Review Halestorm – Into The Wild Life

HALESTORM aus Red Lion, Pennsylvania in den Vereinigten Staaten von Amerika sind mittlerweile auch dem deutschen Rockhörer ein Begriff. Nach 18 Jahren Bandgeschichte erscheint das erst dritte Studioalbum des Quartetts, das auf den Namen „Into The Wild Life“ getauft wurde.

Bands aus dem Rock- oder Metal-Bereich, die einen Grammy gewinnen konnten, sind natürlich durchaus meistens ein Garant für Qualität. So überrascht vor allem das schlichte Cover des neuen Release aus dem Hause HALESTORM. Doch krachend startet die Formation mit „Scream“, bei dem musikalisch durchaus Parallelen zum Metal gezogen werden können. Besonders beeindruckend ist die kratzige Rockröhre von Frontfrau Lzzy beim Titel „I Am The Fire“. Die Dame kann aber auch eher poppigen Gesang einschlagen und versucht sich teilweise an dezenten Sprecheinlagen. HALESTORM wären eben nicht HALESTORM, wenn sie nicht eine gewisse Abwechslung in ihr Material verpacken würden. Mal baut man ein funkiges Grundgerüst auf („Sick Individual“), setzt auf Elemente der alten Schule mitsamt Themen wie Sex und Drogen („Amen“) und verwurstet selbsterklärend die obligatorische Ballade („Dear Daughter“), die nicht nur sehr persönlich, sondern auch weder peinlich noch deplatziert wirkt. Ein kleines Highlight des Langspielers ist dann aber doch „Apocalyptic“, das jede Menge Power besitzt und zu Recht im Vorfeld promotet wurde. Am imposantesten ist die Gitarrenarbeit in „New Modern Love“ und „Bad Girls World“, die viel Atmosphäre und Flair der 70er Jahre versprüht. Davon hätte es gerne etwas mehr sein dürfen.

„Into The Wild Life“ ist ein Musterstück relativ schnörkelloser Musik irgendwo zwischen Hard Rock und Alternative Metal geworden, das wegen seiner durchdachten Produktion, einiger Abwechslung und einer grandiosen Sängerin zu brillieren versteht. Wer vor dieser Art Rockmusik mit Härte, Gefühl und einigen Anleihen von Massentauglichkeit nicht zurückschreckt, wird mit dieser Veröffentlichung von HALESTORM einige Freude haben. Mit den Vorgängern hat dieses Werk allerdings nur noch bedingt etwas zu tun, da die wahnsinnige Bestie größtenteils in Ketten gelegt wurde.

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von Christian Denner

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