CD-Review: Adimiron - Et Liber Eris

Besetzung

Sami El Kadi - Gesang
Alessandro Castelli - Gitarre
Cecilia Nappo - Bass
Federico Maragoni - Schlagzeug, Percussion

Tracklist

01. The Sentinel
02. Zero-Sum Game
03. Joshua Tree 37
04. The Coldwalker
05. As Long As It Takes
06. The Unsaid
07. Stainless
08. Zona Del Silencio


In einer Zeit, in der es hip ist, den Metal frisch klingen zu lassen, könnte ADIMIRON eine große Zuhörerschaft erreichen, denn mit ihrer Vermischung trendiger Subgenres wie Metalcore, Prog und Djent pressen die Italiener Musik auf ihr Fünftwerk, die es einem schwer macht, dieser nicht weiter zuhören zu können.

Dies ist allerdings nicht einem markanten Stil zu verdanken, sondern eher den sich stellenweise anbiedernden Songs, die das Quartett auf „Et Liber Eris“ präsentiert. Sie gestalten sich als so harmlos, dass der Hörer keinen Schaden daran nimmt, den Italienern einfach weiter zu lauschen – im Hintergrund, beiläufig. ADIMIRON spielen kaum so, dass sie überraschen oder begeistern könnten, kaum eine Spannung oder eine kantige Ecke treten in einem der acht Songs auf. Wenn es zu einem Ausbruch kommt, steuern die Südeuropäer definitiv die Route gen Prog Metal an, verfahren sich dabei aber heillos. „As Long As It Takes“ zeigt eindrucksvoll, wie sehr sich ADIMIRON in Ideen verlieren und dadurch schnell ziellos wirken.

Wesentlich schlimmer wirken allerdings ein „The Coldwalker“ oder „The Unsaid“, die sich dem zuvor erwähnten Stilmittel der Anschmiegsamkeit bedienen, in dem die musikalisch unspektakulären Songs im Refrain mit geschmeidigen Melodien versehen werden. Kein Tiefgang wurde zuvor erschaffen, dem es gelingt, diese zu sehr gewollte Intensität zu rechtfertigen. Unabhängig davon, ob sich ADIMIRON entweder im Gerüst ihrer Songs verheddern oder dort mitreißend sein wollen, wo sie die Grundlage dazu nicht geschaffen haben, krankt „Et Liber Eris“ prinzipiell daran, dass es den Liedern an Motiven, an roten Fäden mangelt. Leiten sie oftmals stimmig in ihre Songs ein („The Sentinel“), schwächt die Spannungskurve schnell wieder ab, da ADIMIRON ihren Songs viel zu schnell die Kraft rauben.

Das Quartett lässt die Songs nicht reifen, gibt einzelnen Parts keinen Raum sich zu entfalten, sondern grätscht entweder vorschnell mit einem – in den meisten Fällen nicht sonderlich gut platzierten – Solo dazwischen oder lässt Sänger Sami vom Klargesang zum Growlen übergehen. Die Masche ist bereits nach dem ersten Song deutlich erkennbar.

Unharmonische Übergänge, wenig Spannung, Ziellosigkeit auf knapp 40 Minuten: ADIMIRON schaffen es mit „Et Liber Eris“ davon zu überzeugen, dass alle ihr Handwerk beherrschen, aber sie ihre Ideen in keinen bemerkenswerten Song unterbringen können. Die Tracks wirken eher zusammengewürfelt als stringent komponiert und dieses nicht recht Zusammen-passen-wollen eint die Songs darin, sich nicht voneinander abheben zu können.

Bewertung: 5 / 10

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