Review Orkan – Elements

  • Label: Dark Essence
  • Veröffentlicht: 2018
  • Spielart: Black Metal

Im Black Metal ging der Trend schon lange zur Zweitband. Dass es dabei nicht immer darum geht, neue Stilrichtungen zu erkunden, zeigt sich gerade in diesem Jahr wieder besonders deutlich. Bei Funeral Mist etwa, wo Marduk-Fronter Mortuus voll in die Kerbe seiner Hauptband schlägt, auf „The Order“ von Lucifer’s Child , wo Gitarrist George Emmanuel seine Prägung durch Rotting Christ kaum verheimlichen kann, oder auf dem neuen ORKAN-Album, „Element“.

Hinter dem Projekt steckt der langjährige Live-Gitarrist von Taake, Gjermund Fredheim – und er wandelt mit seinem Projekt ebenfalls nicht weit abseits der Pfade, die er im Gefolge von Hoest beschreitet: Auch ORKAN haben sich „True Norwegian Black Metal“ auf die Fahnen geschrieben, auch hier geht es vor allem um eisige Atmosphäre, kreiert durch einen trockenen Sound und langgezogenes 16tel-Riffing mit scharfen Screams.

Allerdings, das kann man kaum anders sehen, agieren ORKAN dabei auf einem deutlich höheren Niveau, als Taake das seit einigen Alben tun: Waren die Songs, genauer: die Riffs der letzten drei, vier Alben größtenteils belangloses Geschrammel, das vornehmlich aufgrund der unbestreitbaren Größe der ersten drei Taake-Alben Beachtung fand, ist „Elements“ durchweg spannend – und das ebenfalls ganz ohne „progressive“ Ausbrüche und große Experimente.

So ist auch „Elements“ kein stilistisch extrem abwechslungsreiches Album – in dem Sektor, auf den ORKAN abzielen, bleiben sie jedoch vielseitig: Mal bedächtig, mal eruptiv, mal melodisch, mal eher monoton ist das Riffing eigentlich durchweg unterhaltsam. Dazu kommen der gelungene Sound, das atemberaubende Artwork und mit dem finalen „Heim“ eine kleine Überraschung zum Albumende, wenn man denkt, man habe von ORKAN schon alles gehört. Mehr braucht es dann auch gar nicht für ein stimmiges Black-Metal-Album!

Stilistisch ist das Projekt des Taake-Gitarristen Emmanuel nahe genug an Taake und doch weit genug davon entfernt, um alle zu beglücken, die Taake mögen, aber von den letzten Alben enttäuscht wurden. Vielleicht ging es Emmanuel ja genauso – was eine Erklärung wäre, was ins Songwriting nicht involvierte Musiker einer etablierten Genregröße dazu treibt, noch eine eigene Band ähnlicher Ausrichtung zu betreiben.

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Wertung: 8 / 10

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