisher überwältigend gut. Ich persönlich habe sehr viel positives Feedback auf das Bassspiel und den Mix des Basses auf dem Album bekommen, was mich natürlich sehr freut und stolz macht. Ich hatte bisher oft das Gefühl, dass die Rolle, die ich live spiele, nicht immer adäquat auf Platte übertragen wurde – insofern war das etwas, worauf wir dieses Mal während des Songwritings, Recordings und Mixes besonders geachtet haben. Ich suche mir aber keine Reviews oder erfrage Meinungen. Mir reicht eigentlich das Feedback von Leuten, denen ich zutraue, dass sie mir eine ehrliche Meinung sagen.
Ich sehe das nicht als egoistisch, so sehr wie ich mich an der Freude unserer Fans erfreue – aber am Ende des Tages mache ich das alles für mich und um selbst mit dem zufrieden zu sein, was ich geschaffen habe. Die Tatsache, dass die Leute das auch mögen, ist für mich ein Bonus. Wenn ich mich dem Drachen stellen und zu viel lesen würde, würde ich vielleicht auf die eine oder andere Art von etwas beeinflussen lassen, was eigentlich keine Rolle spielen sollte. Ich habe ein paar Reviews gelesen, die objektive Kritik beinhalteten, die ich auch für gerechtfertigt halte … aber nochmal: ich lasse mich in diesem Netz nicht fangen. Du weißt ja, wie das ist: Meinungen sind wie Arschlöcher – jeder hat eines.

Ich persönlich finde, dass „One Of Us Is The Killer“ in sich geschlossener klingt als „Option Paralysis“: Während „Option Paralysis“ sehr experimentell und vielseitig war und einige wirklcih unerwartete Wendungen hatte, die das Album mitunter sehr spontan klingen lassen, wirkt „One Of Us Is The Killer“ strukturierter und durchdachter auf mich. Würdest du dieser Interpretation zustimmen?
Ja, auf jeden Fall. Ich denke, das rührt daher, dass wir uns mittlerweile alle viel besser kennen als beim letzten Mal. Als wir „Option Paralysis“ geschrieben haben, waren wir grade erst in der Kennenlernphase mit Billy (Rymer, Schlagzeug, A.d.Red.) und das Verhältnis zu Jeff (Tuttle, Gitarre, A.d.Red.) war in der Band noch ein ganz anderes. Die Songs für wurden live geschrieben und geprobt und einige von ihnen waren adoptierte „Waisenkinder“ aus anderen Projekten, an denen Ben vorher gearbeitet hatte, die am Ende in die Platte eingearbeitet wurden.
Dieses Mal arbeiteten wir fokussierter, jeder Song wurde im Hinblick auf DILLINGER geschrieben und überraschenderweise mit deutlich weniger gemeinsamen Proben als Band. Viel eher war es dieses Mal eine Art satellitenhafte Zusammenarbeit, bei der viel Zeit damit verbracht wurde, Ideen alleine in einem Vakuum auszuarbeiten, Demos hin und her zu schicken und vor allem, den anderen zu vertrauen, eine bessere Performance abzuliefern als je zuvor.
Es wird auf verschiedene Arten mit jeder Aufnahme einfacher, wir haben weniger Hemmungen und wir haben unsere Fans bereits so weit gebracht, dass eigentlich alles möglich ist, ohne die unausgesprochene Vereinbarung, was THE DILLINGER ESCAPE PLAN ist und was nicht, zu brechen. Natürlich gibt es immer noch unerwartete Wendungen und eine Menge Kontraste schaffender Dynamiken, aber wo diese platziert sind und wie sich die Tracklist am Ende zusammensetzt, ist sehr durchdacht.

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War dieses „Kalkulierte“ also ein bewusstes Ziel für dieses Album, oder eine natürliche Entwicklung?
Nein, eine konkrete Idee war das nicht … wir hatten kein Konzept oder Ziel, so zu sagen. Ich denke, eine Entwicklung wie diese kommt ganz von alleine, einfach, weil wir alle als Individuen danach streben. Wenn wir dann Songs schreiben, überlappt das und ergänzt sich in einer sehr natürlichen, organischen Weise. Natürlich gibt es den Prozess begleitende Gespräche zwischen den Aufnahmen auf Tour – über Dinge, die uns inspirieren, Dinge, die wir geloben, anders zu machen oder besser … weil wir wissen, dass wir bereits bewiesen haben, was wir mit x, y oder z beweisen wollten – sei das nun etwas bezüglich eines bestimmten Instrumentes oder Struktur, eines Mixes, einer Marketing-Idee oder was auch immer.

Du hast das Thema Songwriting ja bereits angeschnitten. Könntest du uns die Entstehung eines typischen Songs von THE DILLINGER ESCAPE PLAN kurz umreißen?
Typischerweise beginnt die Entstehung eines Songs mit einer Idee von Ben oder Billy, also mit etwas, das sie auf ihrem Instrument oder so geschrieben haben. Sie treffen sich dann normalerweise und arbeiten die Strukturen, Übergänge und Tempi aus. Dann kommen Greg und Ich dazu, tun unsere Meinung zu alledem kund und machen Vorschläge hinsichtlich der Strukturen oder wie oft welcher Teil gespielt wird, steuern ein paar rhythmische oder sonstige Ideen bei. Wir gehen alle heim, arbeiten an dem Material, nehmen Demo-Aufnahmen von allem auf und zeigen uns das alles via Dropbox. Ben und Billy bauen so zu sagen das Haus und Greg und ich übernehmen die Rolle von Innenarchitekten, die die Wandfarbe und Möbel aussuchen, um das Haus zu einem warmen Ort zu machen, den wir alle dann zu Hause nennen können.

Ich vermute, dass ihr bereits einige der Songs live gespielt habe – welche?
„Prancer“, „When I Lost My Bet“, und „One Of Us Is The Killer“ haben wir schon live gespielt. Wir proben auch schon einige weitere für die kommenden Touren – ich denke mal, „Nothings Funny“, „Hero Of The Soviet Union“ … und vielleicht „Understanding Decay“ oder „Crossbearer“ werden als nächstes ihren Weg in die Setlist finden.

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Gibt es Unterschiede zwischen dem alten Material und dem neuen, hinsichtlich der Publikumreaktionen? Funktioniert das Material live gut?
Im derzeitigen Set funktionieren die neuen Songs sehr gut – die Reaktionen waren von Anfang an elektrisierend, aber nochmal exponentiell besser, seit das Album draußen ist – der Release war ja in der Mitte der letzten Tour. Bei älteren Songs wirken die Fans, die uns schon gesehen haben und/oder die Songs über die Jahre unzählige Male daheim und auf Shows gehört haben, weniger mit dem Geschehen auf der Bühne verbunden. Das ermöglicht ein befreiendes Live-Erlebnis, bei dem sie sich selbst mehr gehen lassen können. Wenn das Publikum Songs hört, die sie bisher noch nicht live gesehen haben und die sie nicht schon auswendig kennen, sorgt das normalerweise für eine aufmerksame „Reh im Scheinwerferlicht“-Reaktion, wie man sie auf Neues und Unbekanntes oft zeigt.

Gibt es Songs auf dem Album, die nicht dafür geschrieben wurden, live gespielt zu werden, oder werdet ihr irgendwann alle Songs mal auf die Bühne bringen?
Wir schreiben unser Material immer mit der Intention, alles auch live darbieten zu können – ob wir das dann auch wirklich machen, ist nie eine bewusste Entscheidung. Es ist immer schwer, wenn du typischerweise nur eine Stunde Spielzeit zur Verfügung hast – aber nach über 90 Minuten werden mir selbst sogar meine Lieblingsbands langweilig. Wir geben wirklich alles bei jeder Show – und können gut damit leben, dass die Fans noch mehr wollen, wenn wir physisch nichts mehr zu bieten haben. Das ist auch einer der Gründe, warum wir keine langen Alben schreiben oder viele Zugaben spielen. Wenn du eine Setliste zusammenstellen musst, die den Fans gefällt und die dir zu Spielen Spaß macht, mit einem guten Mix aus neuen und alten Songs, ergibt es manchmal einfach keinen Sinn, bestimmte Songs zu spielen: Sie finden einfach keinen Platz oder würden den Fluss des Sets zerstören; oder wir müssten andere Songs herausnehmen, die einen festen Platz in unserem Set gefunden haben. Ich denke, eventuell werden wir einige alte Songs wiederbeleben, vielleicht führen wir dafür sogar Abstimmungen unter den Fans für bestimmte Shows durch, um mal wieder Material zu spielen, das wir sonst nicht spielen… wer weiß?

Wo wir schon die ganze Zeit vom live spielen reden: Ihr kommt im Herbst ja auch wieder zurück nach Europa – was erwartest du dir von der Tour?
Ich habe keine irgendgearteten Erwartungen, zumindest keine besonderen. Ich erwarte ein größeres, oder zumindest noch fanatischeres Publikum, nachdem das Album jetzt so erfolgreich veröffentlicht ist. Ich freue mich darauf, in Kroatien zu spielen, dort haben wir bislang nicht gespielt. Außerdem freue ich mich besonders darauf, in einigen der Städte zu spielen, in deren Nähe wir kürzlich Shows und Festivals absagen mussten.

Kannst du uns schon verraten, wer auf der Tour als Support mit dabei sein wird?
All das versuchen wir grade noch fix zu machen.

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Gibt es bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Ländern, in denen ihr auftretet, was die Reaktionen der Fans und deren Verhalten bei euren Shows angeht? Viele Metal-Bands sagen ja, dass die euphorischsten Fans in Südamerika leben, während die Deutschen beispielsweise bei Konzerten oft nur mit verschränkten Armen da stehen …
Ich dachte eine Zeit lang, ich hätte bestimmte Zuhörerschaften verstanden und könnte Fans basierend auf Geographie oder einem anderen Aspekt stereotypisieren. Aber die Realität sieht anders aus: Leute, Orte und Dinge sind in stetem Wandel und ständigem Fluss.
Städte, wo wir die wildesten Fans erlebt hatten, die uns fast schon gebissen haben, können schon beim nächsten Mal in einer anderen Location ruhig und mit respektvoller Distanz agieren.
Da gibt es so viele Variablen, angefangen von Absperrungen über Bühnenhöhe, Sichtlinie und die Qualität der PA bis hin zu dem Punkt, welche Band uns supportet oder wen wir grade supporten. Es gibt ein paar relativ fix erscheinende Konstanten wie bestimmte kulturelle Normen in bestimmten Ländern und zwischen manchen Städten im gleichen Land – aber was die Reaktion des Publikums angeht, glaube ich gibt es keinen allgemeingültigen Weg der Kategorisierung, weil sich die Leute über die Jahre nicht immer gleich verhalten und alles durch Phänomene wie Youtube homogenisiert wird: Heute können Fans in Kuala Lumpur ein Video einer wilden Show in einer kleinen Location in Los Angeles anschauen – wenn wir das erste Mal dort hinkommen, wissen die Leute also auch ohne uns vorher gesehen zu haben, wie sie die Live-Erfahrung gestalten wollen – in Anlehnung an etwas, das sie sonst vielleicht gar nicht gekannt hätten. Und meistens machen sie das bemerkenswert gut.

Euer bisheriger Live-Gitarrist Jeff hat die Band ja unlängst verlassen. Was war eure Reaktion auf diese Begebenheit und kannst du uns etwas über seinen Nachfolger berichten?
Nachdem wir schon so viele Lineupwechsel durchgemacht haben, haben wir gelernt, uns sehr schnell und einfach auf diese Situation einzustellen – genauso, wie wir in der Lage sind, weiter zu machen und uns von Umständen frei zu machen, die außerhalb unserer Macht liegen. Ich denke, wir sind alt und erfahren genug, die meisten unserer ehemaligen Mitglieder auch nach ihrem Ausscheiden „in der Familie“ zu halten, um es so auszudrücken. Jeffs Entscheidung kam ein wenig überraschend für uns, aber als er uns erklärt hat, was er dabei gedacht und gefühlt hat und was er mit seinem Leben im Moment anfangen will, haben wir das verstanden und ihm nur das Beste für seinen Weg gewünscht.
Wir haben ihn tatsächlich erst letztes Wochenende in Detroit getroffen – da machte es den Anschein, dass er sehr glücklich damit ist, was er dort derzeit tut und wir wünschen ihm natürlich auch weiterhin nur das Beste. James Love war von 2004 bis 2006 Brian Benoit’s Ersatz auf der Live-Gitarristen-Position. James hat die Band in einer turbulenten Phase verlassen, als der Stress in der Band etwas zu viel für ihn geworden war. Jeff kam dann 2008 als Ersatz für James und als dauerhafter Ersatz für Brian und wie schon vorweggenommen, hat er uns 2012 den Rücken gekehrt.
Jetzt ist James dauerhaft zurück und wir sind sehr glücklich darüber. Er ist ein großartiger Gitarrist mit der richtigen Attitüde und dem richtigen Gefühl, das es braucht, um in dieser Band zu überleben und zu gedeihen.
Im Endeffekt gibt es eine Menge Leute, mit denen ich die Stunde auf der Bühne verbringen könnte – aber was ist mit den anderen 23 Stunden? Wenn du in diesen 23 Stunden eine Bindung zu einer Person in deiner Band hast, ist diese eine, entscheidende Stunde deutlich intensiver und wirkt authentischer. Wie gesagt, das ganze ist eine Familiengeschichte und James war und wird wohl auch immer ein Teil der DEP-Familie sein – insofern war es eine einfache Entscheidung, ihn zu fragen, ob er zurück in die Band kommen mag.

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Mit dieser Menge Besetzungswechseln in den letzten Jahren, könnte ich mir vorstellen, dass es schwer ist, sich als „Band“ im Sinne einer Gruppe von Leuten, die sich mit den gleichen Leuten weiterentwickelt, zu fühlen. Dieses Mal hattet ihr zum ersten Mal für zwei Alben hintereinander das selbe Lineup – wie fühlt sich das an?
Es fühlt sich deutlich stabiler an und das ganze Rezept kann viel länger ziehen, wenn die Leute die gleichen beleiben und wir als Leute und Musiker zusammen etwas daran ändern können. Das ist schon etwas anderes, als einfach jemanden von außerhalb des Kreises heranzuziehen.
Je besser wir uns kennen und mit den Stärken der anderen spielen, desto besser laufen die Sachen sowohl auf persönlicher Ebene als auch in kreativer Hinsicht. Ich denke nicht, dass wir dieses letzte Album so hätten schreiben können oder dass es so geworden wäre, wenn wir in dieser Zeit einen Wechsel im zentralen Bandgefüge gehabt hätten. Das Momentum und eine gemeinsame Vision sind defintiv ein wichtige Faktoren in dieser Welt und beides ist hart zu erreichen, wenn bestimmte Positionen Drehtüren sind.

Die Special-Edition der CD hat ja eine silberne Beschichtung, die man wie ein Rubbellos abkratzen kann – eine nette Idee! Seid ihr als Band in die Entwicklung solcher Gimmicks einbezogen, oder ist das eine Sache des Labels?
Ich bin mir nicht mehr sicher, wessen Idee das war, aber manchmal ist es unsere Idee, manchmal die des Labels, manchmal ist es auch der Drucker, die Grafikabteilung oder das Presswerk. Irgend eine Seite stößt soetwas immer an, die anderen treiben das dann weiter. Dieser Prozess wiederholt sich und irgendwann bist du so weit von der ursprünglichen Idee weg, dass du gar nicht mehr weißt, wo du angefangen hast und wer was vorgeschlagen hatt – du weißt nur, dass die Idee verfeinert wurde und gut genug klingt, sie auszuprobieren – also macht man das dann einfach mal.

coverDas Cover von „Option Paralysis“ zierte ein Ohr, das durch eine Kollage dargestellt war, dieses Mal ist es eine schwarze Feder. Was war der Gedanke hinter diesem Artwork, wer hatte die Idee und wer ist schlussendlich für das Bild verantwortlich?
Das Artwork ist von unserem Freund Brian Montouri, der auch schon das Cover von „Miss Machine“ gemacht und sich die Titel für unsere „Irony Is A Dead Scene“-EP sowie für den Song „Sunshine The Werewolf“ überlegt hat. Wir haben ihm einfach gesagt, dass er etwas machen soll, das so aussieht, wie wir für ihn klingen. Er kennt uns und unser Wesen sehr gut und wir wussten, dass er der richtige Mann ist, um unsere Ästhetik visuell umzusetzen. Wir wollten etwas, das mehr in Richtung „Punk“ als in Richtung „Indie“ oder „Metal“ geht – mehr in Richtung Raymond Pettibon als Pushead, wenn du verstehst, was ich meine? Ich hatte ein paar aktuelle Tuschezeichnungen von ihm gesehen und habe ihn ermuntert, eher so etwas zu machen als etwas so elaboriertes wie noch einmal eine Kollage oder ein großes Gemälde.
Wir wollten etwas krasses, düsteres, eindringliches oder auf bizarre Art provozierendes … Ich bin mir nicht sicher, was Brian sich gedacht hat, aber als er uns die Feder geschickt hat, haben wir alle direkt geantwortet, dass es das ist, ohne irgendwelchen Zweifel oder Diskussionen. Es macht vielleicht nicht den Anschein, aber es kommt selten vor, dass wir uns in einem Punkt alle einig sind – besonders wenn es um Artworkfragen geht. Aber dieses Mal wussten wir auf den ersten Blick, dass es das Richtige ist.

Warum findest du, dass es die perfekte Visualisierung für dieses Album darstellt?
Nichts ist perfekt. Aber bestimmte Dinge sind perfekt unperfekt, was ihnen Anziehungskraft und Charakter verleiht … ich kann nicht genau erklären, was wir daran mögen, außer, dass wir es für ein starkes Bild halten und für ein Symbol, das in Rätseln für sich selbst sprich.

Okay, eine letzte Frage noch: Wer ist der Mörder und wer muss sterben?
Dein Ego.

Die letzte Worte gehören dir – gibt es noch etwas, das du unseren Lesern mitteilen möchtest?
Danke für euren Support und das Interesse an unserer Band – in der Vergangenheit, jetzt und in der Zukunft. Danke für eure Geduld und euer Verständnis dafür, dass wir diese Termine jetzt im Sommer absagen mussten – wir können es kaum erwarten, euch alle im Herbst wiederzusehen!

Lass uns das Interview doch mit einem kurzen Brainstorming beenden. Was fällt dir zu folgenden Begriffen spontan ein:
Deutschland: Krautrock
Politik: Versprechen
Alkohol: Genieße ihn verantwortungsvoll
Gewalt: Sex
Festivals: Burning Man (Kunst-Festival in der Black Rock Desert / Nevada, A.d.Red.)
Dillinger: Held
Der Killer: Angst

Vielen Dank für das Interview und weiterhin alles Gute!

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