CD-Review: Black Space Riders - Amoretum Vol. 2

Besetzung

JE - Gesang, Gitarre
SEB - Gesang
SLI - Gitarre
MEI - Bass
CRIP - Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Before My Eyes
02. LoveLoveLoveLoveLoveLoveLoveLoveLove! (Break The Pattern Of Fear)
03. Walls Away
04. Sláinte (Salud Dinero Amor)
05. Assimilating Love
06. In Our Garden
07. Leaves Of Life (Falling Down)
08. Body Move
09. Take Me To The Stars
10. Ch Ch Ch Ch Pt. I (The Ugly Corruptor)
11. Ch Ch Ch Ch Pt. II (Living In My Dream)
12. Chain Reaction
13. No Way
14. The Wait Is Never Over


Mittlerweile existieren BLACK SPACE RIDERS seit zehn Jahren. Grund genug für zwei zusammenhängende Alben, deren erster Teil im Januar 2018 erschienen ist. Knapp ein halbes Jahr später folgt jetzt also „Amoretum Vol. 2“ mit 14 weiteren Titeln. Dieser zweite Teil wird im Promotext als Sturm bezeichnet, der durch den Garten der Liebe wütet. Versprochen werden Triphop, Dub bzw. Reggae und psychedelische Riffs. Nun gilt es also den (möglicherweise) wilden Ritt genauer zu begutachten.

Mit „Before My Eyes“ gelingt der Band ein flotter und kerniger Stoner-Rock-Einstieg, der durchaus Hitpotential aufweist. „LoveLoveLoveLoveLoveLoveLoveLoveLove! (Break The Pattern Of Fear)“ zeigt, nicht nur hinsichtlich des Titels, die sperrige Seite von BLACK SPACE RIDERS, die im weiteren Verlauf noch des Öfteren auftaucht. Gerade die Vielfältigkeit des organisch produzierten Longplayers ist es, die ihn so spannend macht. So begibt sich die Band weit in den Punk-Bereich („Assimilating Love“) oder schielt in den Chillout-/Synthpop-Bereich („In Our Garden“). Ein weiteres Highlight ist das Jam-artige „Ch Ch Ch Ch Pt. I (The Ugly Corruptor)“, das sich mit seinem Didgeridoo-Einsatz zu einem psychedelischen Trip mausert. Am wichtigsten ist aber die Erkenntnis, dass es egal ist, welcher Ausrichtung sich die fünf Musiker gerade bedienen: Intensiv ist jede Sekunde ihres Schaffens.

Gesanglich zeigen sich JE und SEB ebenfalls flexibel. Von rau-kraftvollem Gesang bis hin zu teilweise gesprochenen Vocals („Walls Away“) ist die Bandbreite weit gefächert. Überraschend präsentiert sich die tiefe Verneigung vor Sting bzw. The Police in „Take Me To The Stars“. Die Rhythmen von Schlagzeuger CRIP sind mal mehr, mal weniger wuchtig und doch durchgängig sehr kreativ ausgearbeitet worden. Über die Gitarren kann man wenig Negatives sagen, zu aberwitzig sind die Ideen und ihre Umsetzung, zu wild die Riffs und diversen Soli, aber auch die ruhigeren Momente umgesetzt. Dass diese weit verstreuten Einflüsse erst einmal entsprechend vom Hörer verarbeitet werden müssen, das erklärt sich eigentlich von selbst.

BLACK SPACE RIDERS sind ein Phänomen im Rock- und Metal-Bereich. So vielfältig ihre Einflüsse und Ideen sich in einem Reigen aus 14 scheinbar wild aneinandergereihten Titeln ergießen, so schlüssig und bündig ist das Endprodukt schlussendlich geworden. Natürlich ist es keine leichte Kost, die die Münsteraner einem vorsetzen und diese Variabilität entfaltet ihre richtige Wirkung erst nach mehreren Durchläufen, schließlich gibt es viele Kleinode zu entdecken. Mit „Amoretum Vol. 2“ kann das Quintett die erste Dekade des Bestehens aber mehr als nur gebührlich unterstreichen. Für Rockfans ohne Scheuklappen ein Must-have des Jahres 2018.

Bewertung: 9 / 10

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