Review Sammath – Triumph In Hatred

  • Label: Folter
  • Veröffentlicht: 2009
  • Spielart: Black Metal

Holland – Land der Windmühlen, Tulpen und, zumindest aus Sicht eines Metalheads, vielleicht noch des Death Metal. Für eines jedoch ist das Land der Oranje keinesfalls berühmt: Seine Black Metal-Kultur.
Dennoch gibt es derartiges natürlich auch hier – manifestiert in Bands wie SAMMATH, welche bereits seit 16 Jahren in Unwesen treiben.

Dabei treffen die beiden Begriffe „Unwesen“ und „treiben“ den Nagel eigentlich au den Kopf. Denn zum einen treibt Schlagzeuger Koos Bos seine beiden Mitstreiter derart gefühllos und ohne Hirn und Unterlass blastend durch die Songs, dass einem nicht nur Hören und Sehen, sondern auch jegliche Freude vergeht… zum anderen ist das, was dabei herauskommt, wahrlich ein „Unwesen“.
Über 40 Minuten hinweg ballert das Trio hier technisch mehr oder weniger souverän vor sich hin, als gäbe es auf der Welt nichts schöneres und verhindert so nicht nur jeglichen Anflug von Atmosphäre, sondern darüber hinaus sehr effizient auch jeglichen Hörgenuss: Denn was die ersten Minuten noch roh, aggressiv und kraftvoll klingt, treibt bereits nach einer Viertelstunde selbst dem hartgesottensten Black Metaller die Schweißperlen auf die Stirn: Ein gesichtsloses Riff jagt das Nächste, um seinen Vorgänger schließlich Übergangs- und Zusammenhangslos abzulösen, bis ihm dann, wenig später, selbst – bestenfalls vom Songende, schlechtestenfalls von einem Artgenossen – der Garaus gemacht wird. Fast schon bemitleidenswert hilflos und dabei völlig fehl am Platz wirken die gänzlich misslungenen Versuche, mittels wahllos eingestreuter Soli soetwas wie einen Spannungsbogen aufzubauen… steigt dieser dadurch doch ungefähr so rapide an wie eine holländischen Landstraße.
Als würde Kruitwagen all das genauso auf den Sack gehen wie mir, schreit er zu alledem zwar ständig reichlich angepisst herum, macht die Suppe so jedoch auch nicht unbedingt genießbarer.

Bezüglich des Songmaterials ist „Triumph In Hatred“ schlicht und ergreifend vollkommen belanglos, stümperhaft und dementsprechend langweilig. Und doch würde kaum ein Begriff „Triumph In Hatred“ schlechter in Worte fassen als „langweilig“ – denke ich bei „Langeweile“ doch eher an den Zustand, in dem man sich nebenher intensiv mit etwas anderem beschäftigen muss, um nicht einzuschlafen.
„Triumph In Hatred“ hingegen ist nervenaufreibend, anstrengend und auf Dauer schlicht unerträglich. Wirklich grausam jedoch ist erst die ernüchternde Erkenntnis, dass alles Leiden umsonst war: Denn dass zwischen „Blood“ und „The Dead Lay Torn“ nichts kommt, was nicht schon in „Blood“ gesagt gewesen wäre, hätte man sich auch denken können, ohne dazu 40 Minuten Lebenszeit zu vergeuden.

Wertung: 1.5 / 10

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