CD-Review: The Good The Bad And The Zugly - Algorithm & Blues

Besetzung

Ivar Nikolaisen - Gesang
Eirik Melstrøm - Gitarre, Gesang
Kim Skaug - Gitarre, Gesang
Zugly - Bass, Gesang
Magne Vannebo - Schlagzeug, Gesang

Tracklist

01. Welcome To The Great Indoors
02. Fake Noose
03. Staying With The Trouble
04. (Follow Your Dreams)
05. Kings Of Inconvenience
06. The Man Behind The (Oxygen) Mask
07. Fuck Life...But How To Live It?
08. Corporate Rock
09. What Have You Done For Me Lately?
10. The Kids Are Alt-Right
11. Fuck The Police
12. (Kisteglad)
13. Requiem


Hardcore und Punk-Rock machen Spaß, sind aber meistens simpel aufgebaut: Gitarre, Bass, Schlagzeug und (Achtung: Ironie) drei Akkorde reichen, clever kombiniert, den Zuhörer mitzureißen – zumindest, wenn man die richtigen drei Akkorde zufällig in der richtigen Reihenfolge arrangiert. Die Punkband THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY kommt aus Norwegen und hat mit „Algorithm & Blues“ ihren vierten Longplayer am Start – und wie schaut es mit dem Händchen für die richtige Akkordreihenfolge aus?

Die Truppe um Frontmann Ivar Nikolaisen, seines Zeichens auch Frontmann von Kvelertak, gibt ziemlich Vollgas: 13 Songs in 35 Minuten, gerade mal der Opener ist über vier Minuten lang. Im Gegensatz zu Kvelertak sind THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY noch eine ganz ecke straighter und punkiger unterwegs: Uptempo-Drums, größtenteils gescreamte Vocals, Gangshouts und Schrabbel-Gitarren dominieren das Album ohne Frage – wenn auch für Hardcore- bzw. Punk-Verhältnisse ausgesprochen druckvoll und fett produziert.

„Drink Beer, Feel Fine, Smoke Weed, Fuck Life!“ ist nicht das schlechtest Albummotto, wenn der Soundtrack für eine gute Party das musikalische Ziel ist. Dies ist definitiv gelungen, negative Schwingungen sucht man bei THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY vergeblich, auch wenn kritische Themen wie der Rechtsruck in der Gesellschaft oder der Klimawandel nicht zu kurz kommen, sondern, vor schwarzem Humor und Sarkasmus triefend, das Album mitprägen. Dass „Fuck The Police“ szenebedingt auch ganz gut funktioniert, dürfte nicht überraschen.

Auf der instrumentalen Seite gibt es ebenfalls keine Ausfälle zu verzeichnen: Das Quintett ist ziemlich abwechslungsreich unterwegs, dazu kommt ein gutes Händchen für coole Riffs und Melodien, wie Quasi-Hits wie „The Man Behind The Oxygen Mask“ oder auch der Opener „Welcome To The Great Indoors“ mit seinem and AC/DC-Thunderstruck-Intro beweisen. Die Gitarristen zitieren dabei mit einem Augenzwinkern gerne mal die achtziger Jahre, die Rhythmusgruppe ist tight und verdammt schnell unterwegs.

THE GOOD THE BAD AND THE ZUGLY ist mit „Algorithm & Blues“ ein starkes Album gelungen, welches Fans von Bands wie Refused oder Turbonegro definitiv mal antesten sollten. Schnörkellos und ehrlich auf die Zwölf – was will man mehr. Außer vielleicht noch das passende Bier in der Hand.

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Bewertung: 8.5 / 10

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