CD-Review: Alkymist - Alkymist

  • Veröffentlichung: 2018
  • Label: Indisciplinarian
  • Spielart: Doom Metal
Besetzung

Peter Bjørneg – Gesang
Stefan Krey – Gitarre
Kaspar Luke – Bass
Philip Morthorst – Schlagzeug

Tracklist

01. Ghost
02. Djinn
03. Myling
04. Black Egypt II
05. Paradise
06. Serpent


Im Grunde genommen sind Progressive Rock und Doom Metal ihrem Wesen nach zwei völlig unterschiedliche Stilrichtungen: Ersterer ist gekennzeichnet von flotten, leichtfüßigen und vertrackten Arrangements, während letzterer auf trägen, wuchtigen und einfach gestrickten Klängen basiert. Dennoch gibt es schon die eine oder andere Band, die dieses ungleiche Paar enger zusammenbringen wollte. Nach Pallbearer, die in dieser Hinsicht schon seit einiger Zeit von sich reden machen, haben sich nun auch die Dänen ALKYMIST daran gemacht, Prog und Doom miteinander zu verknüpfen. Das Ergebnis ist ihr dreiviertelstündiges, selbstbetiteltes Debütalbum, welches das Quartett auf ihre nur ein paar Monate zuvor erschienene Einstands-EP „Element“ folgen lässt.

Obwohl die 70er-Prog-Einflüsse, die sich ALKYMIST auf die Fahnen geschrieben haben, nicht zu unterschätzen sind, fällt die Gewichtung auf „Alkymist“ doch sehr eindeutig zugunsten ihrer Doom-Metal-Schlagseite aus. Die Einstiegsnummer „Ghost“ ermöglicht diesbezüglich einen guten Ausblick auf das Kommende: In den Strophen wird mit minimalistischen Clean-Gitarren und tiefem, lauerndem Gesang eine unheimliche Stimmung erzeugt, woraufhin im Refrain schwere Geschütze in Form von wuchtigem, schleppendem Gitarren- und Schlagzeugspiel sowie gepressten Screams aufgefahren werden.

Die daraus resultierende, stilistische Dualität offenbart die ausgezeichnete Arbeit, die hier hinsichtlich der Produktion geleistet wurde. So klingen die ruhigeren Abschnitte klar und ausgewogen, während die rohen Metal-Parts mit unglaublich viel Druck erschallen. Progressive Anwandlungen zeigen ALKYMIST in erster Linie in den Momenten, in welchen die Drums einen Zahn zulegen und die Saiteninstrumente verschrobenere Töne anschlagen („Djinn“), auch über das eine oder andere lässig-rockige Solo darf man sich freuen. Da es die Dänen jedoch an keiner Stelle mit der Komplexität übertreiben, warten die Tracks sogar mit einigen überaus eingängigen Hooks auf („Paradise“).

Trotz dieser überwiegend positiven Eindrücke gibt es aber auch ein paar Dinge, bezüglich derer ALKYMIST noch an sich arbeiten sollten. Zum einen wirken die Vocals über weite Strecken zu eintönig und ein wenig aufgesetzt und vereinzelt ziehen sich die Songs ein bisschen in die Länge. Dass das Album außerdem nahezu alle Tracks der EP und folglich nur drei neue Nummern, von denen eine lediglich ein kurzes Zwischenspiel ist, enthält, dürfte bei den Besitzern des Minialbums wohl einiges an Unmut auslösen.

Ihren Fans der ersten Stunde tun ALKYMIST mit ihrer Recycle-Aktion zwar nicht gerade einen Gefallen, doch angesichts ihres noch eher begrenzten Bekanntheitsgrads dürfte sich die Zahl der Enttäuschten in erträglichen Grenzen halten. Allzu große Wellen werden die Dänen mit ihrem doch recht stilgetreuen Doom-Metal-Debüt darüber hinaus jedoch vermutlich nicht schlagen. Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten, dass ALKYMIST ihre Sache sehr gut machen, ohne dass man ihnen typische Newcomer-Fehler nachsehen müsste. Für Hörer mit einer Vorliebe für dröhnende Gitarrenwälle und dezente Prog-Spielereien dürfte es sich durchaus lohnen, das Quartett im Blick zu behalten.

Bewertung: 7.5 / 10

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