Interview mit Thomas Jefferson Cowgill von King Dude

Wer sein Album „Sex“ nennt, lässt zumindest über das Thema keine Fragen offen – oder doch? TJ Cowgill aka. KING DUDE über Sexualität, Sexismus, und Bass als Schlüsselelement von Sex-Musik.

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Dein neues Album heißt „Sex“ und kennt nur ein Thema. Was hat dich zu dieser Idee getrieben?
Das war einfach der notwendige nächste Schritt in meiner Diskographie. Ich habe „Fear“ und „Love“ bereits eingenommen, insofern war es jetzt einfach Zeit für „Sex“.

Worum geht es in den Texten, wie gehst du das Thema an?
Die Texte drehen sich um viele Dinge, die alle mit Sex zusammenhängen. Ich wollte das Thema auf eine persönliche Art und Weise angehen, die aber auch auf jeden übertragbar ist, der das Album hört. Aber so gehe ich jedes Thema an, über das ich schreibe.

Würdest du das Album deswegen als sexistisch ansehen?
Die Antwort kann nur ein schallendes Nein sein! Aber natürlich schreibe ich manchmal Songs aus meiner Perspektive, und die ist nunmal die eines hetero-sexuellen weißen Manns. Wenn sie deswegen auf irgendjemanden sexistisch wirken, dann ist das eben so.

kingdude1Was hälst du generell von Gender-Theorien, Feminismus und Sexismus-Debatten?
Ich finde das alles wunderbar, so lange es nicht all zu weit ins Absurde hineinreicht. Aber wir müssen realistisch, logisch und optimistisch bleiben, während wir darauf warten, dass der Rest der Geselschaft sich mit der Idee anfreundet, dass wir nicht alle gleich geschaffen wurden. Ich denke, alle Leute sollten die Möglichkeit haben, sich als was immer sie wollen zu identifizieren – und alle sollten sich mit dem Respekt begegnen, den jeder verdient. Es gibt Grundrechte, die jedem menschlichen Wesen zugestanden werden müssen – egal, welchen Geschlechts, welcher sexuellen Orientierung oder was sonst für ein harmloser Unterschied zwischen uns auch bestehen mag.

Musikalisch gesehen, haben die KING-DUDE-Songs diesmal zum ersten Mal Bass. Warum war das diesmal wichtig?
Bass ist ein Schlüsselelement in jeder Musik, die sexy ist. Als ich für dieses Album nach Sex-Musik gesucht habe, war das die am einfachsten zu identifizierende Gemeinsamkeit. Also bin ich losgezogen, habe für 200 Dollar einen Bass gekauft und mich an die Arbeit gemacht. Den Bass, den man auf dem Album hört, verwendet unser Bassist auch live – ich glaube, das waren gut investierte zweihundert Dollar.

kingdude2Ein paar Songs stechen auf dem Album heraus – beispielsweise „Sex Dungeon USA“ mit seinen Zerr-Gitarren und Punk-Riffs. Was war deine Idee dabei? Findest du nicht, dass das Stück die Atmosphäre des Albums stört?
Ich würde nicht so viel über „Sex Dungeon USA“ nachdenken. Ich tue es jedenfalls nicht. Ich finde, es kommt zum perfekten Zeitpunkt auf dem Album. Und klar, es bricht aus der generellen Stimmung aus. Aber ich will auch nicht, dass du es dir zu bequem machst. Und ich will nicht, dass du den nächsten Song auf dem Album erwartest. „Sex Dungeon USA“ repräsentiert eine unbekümmerte, stumpfsinnige Sexualität, die so existiert. Deswegen ist der Song auf dem Album.

Du hast für das Album mit Produzenten in Seattle, LA und Berlin zusammengearbeitet. Warum hast du die Aufnahmen auf verschiedene Leute in verschiedenen Ländern aufgeteilt?
Ich habe für zwei Songs auf dem Album mit zwei verschiedenen Produzenten gearbeitet – und die leben nunmal in diesen Städten. Aber ich bin nicht zu ihnen gefahren, sondern sie haben mir einfach ihre Tracks per Mail geschickt, und ich habe dann hier in Seattle meinen Gesang aufgenommen. Ich liebe die Arbeiten von beiden, insofern ist es eine Ehre, sie beide auf dem Album zu haben.

Auf dem Album findet sich mit „The Girls“ auch eine Live-Aufnahme. Warum wolltest du einen Live-Song auf dem Album haben?
Glaube nicht alles, was du hörst. Das war nicht live – der Song wurde im Studio aufgenommen und anschließend auf live getrimmt. Das ist für mich ein Teil des Songs, es war für mich wichtig, dass er genau so klingt, weil das den Hörer wieder in einen anderen Zustand versetzt. Es ist witzig und hell und passiert direkt vor dem Ende des Alums, das ich perönlich sehr heftig finde.

kingdude-sex-coverWie passt das Artwork zu alledem? Warum ist das Bild die perfekte Wahl, um das Album zu visualisieren?
Die Fotografin, die das Albumcover gemacht hat, heißt Ellen Rogers. Eigentlich war das Bild einfach Teil einer Serie, die sie gemacht hat – aber als ich es gesehen habe, habe ich mich direkt in das Bild verliebt. Ich weiß nicht, warum genau es perfekt ist – manche Dinge sind es einfach. Es ist, als wäre es schon immer das Artwork gewesen, schon als ich es das erste Mal gesehen habe – und jetzt ist es wahr geworden, weil es wirklich das Artwork ist. Es ist, als ob es außerhalb der Zeit existiert hätte. Wenn du so ein Gefühl verspürst, musst du ihm einfach folgen – es ist Teil deines göttlichen Pfades.

Vielen Dank für das Interview – zum Abschluss ein Brainstorming:
Chelsea Wolfe:
Schwester
Kirche: Metal
Metal: Kirche
Open Air Festivals: Matsch
Dein Lieblingslabum 2016: Massive Attack – The Spoils
KING DUDE in zehn Jahren: 47.

Die letzten Worte gehören dir:
Vielen Dank für den Support. Das Luzifers Licht und Liebe sei mit euch!

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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