CD-Review: Carpathian Forest - Likeim (EP)

Besetzung

Nattefrost - Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards
Malphas - Gitarre
Erik Gamle - Gitarre
Slakt - Bass
Audun - Schlagzeug

Tracklist

1. Likeim
2. All My Friends Are Dead (Turbonegro-Cover)


Unglaubliche zwölf Jahre ist es her, dass CARPATHIAN FOREST mit dem Statement alias ihrem fünften Album „Fuck You All!!!! Caput Tuum In Ano Est“ von sich reden machten; zwölf Jahre, in denen sich die Welt des norwegischen Black Metals kontinuierlich weiterdrehte und die Kollegen und Landsleute von Taake, 1349 und Satyricon eher mit schwächeren Alben auf sich aufmerksam machten.

Man mag die berechtigte Angst haben, dass nun auch CARPATHIAN FOREST mit ihrer Comeback-EP „Likeim“ ihr persönliches „Massive Cauldron Of Chaos“ abliefern, aber für ein solches Drama ist der Silberling mit unter sechs Minuten Spielzeit glücklicherweise viel zu kurz. Andererseits: Mit nur zwei Tracks, wovon die Hälfte ein Cover von Turbonegro darstellt, ist die EP traurigerweise allerdings ein viel zu kurzlebiges Comeback der Black’n’Roller! Nattefrost, nur ein neuer Song nach zwölf Jahren, ernsthaft?

Ist der anfängliche Unmut abgeschüttelt, wandelt sich die Enttäuschung über die EP mit der Länge eines Grindcore-Albums schnell in Versöhnlichkeit: Das gut vorwärts preschende Cover „All My Friends Are Dead“ bildet eine stimmungsvolle Unterstützung  zu der eigentlichen Überraschung, die Nattefrost seinen Fans anno 2018 präsentiert: „Likeim“. Was ein „Defending The Throne Of Evil“ (2003) mit einem Überhit wie „Skjend Hans Lik“ so besonders machte, beherrschen CARPATHIAN FOREST trotz komplett neuer Instrumental-Fraktion auch noch 15 Jahre später: Schmissige Riffs, unterstützt von den charakteristischen, prägnant eingespielten Samples, dazu noch Nattefrosts Gefauche und das treibende, wenn auch recht monoton gehaltende Drumming formen „Likeim“ zu einen typischen CARPATHIAN FOREST-Song.

Auch wenn der Track bzw. die EP als solches nicht an die Größe eines „Defending The Throne Of Evil“ reicht, so beweisen die Norweger mit ihr zumindest, dass sie ihre Trademarks beibehalten und nicht einmal annähernd einen stilistischen Wandel hingelegt haben. Mit Blick auf die eingangs genannten Bands und die Güter ihrer letzten Veröffentlichungen, mag das Balsam für das enttäuschte Black-Metal-Herz sein. Dennoch: Die hoffentlich bald erscheinende Platte sollte mehr können als nur schmissige short tracks zu liefern, besonders weil CARPATHIAN FOREST mehr als einmal bewiesen haben, dass sie zu ausgefeilteren Kompositionen in der Lage sind.

Keine Wertung

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