CD-Review: The Breath Of Life - Under The Falling Stars

Besetzung

Isabelle Dekeyser – Gesang
Philippe Mauroy – Gitarre, Drum-Programming
Didier Czepczyk – Bass
Giovanni Bortolin – Keyboard, Geige

Tracklist

01. A Rainbow Is Fading
02. Crime Passionel
03. The Right Place
04. Stolen Dreams
05. The Magic Of Dreams
06. Hide
07. A New Reality
08. Until The Day
09. Blackout
10. Higher
11. From The Storms


Bereits seit Mitte der 80er Jahre gibt es die belgische Band THE BREATH OF LIFE, die in ihrer Musik Einflüsse von Gothic Rock und Dark Wave vereint. Eine wirklich beachtliche Zeitspanne, bedenkt man, dass die Gothic-Rocker vor allem in ihren Anfangsjahren konsequent und regelmäßig neues Material herausbrachten und die gebührende Bekanntheit bis heute auf sich warten lässt. Da ist es nur verständlich, dass die Anzahl der Releases in letzter Zeit etwas zurückgegangen ist und man geschlagene sieben Jahre auf den Nachfolger von „Whispering Fields“ warten musste. Doch nun sind THE BREATH OF LIFE zurück – und mit ihnen ihre starke neue Platte „Under The Falling Stars“.

Dass THE BREATH OF LIFE nach all der Zeit im Gothic-Bereich immer noch nicht Fuß fassen konnten, erscheint anhand ihres neuen Albums unbegreiflich. Anstatt darauf einfallslos bereits Gespieltes zu wiederholen, als Songwriter ermüdet zu stagnieren oder es – wie so manche Band aus dem Underground – mit dem Experimentieren zu übertreiben, finden THE BREATH OF LIFE stets den richtigen Mittelweg. Natürlich sind die sehr präsenten, lässigen Bassläufe wie im Opener „A Rainbow Is Fading“ oder die immer wieder dezent zur Untermalung der Stimmung eingesetzten Keyboards nichts gänzlich Neues.
Davon abgesehen, dass die vier Belgier diese Stilmittel jedoch in wunderbar stimmiger und eingängiger Weise in Szene zu setzen wissen, gibt es doch auch einige Alleinstellungsmerkmale, die sich in ihren Songs hervortun. Da wäre zum einen der schräge, sirenenhafte Gesang von Isabelle Dekeyser, der zu Beginn zwar etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, aber letztlich einen großen Anteil des Charmes ausmacht, der THE BREATH OF LIFE auszeichnet. Andererseits ist es das verspielte, elegante Geigenspiel, das die Musik der Belgier von den meisten ihrer Genre-Kollegen abhebt. Doch nicht nur die kreativen Streicherarrangements, auch die übrige Instrumentalisierung sprüht vor Einfallsreichtum und Vielseitigkeit.
So finden sich auf „Under The Falling Stars“ gehetzte, mysteriöse und fast schon paranoid klingende Nummern wie „Stolen Dreams“ oder „Blackout“, aber ebenso auch geschmeidige, verführerische Tracks wie „The Right Place“ oder „Hide“ sowie knackige Electro-Rocker („From The Storms“). Im hoffnungsvollen „Until The Day“ gibt es sogar wunderschön perlende Post-Rock-Gitarren zu bestaunen. Doch egal ob nun in Form von verträumten Ambient-Elementen, energetischen Beats, melancholischer Geige oder zurückgelehnten Bass- und Gitarrenmelodien, THE BREATH OF LIFE bringen die jeweilige Stimmung, die sie in ihren kleinen Meisterstücken vermitteln wollen, immer überzeugend rüber.

THE BREATH OF LIFE mag als Bandname eher sperrig und pathetisch wirken (was möglicherweise auch ein Grund für den fehlenden Bekanntheitsgrad ist), aber der Name ist hier gewiss Programm: Die Belgier hauchen einem schon lange bestehenden Genre mit „Under The Falling Stars“ neues Leben ein. Zwar werden die mitunter seltsam anmutenden Vocals und die soundtechnisch ziemlich modern ausgerichteten Tracks nicht unbedingt jedem erklärten Goth zusagen und dem einen oder anderen Song haftet ein minimaler Filler-Makel an, doch so abwechslungsreich und angenehm verschroben wie die Platte ist, kann man sie nur als gelungen bezeichnen.

Bewertung: 8 / 10

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