CD-Review: Ixion - Enfant de La Nuit

Besetzung

Julien Prat – Gesang, alle Instrumente
Thomas Saudray – Gesang, ergänzende Keyboards
Yannick Dilly – Klargesang

Tracklist

01. Ghost in The Shell
02. Allegiance
03. Discovery
04. Doom
05. The Shining
06. Children Of The Night
07. The Passenger
08. Promised Land
09. Odyssey


Dass Metal nicht immer nur das musikalische Äquivalent zu einer Prügelei ist, sollte eigentlich jedem, der sich auch nur ein bisschen mit den verschiedenen Subgenres vertraut gemacht hat, geläufig sein. Die französische Band IXION ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es auch anders geht. Ihre Musik ordnet sich irgendwo zwischen Gothic Metal und Death/Doom ein und ist von einer mysteriösen, träumerischen Atmosphäre durchdrungen. „Enfant De La Nuit“ ist bereits ihr zweites (und hoffentlich nicht letztes) Full-Length-Album, das vor allem Fans der ruhigeren Gangart gefallen dürfte, vielleicht sogar außerhalb des Metal-Sektors.

IXION scheinen sich jedenfalls nicht auf ihrem Status als Metal-Band auszuruhen, denn die nicht-metallischen Stilmittel werden hier mit den metallischen in gleichberechtigter Symbiose verflochten. Beim Gesang dominieren Clean-Vocals, die recht vielseitig, aber immer sehr verträumt klingen. Vor allem der anfängliche Gesang in „Discovery“ verleitet dazu, den Zustand des Wachseins hinter sich zu lassen und sich einem fantastischen Traum hinzugeben. Kraftvoller sind hingegen die Vocals in „Allegiance“, das zudem mit mystischen Keyboards aufwartet, wie man sie von den ruhigeren Momenten des Dimmu-Borgir-Klassikers „Enthrone Darkness Triumphant“ kennt.
Keyboard, Piano und Synthesizer spielen bei IXION generell eine tragende Rolle, sie sind quasi omnipräsent und mit der Hauptgrund für die eigenartige Stimmung des Albums. Dabei erfüllen sie genau ihren Zweck, ohne jemals kitschig oder unpassend zu wirken. Vor allem die Synthesizer („Doom“) und vereinzelte Elektro-Beats („The Passenger“) verleihen den Kompositionen einen spacigen Touch, der bereits auf dem gelungenen Album-Artwork vorweggenommen wird. Um nochmal kurz auf den Gesang zurückzukommen, dieser wird auch durch einige tiefe Growls ergänzt, die exakt in jener Menge eingesetzt werden, wie es der Musik zuträglich ist.
Die Gitarren geben genretypisch melancholische Melodien von sich und sind fester Bestandteil der Musik von IXION, treten allerdings auch öfters hinter die Keyboards zurück, um sich mit der Rhythmusführung zu begnügen. Im Allgemeinen sind die Gitarren eher einfach gehalten, doch das fällt nie negativ auf. Ebenso simpel ist das Schlagzeugspiel, nur gelegentlich wird die Double-Bass-Drum ausgepackt. Dies lässt sich wohl in erster Linie auf das niedrige Tempo der Songs zurückführen. Nur selten wagen sich IXION überhaupt in Midtempo-Gefilde. Nichtsdestotrotz sind die Songs nicht so ausufernd in ihrer Länge, wie man es erwarten könnte. An der Produktion gibt es nichts zu kritisieren, alle Instrumente sind klar herauszuhören und bekommen den ihnen zugedachten Raum.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass IXION mit „Enfant De La Nuit“ ein wirklich empfehlenswertes Album vorlegen. Beim ersten Hören bleibt noch eher wenig hängen, doch was anfangs noch beinahe langweilig rüberkommt, entpuppt sich nach ein paar Durchläufen als atmosphärisch, ja geradezu hypnotisch. Das Album ist wie aus einem Guss, es fehlt noch ein wenig an Wow-Effekten, aber letztlich wissen IXION zu überzeugen. Alle, die sowohl mit Metal als auch Darkwave etwas anfangen können, sollen hier mal ein Ohr riskieren.

Bewertung: 7.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: