CD-Review: Nergard - A Bit Closer To Heaven

Besetzung

Andreas Nergård - Bass, Schlagzeug, Keyboard
Gastmusiker:
Elize Ryd - Gesang
Michael Eriksen - Gesang
Nils K. Rue - Gesang
Ralf Scheepers - Gesang
Andi Kravljaca - Gesang
Thomas Løseth - Gesang
Ole-Martin Moe Thornæs - Gesang
Sunniva Unsgård - Gesang
Jørn Viggo Lofstad - Gitarre
Jostein Svarstad - Gitarre
Stig Nergård - Gitarre
Øyvind Voldmo Larsen - Gitarre
Henrik Karlsvik - Gitarre
Raymond Hellem - Gitarre
Martin Aas - Bass

Tracklist

01. Light And Shadows
02. Fall From Grace
03. On Through The Storm
04. Let It Come
05. Help Me Through The Night
06. I Will Find You
07. A Bit Closer To Heaven
08. When All I Want Is You


All-Star-Projekte boomen weiterhin, wobei man in dem einen oder anderen Fall das „All-Star“ etwas ausklammern kann. Oft ist es ein recht bekannter Protagonist, der mehr oder weniger prominente Musiker, Freunde oder sonst qualifizierte Personen um sich schart, Besonders verdächtig wird es, wenn der Bandname dann schlicht der Nachname des Leaders ist. Im vorliegenden Fall handelt es sich also um NERGARD, deren Kopf Andreas hauptamtlich bei Ruhtina das Schlagzeug bedient.

Hier schnallt sich der feiste Norweger noch den Bass um, spielt Keyboard und schreibt die Songs. Dazu ein paar Gitarristen (genaugenommen sechs an der Zahl), acht Sänger und einen weiteren Bassisten und schon kann es los gehen. „A Bit Closer To Heaven“ ist das zweite Album, nachdem NERGARD 2013 mit „Memorial For A Wish“ debütiert hatten.
Alleine der Blick auf die Songs und ihre Längen lässt erahnen, dass wir es mit progressivem Metal zu tun haben. Zwar geht es selten wirklich ausufernd lang, aber mit Ausnahme des beinahe radiotauglichen „Fall From Grace“ kommen die Songs schon auf opulente Spielzeiten. Und ohne einer progressiven Truppe zu nahe zu treten: Gerade das angesprochene Lied zählt mit seinen knapp vier Minuten zum Besten der gesamten Platte, die sich, wie es sich wohl für einer derartige stilistische Ausrichtung gehört, erst langsam entwickelt. „Schuld“ daran sind nicht mal so sehr unfassbar verkopfte Strukturen oder endloses Saiten-Gefrickel, sondern genau die Kombination aus beidem. Das ist in diesem Fall ein goldener Mittelweg, denn mit beidem kommt man auch dann gut klar, wenn man sich selbst nicht als Die-Hard-Progger bezeichnet.
Und so hat „A Bit Closer To Heaven“ im weiteren Verlauf noch die eine oder andere positive Überraschung zu bieten, die man der Scheibe nach zwei oder drei Durchläufen gar nicht zugetraut hätte. Dazu zählt neben dem energischen „On Through The Storm“ auch die schöne Halbballade „I Will Find You“. Bei diesen beiden Nummern zeigt sich der Vorteil einer breiten Sängerfront, die eine schöne Dynamik im Verlaufe der Platte möglich macht.
Ein wenig fehlen allerdings die Ecken und Kanten. Insgesamt wirkt die Musik zu brav, NERGARD vermeiden weitgehend jegliches Risiko und polieren, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch den Sound so rosig und glatt wie den sprichwörtlichen Babyhintern.

Alles in allem also ein hübsche Veröffentlichung, die sich Freunde nahezu jeder Metalrichtung mal geben können. „A Bit Closer To Heaven“ tut keinem weh, sorgt aber vermutlich auch nicht für die allergrößte Nachhaltigkeit. NERGARD sind ganz nett für nebenher, die ganz große Qualität sucht man aber eher bei Genrekollegen.

Bewertung: 7 / 10

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