CD-Review: Selvans / Downfall Of Nur - Collaboration

Besetzung

Downfall Of Nur:
Antonio Sanna - alle Instrumente, Launeddas

Selvans:
Sethlans Fulguriator - Gesang, Gitarre
Selvans Haruspex - Keyboard, Programmierung, Flöte, traditionelle Instrumente

Tracklist

1. Intro/ SOL
2. Pater Surgens
3. Mater Universi
4. Outro/ LUNA


Kollaborationen zwischen zwei Bands sind von ihrem Grundgedanken her spannende Zusammenkünfte, schließlich soll sie das Beste aus zwei Welten in sich tragen. Keine der beiden Bands stellt einen oder zwei Songs zur Verfügung, woraus eine Split entsteht, sondern sie nehmen gemeinsam Tracks auf; denkt man beispielswese an „Supernaturals: Record One“ (2007), dem Zusammenspiel von Ufomammut und ihren Labelkollegen Lento, zeigt sich, welche Kraft eine solche Kollaboration besitzen kann.

Gleiches Prinzip mit ähnlicher Wirkung wenden die Italiener SELVANS mit ihren argentinischen Labelkollegen von DOWNFALL OF NUR an. Unbetitelt, nur mit dem Namen beider Bands für sich stehend, haben sie eine vier Tracks umfassende Scheibe auf den Markt gebracht, welche die ähnlichen Stärken beider Projekte auf den Punkt bringen: Eine Vielzahl von folkloritischen Klängen trifft auf treibenden Black Metal, das wütende Growlen von SELVANS‘ Sänger Sethlans trifft auf die Launeddas vom DOWNFALL OF NUR-Mastermind Antonio, Flöten und Rasseln sowie verschiedene aus der Natur entnommene Samples vereinen sich zu einem Klangbild, was stark an Negura Bunget und Dordeduh erinnert.

Dennoch gelingt es SELVANS und DOWNFALL OF NUR nicht nur wie deren Abklatsch zu klingen, sondern im Gegenteil, beide Bands gehen noch detaillierter und wesentlich verträumter zu Werke. Kombinieren Negura Bunget Black Metal mit atmosphärischer Folklore, gehen SELVANS und DOWNFALL OF NUR andersrum vor, indem die (sehr an Wolves In The Throne Room erinnernden) Black-Metal-Parts in ein Gerüst von ausschweifenden Intros sowie dem Zusammenspiel von Rasseln, älteren Blasinstrumenten und naturalistischer Samples eingebaut werden.

Aufgrund dieser Kombination gelingt es beiden Bands, in dem einen Moment hochgradig fragil und im nächsten Augenblick dynamisch zu klingen; dabei bilden die dominante Folklore und der atmosphärische Black Metal stets eine Einheit: Beides wirkt zusammen, nicht losgelöst vom anderen. Selbst die gern zu kitschig in Szene gesetzten symphonischen Parts weben SELVANS und DOWNFALL OF NUR harmonisch in das Klangbild ein.

Beide Bands, die jeweils erst mit einem Album auf dem Markt vertreten sind, hätten mit dieser Kollaboration keine bessere Werbetrommel auf die Beine stellen können: In den 40 Minuten verquicken sie traditionelle Instrumente mit einem treibenden Härtegrad und unter Verwendung von Samples und dichten Keyboard-Teppichen fügen SELVANS und DOWNFALL OF NUR dies sogar harmonisch zusammen. Rundum gelungen!

Keine Wertung

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