CD-Review: Luna's Call - Void

Besetzung

Brad Laver - Gesang, Bass
Neil Purdy - Gesang, Gitarre
Liam Underdown - Gitarre
Jamie Batt - Schlagzeug

Tracklist

01. Merced's Footsteps
02. Signs
03. Solar Immolation
04. Enceladus & The Life Inside
05. Locus
06. In Bile They Bathe
07. Silverfish
08. Fly Further Cosmonaut


Hochspannenden Prog Metal erster Güte kennt man aus dem Vereinigten Königreich zu Genüge – Porcupine Tree, Haken oder Threshold seien hier einmal stellvertretend erwähnt. LUNA’S CALL aus dem westenglischen Lincoln würzen ihren vielfältigen Prog auf ihrem zweiten Langeisen „Void“ jedoch noch mit einer ordentlichen Prise Death Metal – da fühlt man sich eher an die älteren Opeth-Werke erinnert.

Eines ist das neue Werk der Briten jedenfalls ganz bestimmt: Ungeheuer komplex und ziemlich schwierig zu durchschauen. Denn so etwas wie eine Songstruktur bieten LUNA’S CALL äußerst selten. Dafür aber ein wendungsreiches Album, das den Hörer mit abwechslungsreichen Momenten geradezu übersättigt, ähnlich den Werken der mittlerweile leider aufgelösten Kanadier von UneXpect. Das dem Kosmos gewidmete Konzeptalbum „Void“ sprudelt zwar nur so vor Ideen seiner Macher, man muss dem Werk jedoch seine volle Aufmerksamkeit widmen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass es komplett an den Ohren vorbeirauscht.

„Void“ funktioniert in seiner Gesamtheit – In beinahe jedem Stück setzen LUNA’S CALL auf harsche Growls im Wechsel mit angenehmem Klargesang, auf flirrende Gitarrensoli, abwechslungsreiches Schlagzeugspiel, Tempowechsel en masse und immer wieder mal feine Synthie-Unterstützung. Wem das noch nicht ausreicht, darf sich dann noch an dem oft eingesetzten mehrstimmigen Gesang und den orchestralen Abschnitten erfreuen („Enceladus & The Life Inside“, „Fly Further Cosmonaut“). Auch straight können die Briten: „In Bile They Bathe“ ist kurz, knackig und rasant – und dennoch weit weg vom proggigen Einerlei.

Das Herzstück dieses Albums bietet jedoch das verträumte „Enceladus & The Life Inside“ – der zerbrechliche Klargesang erreicht hier durch Synthie-Klänge untermalt den weichen Kern eines jeden Hörers und endet in einem wunderschönen, an Filmmusik erinnernden orchestralen Part. Auch die beiden Longtracks „Solar Immolation“ und „Fly Further Cosmonaut“ punkten mit viel Abwechslung und technischen Finessen – hier und da wäre aber doch ein wenig mehr Fokussierung wünschenswert gewesen. Auch „Locus“ kann das Gesamtniveau des Albums nicht ganz erreichen, da es ein wenig ziellos wirkt und ohne wirkliche Höhepunkte daherkommt. Aber in der Gesamtbetrachtung ist das Meckern auf allerhöchstem Niveau, denn LUNA’S CALL bieten auf „Void“ Variation für mindestens zwei Alben.

Zeit! Für dieses Werk braucht man Zeit – LUNA’S CALL schmeißen mit „Void“ eine multidimensionale und exzentrische Platte auf den Markt, die vermutlich allein aufgrund der Komplexität viele Hörer abschrecken wird. Für alle, die es einmal durch die Wirrungen geschafft haben, bleibt ein absoluter Progressive-Death-Höhepunkt des Jahres 2021!

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Bewertung: 8.5 / 10

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