CD-Review: The Flesh Eeaters - I Used To Be Pretty

Besetzung

Chris Desjardins - Gesang
Dave Alvin - Gitarre
John Doe - Bass
Bill Bateman - Schlagzeug
DJ Bonebrake - Marimba, Percussion

Tracklist

01. Black Temptation
02. House Amid The Thickets
03. My Life To Live
04. The Green Manalishi
05. Miss Muerte
06. The Youngest Profession
07. Cinderella
08. Pony Dress
09. The Wedding Dice
10. She's Like Heroin To Me
11. Ghost Cave Lament


1977 traten THE FLESH EATERS vom Punk-Club The Masque in Hollywood aus auf die Bildfläche. Frontmann und einzig beständiges Mitglied Chris Desjardin löste die Band 1983 auf, es folgten diverse Releases bis 1991 das nächste reguläre Studialbum erschien. Nachdem die Musiker 2018 wieder zusammenkamen, entschieden sie ihr aktuelles Schaffen zu verewigen. So ist „I Used To Be Pretty“ entstanden, dass aus zwei neuen Songs, drei Cover-Versionen und sechs Neuinterpretationen bereits veröffentlichter Titel besteht.

Eröffnet wird der Longplayer mit „Black Temptation“, welches eigentlich bereits 2004 auf dem letzten Studio-Release „Miss Muerte“ vertreten sein sollte, aber dem Faktor Zeit zum Opfer fiel. Interessant und doch gewöhnungsbedürftig ist nicht nur Desjardins Gesang, sondern auch die Mischung aus Punk und Wave, die mit einem kurzen Saxophon-Solo gekrönt wird. Dieses Saxophon in der Folge noch öfter eingesetzt, auch über längere Strecken, was den Songs eine jazzige Note verleiht („House Amid The Thickets“, „The Youngest Profession“).

Ein besonderes Schmankerl ist die Interpretation des Fleetwod-Mac-Klassikers „The Green Manalishi“. Fast schon im Doom Jazz bewegt sich der Titel dank der schleppend-düsteren Atmosphäre und der virtuos eingesetzten Bläser. Außergewöhnlich ist auch der Einsatz der Marimba, die dem Gesamtpaket eine liebliche Note gibt, die sich von der restlichen Musik besonders abhebt. Der abschließende 13-minütige Longtrack „Ghost Cave Lament“ ist an das Stück „Moritas Moras“ des Flamenco-Gitarristen Manitas de Plate angelehnt. Songauswahl und Zusammenstellung präsentieren sich so schlüssig, dass man die verschiedenen Entstehungsphasen zu keiner Zeit bemerken würde.

Wenn man sich einmal an den sehr speziellen Gesangstil von Chris Desjardin und das sehr extravagante Musikkonstrukt gewöhnt hat, dann saugt man die Titel förmlich auf. Nicht komplett von der Punk-Vergangenheit gelöst, aber doch mit vielen anderen Einflüssen gespickt, ist „I Used To Be Pretty“ ein Rockalbum gealterter Herren, die ihr aktuelles Schaffen zu einer intensiven Platte gebündelt haben. Aufgrund des Schmelztiegels aus Death-Punk, Garage Rock  und (Doom) Jazz sollte dieses künstlerische Werk viele Hörer qualitativer Rockmusik ansprechen.

Bewertung: 8 / 10

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