CD-Review: Slough Feg - The Animal Spirits

Besetzung

Mike Scalzi - Gesang, Gitarre
Angelo Tringali - Gitarre
Adrian Maestas - Bass
Harry Cantwell - Schlagzeug

Tracklist

01. Trick The Vicar
02. The 95 Thesis
03. Materia Prima
04. Free Market Barbarian
05. Lycanthropic Fantasies
06. Ask The Casket
07. Heavyworlder
08. The Tell-Tale Heart
09. Kon-Tiki
10. Second Coming
11. Tactical Air-War


„The Animal Spirits“ ist bereits das achte Album von SLOUGH FEG, die auch früher auf den sehr umständlichen Namen The Lord Weird Slough Feg gehört haben, welcher wiederum auf einer Figur aus dem keltischen Comic Sláine beruht. Die Amis haben den Ruf eine kauzige Band zu sein. Das ist freilich Ansichtsache, doch die Musik ist in der Tat nicht alltäglich. Hier treffen Old-School-Metal-Riffs auf Stoner-liken Groove und werden mit folkigen Elementen versehen. SLOUGH FEG haben sich nie irgendwelchen Trends angebiedert, sondern immer ihr eigenes Ding durchgezogen, doch bislang fahren sie mit ihrer ureigenen Mixtur recht gut.

So fügt sich auch „The Animal Spirits“ passend in die Discography der Band ein. Dabei wird diesmal die folkig-epische Note von „Hardworldler“ mit der Old-Schooligen Geradlinigkeit des direkten Vorgängers „Ape Urprising“ verknüpft. SLOUGH FEG sehen sich selbst in der True-Metal-Ecke, und zum Teil kann man das auch so stehen lassen, da sich hinter der Bezeichnung im Grunde ein breites Feld verbirgt. Sie bedienen sich schonmal bei Anleihen von Manowar oder Manilla Road, aber auch bei Iron Maiden und Black Sabbath.
Der kurze Opener „Trick The Vicar“ versprüht mit seinem Riffing jedenfalls schon mal viel true-e Energie, dem sich das folgende „The 95 Thesis“ hervorragend anpasst. Die Texte der beiden Stücke sind sicherlich weniger true als die Krieger-Schlachten-Mythen anderer Bands, aber rein musikalisch – und besonders bezogen auf das variantenreiche Old-School-Riffing – erfüllen SLOUGH FEG diesen Aspekt schon. Beim folgenden Instrumental „Materia Prima“ lassen zweifelsfrei die Gitarrenläufe von Iron Maiden grüßen, doch bringen die Amis auch hier ihre ureigene Note ein, an denen man sie auch immer wieder sofort erkennt.
Das Album ist mit knapp 39 Minuten wieder recht kurz ausgefallen, so dass man keine großen epischen Momente erwarten kann. Kein Song sprengt die fünf-Minuten-Marke, drei bleiben sogar unter drei Minuten. Einer dieser, „Free Market Barbarian“, hat trotz seiner knackigen Kürze eine episch angelegte Struktur, die halt einfach nicht vollständig ausgereizt wird. Doch für solch ein Songwriting sind SLOUGH FEG nunmal bekannt.
Apropos Songwriting: auch wenn sich auf „The Animal Spirits“ jetzt keine Überhits finden lassen, komponieren die Amerikaner auf einem gleichmäßig guten Level. Und ich wage zu behaupten: wer schonmal Songs von SLOUGH FEG gehört hat, erkennt sie auch heuer an ihren untrügerischen Trademarks wieder: an den charakteristischen Riffs, den folkigen Einspenkseln in dem sonst recht kraftvollen Sound und auch an Mike Scalzis unverkennbarem Organ. Handwerklich ist alles im grünen Bereich, wenngleich die Stücke keine technischen Wunderdinge offenbaren. Doch das erwartet der geneigte Hörer von den Wahl-Kaliforniern auch nicht.
„The Animal Spirit“ passt bestens in die musikalische Tradition von Slough Feg. Erwähnenswert wären noch die Anspieltipps, die ich in dem eher verhaltenen, aber umso wuchtigeren „Heavyworlder“ (wohl der legitime Nachfolger von „Hardworlder“ aus dem gleichnamigen Album), dem vielseitig arrangierten „Kon-Tiki“ und dem leicht emotionalen, von einer tollen Folk-Melodie geführten „Second Coming“ sehe.

Anhänger von SLOUGH FEG werden auch „The Animal Spirits“ lieben, und wer mit den Amis bisher nichts anfangen konnte, wird wahrscheinlich wegen des neuen Outputs seine Meinung nicht ändern. Für wen die Band Neuland ist, sollte vor einer möglichen Kaufentscheidung auf jeden Fall erst intensiv in das Album reinhören. Man mag SLOUGH FEG oder nicht, dazwischen gibt es kaum etwas. Ich gehöre mittlerweile zu Ersteren und meines Erachtens ist „The Animal Spirits“ auch ein durchweg gelungenes Werk. Was das Artwork angeht, haben sich SLOUGH FEG an Hässlichkeit diesmal wieder selbst übertroffen, aber auch das gehört irgendwie dazu.

Bewertung: 7.5 / 10

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