Mitglieder des russlandkritischen Performance-Kollektivs PUSSY RIOT sind von einem Moskauer Bezirksgericht zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden – unter anderem wegen eines Musikvideos und einer Protestaktion in München.
Hintergrund ist unter anderem das Musikvideo zu „Mama Don’t Watch TV“ aus dem Jahr 2022 sowie eine Performance in der Münchner Pinakothek der Moderne im April 2024. Das Video ist hier zu sehen:
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Bei der Aktion vor Ort bezeichneten die Aktivistinnen den russischen Präsidenten Wladimir Putin als Kriegsverbrecher und protestierten gegen den Angriffskrieg auf die Ukraine. Die Anklage beruft sich auf Artikel 207.3 des russischen Strafgesetzbuches, das seit März 2022 die öffentliche Verbreitung angeblich falscher Informationen über die russischen Streitkräfte unter Strafe stellt.
Die Aktivistinnen MARIA ALYOKHINA, ALINA PETROVA und ANASTASIA „TASO“ PLETNER erhielten Haftstrafen zwischen acht und 13 Jahren. ALYOKHINA wurde in Abwesenheit zu 13 Jahren und 15 Tagen verurteilt, PLETNER zu 11 Jahren. Weitere Mitglieder – OLGA BORISOVA, DIANA BURKOT und erneut ALINA PETROVA – erhielten jeweils acht Jahre.
PUSSY RIOT sieht sich seit Jahren als aktivistisches Musikkollektiv im Widerstand gegen das autoritäre System Wladimir Putins. Bereits 2012 war die Gruppe durch ein „Punk-Gebet“ in einer Moskauer Kathedrale international bekannt geworden. Es folgten weitere Protestaktionen – etwa beim WM-Finale 2018 in Moskau.
Im Statement unter dem Musikvideo zu „Mama Don’t Watch TV“ bezeichnete die Gruppe das russische Regime als „terroristisch“. Das russische Justizministerium listet mehrere ihrer Videos inzwischen offiziell als „extremistisch“ ein.

