CD-Review: Mustasch - Testosterone

Besetzung

Ralf Gyllenhammar - Gesang
David Johannesson - Gitarre
Stam Johansson - Bass
Jejo Perkovic - Schlagzeug

Tracklist

01. Yara's Song
02. Breaking Up With Disaster
03. The Rider
04. Down To Earth
05. The Hunter
06. Dreamers
07. Be Like A Man
08. Someone
09. Under The Radar
10. Testosterone


Es wird männlich in der heimischen Musikanlage! Mit dem neunten Studioalbum „Testosterone“ im Gepäck stehen MUSTASCH für die Männlichkeit ein. Mit dem neuen Schlagzeuger Jejo Perkovic (ex-Candlemass, Infinite Mass) präsentieren sie nebenbei ein neues Bandmitglied. Frontmann Ralf Gyllenhammar hat die Gitarre zur Seite gelegt und konzentriert sich ausschließlich auf den Gesang. Doch das sind nicht die einzigen Neuerungen, die die Schweden zu bieten haben.

Der Opener „Yara’s Song“ wirft schon zu Beginn einige Fragen auf. Sind das wirklich MUSTASCH, die dort wie eine Hard-Rock-Truppe der 80er Jahre klingen? Ja, sie sind es definitiv. „The Rider“ ist eine waschechte Ballade, die komplett ohne Schlagzeug daher kommt und „Down To Earth“ zeigt sich in der Schnittmenge zwischen purem Heavy Metal und aufgeblasenem Stadionrock. „The Hunter“ hat ein an Marilyn Manson erinnerndes Intro zu bieten und bewegt sich im weiteren Verlauf verdächtig nahe am Schaffen der finnischen Rockmonster Lordi. Keyboardgeklimper inklusive. Doch auch mit fortschreitender Laufzeit schwindet dieser Abwechlungsreichtum mitnichten. Man versucht sich ebenfalls an einer Halbballade („Dreamers“) oder setzt diverse Chorelemente ein („Be Like A Man“). Das Songwriting wurde von Gitarrist David Johannesson und Produzent Richard Löfgren auf Teneriffa übernommen. Schlagzeuger Jejo Perkovic hatte volle Freiheit für seine Drumparts, was auch den Einsatz von Double-Bass zur Folge hatte. Die Basseinlagen von Stam Johansson treten bei fast allen Songs verstärkt in den Vordergrund und der Gesang von Bandleader Ralf zeigt sich in einer unvorsehbaren energiegeladenen Bandbreite.

„Testosterone“ ist ein gleichzeitig hartes und doch zerbrechliches Machwerk. Zugegebenermaßen versteht man unter Männlichkeit vielleicht etwas anderes als den gebotenen Sound. Erwachsen trifft es in diesem Fall besser. Die Stoner-Elemente fielen diesem Prozess leider größtenteils zum Opfer. Mit Blick auf vorangehende Veröffentlichungen wirkt das erstmal abschreckend. Unter dem Strich steht trotzdem hochwertige und ehrliche Gitarrenmusik, die der Band durch ihre Innovation auch neue Fans bescheren sollte.

Bewertung: 8 / 10

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