Review Secrets Of The Sky – Pathway

Vor zwei Jahren überraschten die bis dahin eher unbekannten US-Post-Metaller SECRETS OF THE SKY mit einem starken Debüt. „To Sail Black Waters“ war zwar insgesamt wenig eingängig, aber ambitioniert und in letzter Konsequenz ausgewogen. Jetzt ist das Quintett mit „Pathway“ zurück und versucht, den Vorgänger zu toppen.

Und das gelingt, so viel lässt sich eingangs schon sagen. Insgesamt setzt die Band jetzt auf mehr Eingängigkeit, was sich schon in der Spielzeit der einzelnen Songs manifestiert. Kein Lied geht mehr länger als neun Minuten (was freilich immer noch opulent ist), dazu wird die Platte immer wieder durch Zwischenspiele aufgelockert. Dies sorgt für eine angenehme Atmosphäre, denn bei aller Härte, die SECRETS OF THE SKY wieder im Gepäck haben, ergibt sich immer die Gelegenheit, auch mal durchzuschnaufen.
So hält sich die Qualität zwischen harten und zurückhaltenden Parts dieses Mal gekonnt die Waage, was aber nur deshalb möglich ist, weil sich die ganze Truppe in vielen Bereichen weiterentwickelt hat. Spieltechnisch war man auch vor zwei Jahren schon sehr weit, doch hier konnten die Oaklander mit „Pathway“ noch mal einen Schritt nach vorne machen. Gesanglich muss sich Fronter Garett kaum vor Vergleichen scheuen, denn die harschen Vocals beherrschte er zuvor bereits gut, gerade im cleanen Bereich hat er zudem noch einmal gehörig zugelegt.
Und so loten SECRETS OF THE SKY alle Möglichkeiten aus, die sich ihnen bieten: Ruhige Parts mit fast bedrohlichem Flüstern, langsame Passagen, die wuchtig und aggressiv klingen und auch die eine oder andere Up-Tempo-Einlage („Fosforos“!). Dennoch wird die Härte auf „Pathway“ vor allem dann realisiert, wenn der Fuß vom Gas genommen wird. Hier kommt das punktgenaue Songwriting zum Tragen, Bass, Gitarre, Schlagzeug und vereinzelt auch Keyboards bilden eine Homogenität, die durch den entsprechenden Sound noch einmal zusätzlich an Massivität gewinnt.
All dies unterscheidet die Scheibe noch gar nicht mal so sehr von SECRETS OF THE SKY im Jahr 2013, auch damals arbeitete man extrem solide und ergänzte dies mit vielen kleinen Elementen, die im Einzelnen nicht so auffallen wie im Zusammenklang. Anders ist aber tatsächlich die erwähnte Eingängigkeit, das eher ruhige „Angel In Vines“ entpuppt sich ebenso als hartnäckiger Ohrwurm wie das epische „Garden Of Prayers“.

Trotzdem wäre es falsch, „Pathway“ auf einzelne Songs zu reduzieren. Diese funktionieren zwar auch alleine, aber schon alleine wegen der konzeptuellen Gestaltung mit den Interludien sollte man sich das Album in seiner Gänze anhören. Ein starkes Zweitwerk, welches jetzt schon Lust auf die nächste Veröffentlichung macht.

Wertung: 8.5 / 10

Publiziert am von Jan Müller

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