CD-Review: Attika - Metal Lands

Besetzung

Robert VanWart - Gesang
Bill Krajewski - Gitarre
Glenn Anthony - Bass
Jeff Patelski - Schlagzeug

Tracklist

01. Metal Lands
02. 8 Track Days
03. Like A Bullet
04. Darkness Of The Day
05. The Price
06. Thorn In My Side
07. Run With The Horseman
08. Sincerely Violent
09. Gold
10. One Wish


Der U.S.-Bundesstaat Florida hat eine stolze Metal-Tradition. Die beschränkt sich keineswegs auf seinen kaum zu übersehenden Beitrag zum Death Metal, sondern beginnt – wie könnte es anders sein – Anfang der 80er. Lange bevor Iced Earth ihr erstes Album veröffentlichten, gab es bereits Bands wie die U.S. Metaller ATTIKA. Denen gelang zwar nie der große Wurf und 1996 war auch vorerst schon wieder Schluss mit ihrer Karriere, allerdings fabrizierte die Truppe bis dahin immerhin zwei anständige Alben. Wie so vielen anderen Bands ihres Formats gelang auch ATTIKA der Neustart Jahrzehnte später über die angesehensten True-Metal-Adressen Europas, nämlich das griechische „Up The Hammers“ sowie das „Headbangers Open Air“ im deutschen Norden. Und wie so viele Bands ihres Formats wurden auch die Amis sodann von Pure Steel Records abgegriffen – ein Umstand, dem wir nun das Comeback-Album „Metal Lands“ verdanken.

Man könnte es ganz einfach machen: „Metal Lands“ ist ein Fest für Fans des traditionellen U.S. Metal, bringt die Platte doch alles mit, was die Sparte ausmacht. Wuchtige Riffs? Check. Heiße Leadgitarren? Check und zwar mehrmals pro Song. Starke Melodien? Weißte bescheid. Ein Sänger, der mit seinem kraftvollen und doch temperierten Gesang das Genre quasi im Alleingang verkörpert? Sowieso. Warum also nicht sofort die Maximalwertung vergeben und den Fall abschließen? Weil ATTIKA eben „nur“ die Eckdaten ihrer Musikrichtung abhaken und dabei recht wenig eigene Identität mit rüberkommt. Damit gewinnen die Herren aus Florida sicherlich keinen Preis für Innovation, entwerten soll das ihre Musik jedoch auch nicht.

Wie erwähnt tun ATTIKA auf ihrer neuen Platte alles, was von ihnen erwartet wird. Damit ist die Band durchaus erfolgreich, denn wenngleich man die einzelnen Bausteine ihrer Musik schon anderswo gehört hat, versteht sich die Formation doch auf gelungenes, abwechslungsreiches Songwriting. Mit ihrer Mischung aus druckvoller, moderner Härte und traditionsbewussten Songstrukturen erinnern ATTIKA nicht selten an eine härtere Version der Genre-Prominenz Fifth Angel – nicht zuletzt, weil Sänger Robert VanWart wie eine Kombination aus deren Kendall Bechtel und dem ehemaligen Iced-Earth-Fronter Matt Barlow klingt.

Hinzu kommt, dass die Burschen etwa in verschachtelten Nummern wie „Like A Bullet“ oder „Run With The Horseman“ auch keine Angst davor haben, etwas komplexer aufzutreten. Das Gegengewicht bieten gradlinig schiebende Tracks wie das mitreißende „Sincerely Violent“ oder „Thorn In My Side“ und im hörbar von Black Sabbath inspirierten Mainriff von „The Price“ werden die britischen Wurzeln des U.S. Metal hörbar. Kurz: Langweilig wird es auf „Metal Lands“ nie, obschon sich all das aus Elementen zusammensetzt, die unzählige Bands vor ATTIKA schon als Genre-Standards festgelegt haben.

„Metal Lands“ ist ein bockstarkes U.S.-Metal-Album. Es hat alles, was die Musik braucht, umgesetzt auf hohem Niveau und präsentiert mit authentischer Spielfreude. Aber eben nicht mehr. Natürlich ist es ein bisschen gemein, einer Band in einem derart der Tradition verpflichtetem Genre wie diesem vorzuwerfen, dass sie eben jener Tradition folgt – gerade, wenn ihre Anfänge so weit  zurückreichen wie hier der Fall . Es kann aber nicht jeder an die Spitze und im U.S. Metal ist die eben schon besetzt. Dennoch haben ATTIKA ihre Mission, ein kerniges Heavy-Metal-Album ur-amerikanischer Prägung zu schreiben, voll und ganz erfüllt und „Metal Lands“ sei jedem Fan traditionsbewussten Stahls wärmstens ans Herz gelegt.

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Bewertung: 7 / 10

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