CD-Review: Den Saakaldte - Øl, Mørke og Depresjon

Besetzung

Kvarforth - Gesang
Sykelig - Gitarre
Seidemann - Bass
Uruz - Schlagzeug
Jormungand - Synth, Effekte

Tracklist

01. Gjenspeilingen av Knuste Minner
02. Drikke ens Skål
03. Vandringen
04. Øde
05. Jag ar Den Fallna
06. Den Sorgløse Latterens Sang


DEN SAAKALDTE nennt es sich, das neue Black Metal-Allstars-Projekt aus Skandinavien. Und in der Tat ist die Besetzung dieser Formation Aufsehen erregend:
Neben Bandgründer Sykelig, der unter anderem schon in der GORGOROTH-Live-Besetzung zu finden war, Uruz, Ex-Drummer von SHINING sowie URGEHAL, Seidemann (1349, PANTHEON I) am Bass und Jormungand von DHG am Synthesizer sticht wohl vor Allem der Name Niklas Kvarforth (SHINING, SKITLIV) ins Auge.
Die Erwartungen an das erste Album, „Øl, Mørke og Depresjon“, was übersetzt soviel wie „Bier, Dunkelheit und Depression“ bedeutet, lagen also hoch und wurden – um den Leser nicht unnötig auf die Folter zu spannen – leider enttäuscht:

Mit einem fast fünfminütigen Synthesizer-Intro, das zwar düster, aber nicht minder planlos vor sich hin wabert, bis sich ein Piano dazugesellt, beginnt das Album relativ zäh. Dieser erste Eindruck wird zwar durch den Anfang des ersten Songs für kurze Zeit erschüttert, da dieser mit eher unkonventionellen Trompeten beginnt, manifestiert sich aber leider schon recht bald wieder, nachdem der progressive Anfang ohne lange Umschweife in ein durchschnittliches Riff überleitet und man sich so unversehens in der Mitte eines Bündels aus Mittelmäßigkeiten befindet: Weder die Gitarren, die sich in einem Standard-Riff nach dem anderen ergehen, noch das Drumming, das bis auf einige Becken weit in den Hintergrund gemischt wurde, wissen zu überzeugen oder gar mitzureißen. Zwar wechselt man von Zeit zu Zeit das Tempo, versucht sich in Knüppelpassagen wie in Ruhigeren, stellenweise sogar mit, wenn man es so nennen will, Klargesang, doch will beides nicht recht zünden:
So ist, was man hier abliefert, sicher nicht schlecht, steht jedoch leider weit hinter dem zurück, was man sich von diesen Musikern erwartet hatte. Niklas‘ Gesang, der bei SHINING so mitreißend wie abwechslungsreich zu faszinieren weiß, fällt hier, einige Momente ausgenommen, eher durchschnittlich und unspektakulär aus. Vor Allem aber das Songwriting, das weder Spannung aufbaut, noch sonst irgendwie zu fesseln weiß, lässt stark zu wünschen übrig. Da helfen auch möchtegern-progressive Elemente wie eben jener zu Beginn eingesetzte Blechbläser oder diverse Synthie-Klänge nicht („Øde“ beispielsweise ist eine reine Synthie-Komposition, die allerdings, wie das Intro, drei Minuten dahinplätschert).
„Jag ar Den Fallna“, das mit seinen 13 Minuten über ein Drittel der Gesamtspielzeit füllt, beschränkt sich nahezu komplett auf eben diese Eigenschaft: Es füllt. Denn wirklich Neues bietet der Track nach dem Genuss der ersten vier Lieder nicht – viel mehr beschränkt er sich darauf, das schon mal gehörte noch weiter breitzutreten und in die Länge zu ziehen. Mit dem knapp einminütigen Outro „Den Sorgløse Latterens Sang“ sucht sich dann der dritte komplett dem Synthesizer entsprungene Track seinen Weg aus den Boxen ins Ohr des Hörers; dort angekommen, verliert er allerdings, wie seine Vorgänger, die Orientierung und verklingt unverrichteter Dinge.

Und so bleibt nach knappen 35 Minuten lediglich die Erkenntnis, dass viele Köche eben vielleicht doch den Brei verderben. Denn so progressiv DHG, so aggressiv URGEHAL, so versiert 1349 und so depressiv-düster SHINING sind, DEN SAAKALDTE ist nichts davon. Denn, lässt man die drei Synthesizer-Tracks einmal bei Seite, bekommt man hier drei mittelmäßige Lieder geboten, die weder Eigendynamik noch Atmosphäre erzeugen.
Schade eigentlich.

Bewertung: 4.5 / 10

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