CD-Review: Mist - Free Me Of The Sun

Besetzung

Nina Spruk - Gesang
Blaž Tanšek - Gitarre
Ema Babošek - Gitarre, Backing Vocals
Neža Pečan - Bass
Mihaela Žitko - Schlagzeug

Tracklist

01. The Ghoul
02. Ora Pro Nobis
03. White Torch
04. December
05. Altar Of You
06. Disembody Me
07. The Offering
08. Demonized
09. Delirium
10. Free Me Of The Sun


Um es gleich vorneweg zu nehmen: Ja, MIST bestehen zu 4/5 aus Frauen und ja, die Band stammt aus Slovenien und hat durch diese beiden Aspekte durchaus einen gewissen Exotenstatus inne. Aber auch mit dem größten Exotenstatus muss eine Band auch musikalisch überzeugen können. Gut für die Slovenen, dass sie das auf ihrem Debut durchaus schaffen. MIST spielen auf „Free Me Of The Sun“ eine Mischung aus klassischem Doom und Psychedelic-Elementen und lassen sich dadurch wohl am Besten mit dem Begriff Okkult-Doom beschreiben. Die Band hat bereits 2013 und 2015 Demos veröffentlicht und war bereits mit Szenegrößen wie Jex Thoth oder Uncle Acid & The Deabeats auf Tour.

Aushängeschild der Band ist mit Sicherheit Sängerin Nina Spruk, die durchweg eine starke Performance abliefert und stellenweiße an Jennie Ann-Smith von Avatarium erinnert. Wo der Opener „The Ghoul“ musikalisch noch etwas durchschnittlich daherkommt, rettet Spruk den Song durch eine starke Gesangsleistung. Die wahre Bandbreite ihrer Stimme offenbart sie aber erst bei dem intensiven und packenden „White Torch“. Kontrastiert wird diese kraftvolle Seite ihrer Stimme durch die emotionalen und gefühlvollen Momente in Songs wie „December“ oder „Free Me Of The Sun“. Aber auch der Rest der Band weiß durchaus zu glänzen. Die Saitenfraktion kann sowohl wuchtig und groovend („The Offering“, „Disembody Me“) als auch zurückhaltend und melodisch („Free Me Of The Sun“). Und besonders der Titelsong zeigt, zu welchen Glanzleistungen MIST fähig sind. Die Nummer vereint sowohl emotionale und sphärische Momente, als auch einen an Black Sabbath erinnernden stampfenden Part.

Aber mit letzerem ist man irgendwie auch schon auf ein Problem des Debuts gestoßen. MIST werden im Laufe des Albums einfach etwas zu vorhersehbar. Remineszenzen an Bands wie Black Sabbath oder Pentagram sind in gesunden Dosen durchaus in Ordnung und Teil von vielen Alben des Genres, aber auf Dauer einfach zu unspektakulär. Schade ist auch, dass MIST keinen Song haben der über sechs Minuten dauert. Klar muss man nicht jeden Song totreiten, aber etwas mehr Raum für die Riffs wäre durchaus wünschenswert gewesen.

Man darf aber nicht außer acht lassen, dass es sich bei „Free Me Of The Sun“ um das Debut von MIST handelt. Und dafür ist die Scheibe wirklich stark geworden. Sowohl die eigenständigeren Riffs von Blaž Tanšek als auch der starke Gesang von Nina Spruk machen Spaß und bleiben im Ohr. Die kleinen Unstimmigkeiten im Songwriting lassen sich bis zum nächsten Werk der Slovenen mit Sicherheit noch verbessern und bis dahin ist „Free Me Of The Sun“ mit Sicherheit eine Empfehlung für Genrefans und solche die es werden wollen.

Bewertung: 7.5 / 10

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