CD-Review: Katharsis - Kruzifixxion

  • Veröffentlichung: 2003
  • Label: Norma Evangelium Diaboli
  • Spielart: Black Metal
Besetzung

Drakh – Gesang
Scorn – Gitarre, Bass
M.K. – Schlagzeug

Tracklist

01. The Last Wound
02. Painlike Paradise
03. The Chosen One
04. Blood Stainth The Temple Stones
05. Luziferion
06. Infernal Solar Vortexx


KATHARSIS ist eine Band, die man als Black Metal-Freund kennt. Punkt, keine weitere Vorstellung nötig. Das letzte Album erschien erst vor kurzem, „VVorldVVithoutEnd“ heißt es und ich muss sagen, es ist meiner Meinung nach nicht ganz so hochwertig wie der Vorgänger „Kruzifixxion“. Um dieses Werk soll es auch in den folgenden Zeilen gehen: Das Artwork ist auf silberfarbenem Papier aufgedruckt, der Kontrast zwischen der schwarzen Schrift und dem silbernen Hintergrund macht Eindruck. Die Illustrierungen sind zweifelsfrei alle antichristlich angehaucht, so prangt unter anderem ein schwarzer Messias auf einem invertierten Kreuz. Obwohl so simpel, entbehrt dieses Bild nicht einer gewissen Faszination.

Das Trio spielt ungestümen und rauen Black Metal. Rasend geht man zu Werke, verliert sich dabei aber nicht in schwedischem Black Metal, sondern bleibt der Rohheit treu. Räudig und besessen kreischt der Sänger, die Gitarren sirren hintergründig und wollen genauer erforscht werden. Das Schlagzeug poltert gedämpft aber doch kraftvoll, unterstützt werden KATHARSIS dabei von einer angemessenen Produktion. Es gibt Rezensionen, in denen werden nun thematisch die Lieder abgehandelt, hier ist dies aber unnötig. „Kruzifixxion“ ist eine Einheit, das Album wirkt also als Ganzes, und zwar nur so. Naja, nicht völlig, aber die Atmosphäre vertieft sich durch jedes weitere Lied, jedes weitere Riffing. Hört man nur wenige Lieder, so bleibt der Gedanke im Kopf hängen, dass da etwas fehlt zur Vervollkommnung der hier aufgebotenen Stimmung. Da helfen sogar die gesprochenen oder besser formuliert gewisperten Interludien, die der Musik eine weitere, dunkle und ominöse Facette verleihen.

Ominös ist hier sowieso ein ganz wichtiges Wort. „Kruzifixxion“ wirkt so, es arbeitet mit diesem Charme. Vielleicht noch nicht einmal absichtlich, doch dieses Gefühl haftet einfach an diesem Album. Die Musik bohrt sich geradezu ihren Weg in den Kopf und Verstand des Hörers, macht ihn wehrlos, so dass er sich bereitwillig „Kruzifixxion“ aussetzt. Anfangs hat man noch eher weniger Freude an KATHARSIS, die Musik klingt nett aber nicht phänomenal. Gut, das tut sie auch nachher nicht, sie übt aber eine gewisse Faszination aus. „Infernal Solar Vortexx“ schließt das Album, ein Stück über neun Minuten, was noch mal alle Eigenschaften der bisherigen Lieder aufgreift und ausgereifter wiedergibt. Damit wird man als Hörer endgültig niedergerungen; falls man wirklich einen Anspieltipp geben müsste, das wäre er, obwohl „Kruzifixxion“ als Einheit dominiert und nicht zu schlagen ist.

Ominös und infiltrierend, das sind die Wörter, die „Kruzifixxion“ ausreichend umschreiben. Prinzipiell spielt die Band normalen, einfach soliden Black Metal mit ein paar Riffs, die nach mehr schreien und mit denen man durchaus besseres Material bestreiten könnte. Ich weiß nicht, ob es sich ziemt, von Magie zu sprechen, aber in etwa das ist es, wovon das Album lebt und den Hörer erfreut. Manchmal wird man ganz stark seiner Sinne beraubt, manchmal löst sich diese Geistesumklammerung jedoch.

Bewertung: 7 / 10

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