CD-Review: Edgedown - Statues Fall

Besetzung

Andreas Meixner - Gesang
Michael Zebhauser - Gitarre
Mathias Gaßner - Gitarre
Stefan Rehrl - Bass
Peter Ramspott - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro
02. Statues Fall
03. In A Dream
04. Rising
05. Shot In The Dark
06. Wasting Time
07. Live Together Or Die Alone
08. No Ones Prey
09. Fate
10. Flames


Während dieses Jahr an der Power-Metal-Front wieder die großen Bands mit ihren Releases dominieren (Edguy, Gamma Ray, Sabaton, etc.), laufen im Untergrund viele Nachwuchstalente herum. Leider wird diesen allzu selten die Aufmerksamkeit gezollt, die sie verdient haben. Dies gilt auch für die deutschen Jungs von EDGEDOWN, welche mit „Statues Fall“ nun nach sechs Jahren ihr allererstes Album veröffentlichen. Eine Platte, die sich nicht wie üblich mit Fantasie-Geschichten und Ähnlichem befasst (wie es eigentlich im Power-Metal üblich ist), sondern textlich sehr gesellschaftskritisch ist. Klingt ja schon mal sehr vielversprechend – aber ob das auch musikalisch etwas wird?

Diese Frage lässt sich eigentlich schon nach den ersten Sekunden des Hörens beantworten: Ja, und wie! Was EDGEDOWN hier abliefern, ist nicht der Power Metal, wie man ihn schon x-mal gehört hat, sondern eine musikalische Darbietung der extra Klasse. Eingeleitet von einem Sprech-Intro beginnt die Scheibe recht düster und atmosphärisch, ehe dieses in den Titeltrack übergeht. Ein geniales Gitarren-Riff haut einen akut vom Hocker und der Gesang von Fronter Andreas Meixner zieht einen direkt in den Bann. Man wird förmlich in das Album eingesogen und fühlt sich sofort wohl. Dies geht glücklicherweise auch größtenteils so weiter, denn auf „Statues Fall“ wird eigentlich fast alles geboten, was man sich von einer Power-Metal-Scheibe wünscht:
Seien es die obligatorisch ruhigen Songs („Wasting Time“; „Flames“), die klassischen Power-Metal-Up-Tempo-Tracks („Statues Fall“; „In A Dream“) oder Stücke mit hoher musikalischer Vielfalt und viel Abwechslung („Fate“). Gerade beim zuletzt genannten Stück „Fate“ zeigen EDGEDOWN ihre wahren Qualitäten. Ein Stück, das nicht abwechslungsreicher hätten sein können. Einige Tempo-Wechsel, eine traumhafte Hookline im Chorus, und vor allem der Gesang von Meixner machen den Song zu dem Highlight der Platte. Man bedenke auch das noch so junge Alter der Musiker – und trotzdem kann man so hochkarätige Lieder abliefern. Klasse!

Nun muss man aber auch bedenken, dass dort wo viel Licht ist, auch ein wenig Schatten existent ist:
So fehlt es der Scheibe im Mittelteil oft an Abwechslung oder an einem richtigen Über-Track, welcher einem lange in Erinnerung bleibt. Deswegen braucht man doch ein paar mehr Durchläufe, um von der Platte begeistert zu sein. Auch wenn die Stücke für sich allesamt sehr hochwertig sind – ein roter Faden fehlt dann (leider) doch. Auch ist die recht eintönige Produktion der Veröffentlichung zu bemängeln. Der Gitarren-Sound ist durchgängig gleich gehalten (und wirkt daher auf Dauer sehr monoton), und ab und zu gehen die Vocals in den Instrumenten unter. So ist man des Öfteren dazu gezwungen genau hinzuhören, um Meixner bei seiner Arbeit zu verstehen. Zusätzlich klingt das Schlagzeug insgesamt recht dominierend, was den Hörgenuss insgesamt noch ein wenig schmälert.

Alles in allem lässt sich sagen, das EDGEDOWN mit „Statues Fall“ ein sehr gutes Debüt abliefern. Der Großteil der Tracks weiß zu überzeugen. Man bietet meistens viel Abwechslung, und es ist mal etwas Erfrischendes im Vergleich zu den Power-Metal-Titanen. Wenn man es nun schaffen sollte, etwas sauberer zu produzieren und sich noch mehr zutrauen würde, dann steht einer großen Laufbahn nichts mehr im Wege.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: