CD-Review: Birds Of Passage - Dear And Unfamiliar (/w Leonardo Rosado)

  • Veröffentlichung: 2011
  • Label: Denovali
  • Spielart: Ambient
Besetzung

Alicia Merz – Gesang
Leonardi Rosado – Sounds

Tracklist

01. Dear And Unfamiliar
02. Here's Lookin' At You, Kid
03. You Wore Blue
04. We'll Always Have Paris
05. A Kiss Is Just A Kiss
06. Of Your Charm
07. To Wander Slow With Me
08. Your Lullabies
09. I Wonder If You Sing It Now
10. Endings And Beginnings


BIRDS OF PASSAGE heißt das Projekt der neuseeländer Künstlerin Alicia Merz, welches mit „Dear And Unfamiliar“ nach „Without The World“ nun bereits sein zweites Album in die Läden bringt, dieses Mal jedoch in Kollaboration mit dem portugiesischen Künstler Leonardo Rosado.Dabei herausgekommen ist erneut, was so schön als „Experimental Minimalistic Dark-Pop“ bezeichnet wird: Faszinierend, atmosphärisch, spannend… und dabei doch entspannend zugleich.

Was man sich unter „Experimental Minimalistic Dark-Pop“ vorzustellen hat? Im Zentrum des Geschehens steht Alicias seidige Stimme, welche gefühlvoll Texte über Leben und Liebe ins Mikrophon haucht. Begleitet wird das Ganze dabei durch stimmungsvolle Synthesizerklänge, Pinaospiel und andere Geräusche, welche den Gesang mal leichtfüßig untermauern, bisweilen jedoch auch durch überraschende Klänge selbst in den Mittelpunkt rücken und so für Abwechslung sorgen. „Dear And Unfamiliar“ macht dabei keine erkennbare Entwicklung durch, vielmehr bietet es dem Hörer von der ersten Sekunde an eine sehr eigene Grundstimmung, auf die sich einzulassen man bereit sein muss – ist man dies nicht, lebt man die nächste knappe Dreiviertelstunde mit Gewissheit an der Musik vorbei, was schade für beide Seiten wäre, wobei die Musik dabei keine Lebenszeit vergeudet.
Gemischt von dem Pianisten Nils Frahm entwickelt „Dear And Unfamiliar“ dabei eine sehr eigene Klang-Dynamik, welche den aufmerksamen Hörer zu begeistern weiß – so der sich für derartige „Kunst-Musik“ generell begeistern kann – ist es doch auch niemandem zu verdenken, wenn er dieses Album anstrengend, nervenaufreibend oder gar unerträglich findet.

„Dear And Unfamiliar“ ist, wie eigentlich alles, was Denovali Records veröffentlichen, keine leichte Kost, und mehr als das bei Musik generell der Fall ist, Geschmackssache. Wer jedoch ein Faible für gut gemachte Klanginstalltionen mit Soundtrackcharakter und musikalischem Anspruch hat, sollte auch hier auf alle Fälle reinhören – wie gewohnt streamt das Label einige Songs auf seiner Homepage.
Alicia Merz arbeitet indessen bereits an ihrem nächsten Werk, diesmal gemeinsam mit Aidan Baker von Nadja beziehungswesie Infinite Light LTD. – man darf gespannt sein.

Bewertung: 7.5 / 10

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