CD-Review: Demon Head - Hellfire Ocean Void

Besetzung

M. F. L. - Gesang
T. G. N. - Gitarre
M. F. - Bass
J. W. - Schlagzeug
B. G. N. - Keyboards, Synthesizer

Tracklist

01. Rumours
02. The Night Is Yours
03. A Flaming Sea
04. In The Hour Of The Wolf Master
05. Labyrinth
06. Strange Eggs
07. Death's Solitude
08. Mercury And Sulphur


Klassisch geprägte Rockmusik mit okkultem Touch erlebt seit einigen Jahren eine kleine Renaissance – und war nie wirklich weg. Umso mehr freut man sich über Bands, die auch andere Einflüsse in ihrer Musik zulassen. Die Dänen von DEMON HEAD haben diesbezüglich ein paar Ideen in petto. Was unterscheidet nun „Hellfire Ocean Void“ von den Releases anderer Vertreter der Zunft?

Der offensichtlichste und sicherlich ausschlaggebendste Aspekt dürfte der Gesang sein: Mit Retrorock hat das wenig zu tun, denn Frontmann M. F. L. klingt eher wie Robert Smith oder ein junger Glenn Danzig. Das gibt den recht straighten und oldschool klingenden Gitarrenrockkompositionen eine wavige Note, was erstmal spannend ist und für Abwechslung sorgt. Selbiges gilt auch für die analog und gelegentlich fast proggy anmutenden Keyboard- und Synthesizereinlagen, die die Songs merklich auflockern.

Leider bestätigt sich dieser erste Eindruck auf Albumlänge nicht: Die Strickmuster der einzelnen Tracks sind sich leider recht ähnlich und der Zuhörer erkennt schnell, woran er ist. Gerade das unspektakuläre Sologeplänkel der recht inflationär und soundtechnisch unglaublich beliebig klingenden Leadgitarren kann den Hörspass doch erheblich schmälern. Wenn DEMON HEAD auf „Hellfire Ocean Void“ mal runter vom Gas gehen, sieht die Sache schon wieder anders aus: „Labyrinth“ ist eine schön arrangierte, atmosphärische Ballade, die nicht zuletzt durch ihren mehrstimmigen Gesang überzeugt. Ebenso gelungen ist das doomig-schleppende “Mercury And Sulphur“ oder die zweite, durchaus soundtrack-artige Hälfte von „In The Hour Of The Wolf Master“.

DEMON HEAD wirken wie aus der Zeit gefallen: Die Songs klingen nicht nur, als ob sie in den 1980er Jahren geschrieben, sondern auch damals aufgenommen wurden. Hierfür ist neben dem eigentlichen Sounddesign in Form von Gitarren- oder auch Synthesizerklängen sicherlich auch die angenehm analoge, aber für heutige Verhältnisse etwas flache, wenn auch recht live klingende Produktion von „Hellfire Ocean Void“ verantwortlich. Das Mastering hat übrigens Flemming Rassmussen übernommen – vielen sicherlich durch Metallica ein Begriff.

„Hellfire Ocean Void“ ist eine interessante Mischung aus okkultem Retro-Rock, Heavy Metal, Post-Punk und Wave, der ein bisschen mehr Abwechslung gut zu Gesicht stehen würde. Die einzelnen Zutaten würden das ja durchaus hergeben. So wirkt das dritte Album von DEMON HEAD seit ihrer Gründung 2012 leider etwas unspektakulär und gleichförmig, hat allerdings ein paar coole Momente zu bieten. Trotzdem wäre hier mehr drin gewesen.

Bewertung: 6 / 10

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