CD-Review: Othismos - Separazione

Besetzung

Filippo "Caino" Masina - Gesang, Bass
Luca Migliorucci - Gitarre, Gesang
Tommaso Dringoli - Gitarre
Shmulik Froilich - Schlagzeug

Tracklist

1. Canto dell'estinzione
2. Black Star
3. Hymn of Victory
4. Madre
5. The Fangless Beast
6. 100 Years Demise
7. The Plague
8. Tale of a Righteous Man


[Black Metal/ Crust] Wer gedacht hat, dass die Wall Of Death eine Erfindung des Heavy Metals ist, der irrt. Denn bereits die alten Griechen wussten mit Gebrüll aufeinanderzuprallen – allerdings in Form eines Krieges zwischen zwei hoplitischen Heeren. Der Begriff Othismus beschreibt diesen Aufprall zweier Heere im Griechenland der archaischen Zeit.

Gleichermaßen ist dies auch der Name einer italienischen Black Metal/ Hardcore-Formation, die unter OTHISMOS Musik mit genau dieser Schlagkraft auf den Markt bringt. Während das Debüt noch einen rohen Hardcore/ Punk/ Metal-Hybriden darstellte, liefern die Italiener mit ihrem Zweitwerk „Separazione“ ein noch immer rohes Stück Musik, dessen Schlagseite nun aber deutlicher im Black Metal- und Crust-Bereich liegt.

Mit einer Spielzeit von gerade mal 26 Minuten liegen OTHISMOS leider keinen langen, aber dafür einen kraftvollen Beweis vor, dass beide Genres eine gute Mischung ergeben: Während die Black-Metal-Riffs den Songs eine gewisse Struktur und auch Crust-untypische Länge verleihen, ist es wiederum das Chaotische des Crust, welches die Songs unverhohlen aufbricht und zur Abrissbirne werden lässt.

Erstaunlich ist, dass OTHISMOS trotz dieser explosiven Mischung auch ein Gespür für tragende Leads haben, wie sie bei „Black Star“ und „Tale Of A Righteous Man“ unter Beweis stellen. Wahrlich überraschend ist an der zweiten Platte der Italiener aber die Stellung des Basses: Ebenbürtig zur Gitarre ins Szene gesetzt, groovt der Tieftöner ziemlich stark durch die acht Songs (besonders gut bei „Hymn Of Victory“ zu hören) und verleiht ihnen eine gewisse Wucht. Dank ihm geraten OTHISMOS nicht einen Moment in die Gefahr sich in einem brachialen Brei an Drums und Riffs zu verlieren.

Außenseiter gleich Spitzenreiter? Eine denkbare Zukunft für die jungen Italiener, denn die Instrumentalfraktion versteht ihr Handwerk und die Tracks sind mit einem gescheiten Spagat zwischen extremen Ausbrüchen und wieder auf den Boden zurückholenden Melodien ausgestattet. „Separazione“ kann mehr, als man OTHISMOS auf den ersten Blick zutrauen würde!

Bewertung: 7 / 10

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