CD-Review: Agalloch - The Serpent And The Sphere

Mai 2014

Besetzung

John Haughm - Gesang, Gitarre
Don Anderson - Gitarre, Piano
Jason William Walton - Bass
Aesop Dekker - Schlagzeug
Gastmusiker:
Nathanaël Larochette - Akustikgitarre

Tracklist

01. Birth And Death Of The Pillars Of Creation
02. (Serpens Caput)
03. The Astral Dialogue
04. Dark Matter Gods
05. Celestial Effigy
06. Cor Serpentis (The Sphere)
07. Vales Beyond Dimension
08. Plateau Of The Ages
09. (Serpens Cauda)


(Atmospheric Folk/Doom Metal, Post-Rock/Metal) Nach vier Jahren ist es mal wieder Zeit für außergewöhnliche Musik. Die Nordwestamerikaner AGALLOCH sind mit „The Serpent And The Sphere“ und einer knappen Stunde Spielzeit zurück, wie gehabt erwarten den Hörer Lieder voller Kraft und Melancholie, voll epischer Momente und dramatischer Arrangements.

Wenn eines bei Bands wie AGALLOCH klar ist, dann, dass nichts klar ist. Wie selbstverständlich werden auch auf dem aktuellen Album wieder die Stile bunt gemischt, dennoch klingt das Ergebnis in seiner Gesamtheit absolut ausgegoren. In der Bandbiographie bildet „The Serpent And The Sphere“ keine Ausnahme, zwar sind die Songs im Wesentlichen maximal im Midtempo gehalten, dennoch bleiben die Metaleinflüsse zum Glück vordergründig. Dies bezieht sich vor allem auf den harsch-keifenden Gesang, aber auch instrumental greifen die Amerikaner auf ihre Wurzeln zurück.
Blast-Beats und Double-Bass-Attacken bilden dabei zwar eher die Ausnahme, dennoch sind sie da, immer dann, wenn ein Song sie braucht. Viel öfter setzten AGALLOCH auf verzerrte Gitarren mit langsamerer Untermalung und einzelnen, dafür aber umso effektiver eingesetzten Keyboards. Nicht aufdringlich, nicht im Vordergrund, lediglich songdienlich unterstützen sie den in dieser Phase oft post-rockigen Klang, welcher dazu vor allem durch emotionale Soloeinlagen erzeugt wird, wie das über zwölfminütige „Plateau Of The Ages“ in bester Manier beweist.
Auf der Reise durch die Platte erlebt man sonst eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle, akustische Zwischenspiele lockern immer wieder auf, wobei man die Erholung nicht aufgrund der enormen Geschwindigkeit, sondern wegen der enormen Emotionalität, mit der AGALLOCH ihre Hörer immer wieder herausfordern, benötigt.
Wie immer ist es bei Bands mit außergewöhnlichem Anspruch schwierig, einzelne Songs herauszusuchen. Zwar klingt der Hinweis „das Album sollte man als Ganzes genießen“ irgendwie altbacken, ist im Zusammenhang mit „The Serpent And The Sphere“ aber aktueller denn je, anders wirken all die unterschiedlichen Stimmungen und Melodien nicht richtig.

Keine Frage, man muss Zeit und Aufmerksamkeit investieren, wenn man sich auf die neue Platte von AGALLOCH einlassen will und auch dann ist nicht garantiert, dass sich die Musik in ihrer Gänze erschließt. Eigentlich müsste man dann konsequenterweise auf eine Bewertung verzichten, ein zahlenmäßiger Anhaltspunkt soll aber dennoch nicht ausbleiben. Allerdings lautet die weit wichtigere Empfehlung, sich selber ein Bild von „The Serpent And The Spehre“ zu machen.

Bewertung: 8 / 10

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