CD-Review: The Konsortium - Rogaland

Besetzung

F.G. Gugelli - Gesang, Gitarre
T. Jacobsen - Gitarre
B. Waldejer - Gitarre
Teloch - Bass
Dirge Rep - Schlagzeug

Gastmusiker:
Cpt. Estrella Grasa - Gesang (Track 2 & 6)

Tracklist

01. Innferd
02. Skogen
03. Fjella
04. Stormen
05. Hausten
06. Arv
07. Havet
08. Utferd


Sieben Jahre sind vergangen, seit THE KONSORTIUM ihr gleichnamiges Debüt veröffentlichten. Nun hat die Progressive-Black-Metal-Band um Sänger, Gitarrist, Bandgründer und Mastermind Fredrik G. Fugelli ihr zweites Album „Rogaland“ vorgelegt. Technisch anspruchsvoller und komplexer als der Vorgänger soll es der eigenen Beschreibung nach sein. Mit namhaften Musikern wie Bassist und Mayhem-Gitarrist Teloch sowie ex-Enslaved-Drummer Dirge Rep sind zumindest schon mal fähige Instrumentalisten an Bord, die diesem Anspruch gewachsen wären.

Und tatsächlich verspricht die Band nicht zu viel. „Rogaland“ begeistert von der ersten Sekunde an durch enorm kreatives Songwriting und technisch beeindruckende Instrumentalarbeit. Statt sich, wie so manch andere Progressive-Black-Metal-Formation, in zu langen und ziellosen Songs zu verlieren, geben die Stücke auf „Rogaland“ direkt Vollgas – nur eben mit Köpfchen statt mit dem Kopf voraus durch die Wand. Der Opener „Skogen“ vereint fulminante Blastbeat- und Doublebass-Rasereien mit groovigen, einzigartigen Prog-Riffs, „Fjella“ und „Hausten“ stehen dem in wenig nach.

Als brachialster und gleichzeitig wohl stärkster Track des Albums qualifiziert sich das Hochgeschwindigkeitslied „Stormen“, das mit seinem Doublebassgewitter recht thrashig daherkommt, stets aber mit gelungenen Riffs und Melodien aufwartet. Ganz anders, aber nicht minder genial präsentiert sich „Arv“, das mit seinem geschwärzt-rockigen Riffing auch problemlos auf einer Enslaved-Platte funktioniert hätte.

Einzig das zehneinhalbminütige „Havet“ wirkt etwas zu lang. Der finale Ausbruch nach dem gemächlichen Aufbau hätte ruhig 2-3 Minuten früher erfolgen dürfen. Auch der Outrotrack „Utferd“ wirkt unfertig, nicht zu Ende gedacht und dadurch leider unnötig. Kritik, die einige Fans nach Veröffentlichung der ersten Singles auch in Bezug auf die Produktion äußerten. Tatsächlich muss man sich auf den Mix einlassen können – ebenso wie auf Fugellis doch recht eigenwilligen Brüllgesang. Doch ob man den recht scharfkantigen, höhenlastigen Mix nun mag oder nicht: Funktionieren tut er für diese Art von Musik zweifellos.

Wer von all dem Standard-Black-Metal-Kram genug hat und sich mal ein bisschen mehr Indiviualität und Abwechslung wünscht, dem sei THE KONSORTIUMs „Rogaland“ dringend ans Herz gelegt. Hier treffen mitreißende Riffs voller Groove und spielerischem Einfallsreichtum auf klassische Genreelemente und verschmelzen zu einem wunderbaren Ganzen. Eines der besten Black-Metal-Alben des Jahres.

Bewertung: 8.5 / 10

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