Interview mit Thomas Jefferson Cowgill von King Dude

Die meisten Bands arbeiten Jahrelang an ihren Alben – KING DUDE genau zwei Wochen. Wieso „Full Virgo Moon“ so schnell und komplett in Einzelarbeit entstanden ist, wie sich das auf die Live-Shows auswirken wird, und warum der Titel trotz astrologischer Bedeutung nichts mit Astrologie zu tun hat, erklärt Thomas Jefferson Cowgill alias KING DUDE im Interview.

Hallo und vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast! Wie geht es dir?
Mir geht es großartig, danke. Ich bleibe nur eine Weile in Schweden, bis dieses verdammte Virus vorbei ist.

Der Promotext für dein Album beginnt wie folgt: „KING DUDE war in den letzten Jahren eine der am meisten missverstandenen Stimmen in der Szene.“ Siehst du das auch so, könntest du das etwas näher erläutern?
Nein, ich denke, es ist ziemlich selbsterklärend.

Du hast dieses Album wieder ganz allein aufgenommen, also wieder so wie ganz am Anfang. Was hat dich dazu getrieben?
Nun, hauptsächlich die Notwendigkeit. Ich musste das Album zwischen den Tourneen schnell machen, und die beste Art, das zu tun, war allein zu Hause in meinem Studio.

Du hast das Album in zwei Wochen aufgenommen – wie lange hat das Songwriting gedauert?
Zwei Wochen.

Das Ergebnis klingt wieder eher nach deinen frühen Arbeiten. Ist es das geworden, was du dir erhofft hast?
Ja, absolut.

Wirst du in Zukunft alleine auf Tournee gehen oder wirst du zumindest einzelne Songs alleine spielen?
Die jetzt geplante Tour war mit zweiköpfiger Besetzung gedacht. Aber dann kam die Sache mit Covid-19 und wir mussten unsere Shows verschieben, bis alle ihre verdammten Sinne wieder beisammen haben. Ich habe aber vor, die Tour in dieser Besetzung zu spielen. Mit zwei Leuten.

Das Album hat auch Klavier- und Streicherspuren. Würdest du sagen, dass es das bisher vielseitigste KING-DUDE-Album ist?
Nein. Ich glaube, das vielseitigste Album, das ich gemacht habe, ist „Music To Make War To“. Dieser Motherfucker hat wirklich alles. „Full Virgo Moon“ hat insgesamt vielleicht vier Instrumente – auf dem ganzen Album.

Was verbirgt sich hinter dem Titel „Full Virgo Moon“ – und in welchem Verhältnis steht er zu den Texten?
Es fühlte sich einfach wie der Titel an. Ich bin keiner, der sich für Astrologie interessiert … auch wenn das auf andere so wirken mag. Aber ganz ehrlich: Es klang einfach richtig, und der Titel ist auch in der zweiwöchigen Session entstanden, die ich allein in meinem Heimstudio gemacht habe. Interessant ist, dass in der Woche, in der das Album veröffentlicht wurde – und den Termin hat das Label ausgewählt – Vollmond war und er im Haus der Jungfrau stand.

Worum geht es auf dem Album dann?
Auf dem Album geht es um viele Dinge – zu viele, um es zu verallgemeinern. Aber wenn es sein müsste, würde ich sagen, es geht darum, wie ich über Menschen denke, die mir in meinem Leben nahe sind und waren. In dieser Hinsicht ist es ein Folk-Album.

Wie wichtig ist für dich, dass die Texte aller Lieder gut zusammenpassen?
Die Texte zu schreiben ist der wichtigste Teil meiner Arbeit, ich nehme das schrecklich ernst. Die Texte müssen jetzt und für immer gut sein, also ja, es ist eine ziemlich große Sache für mich.

Das Artwork sieht ziemlich unheimlich aus – wer hat das Foto gemacht, und warum passt es perfekt zum Album?
Das ist von Nona Limmen, einer tollen Künstlerin aus den Niederlanden. Als ich es sah, erinnerte es mich so sehr an eine Schlaflähmung, die ich mal erlebt habe, dass ich das Gefühl hatte, das müsse das Cover werden. Sie ist eine großartige Künstlerin und ich kann dir nur empfehlen, dir ihre anderen Werke anzusehen.

Vielen Dank für deine Zeit und Antworten! Zum Abschluss ein kurzes Brainstorming:
Bernie Sanders: Was macht das für einen Unterschied?
Johnny Cash: Ohne Scheiß … Duh.
Gott: Welcher?
Dein aktuelles Lieblingsalbum: Mgła – Art Of Excuse
KING DUDE in 10 Jahren: Tot und vergangen …

Nochmals vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören dir:
Danke, dass du zugehört hast, ich liebe dich. Mach’s gut!

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Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

Geschrieben am

Fotos von: Afra Gethöffer

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