CD-Review: Avslut - Deceptis

Februar 2018

Besetzung

C. - Gesang
E. - Gitarre
S. - Gitarre
D. - Bass
O. - Schlagzeug

Tracklist

1. Pestilens
2. Förlorad
3. Existensens Skugga
4. Legion
5. Martyrium
6. Deceptis
7. Evigt Mörker
8. Terra Mater
9. Avslut


Ein neues Jahr, ein neues Debüt: Die Schweden von AVSLUT eröffnen den Reigen der Erstveröffentlichungen im Black-Metal-Sektor für dieses Jahr. Weswegen dieses Debüt mit Spannung erwartet wurde? Weil die Skandinavier mit ihrem ersten Lebenszeichen, der EP „Vanskapt“ (2016), auf knapp 20 Minuten Spielzeit mit einem Reifegrad zu überzeugen wussten, der aus der Masse an Veröffentlichungen herausstach. Hinsichtlich Sound, Druck und Geschick konnten sich AVSLUT zweifelsohne behaupten, sodass die gute Erinnerung an „Vanskapt“ im Hinterkopf mitschwingt, wenn die neue Scheibe der Schweden, „Deceptis“, ihren Weg in den Plattenspieler findet.

Mittlerweile beim Szene-Label Osmose gelandet, krachen die fünf Stockholmer bereits in der ersten Minute vom Opener „Pestilens“ gewaltig wie eine vom Tsunami aufgetürmte Welle gegen den Bug, in diesem Sprachbild vor das Trommelfell des Hörers. Dieses derart präzise Spiel, welches ihre Landsleute und Szenegrößen Dark Funeral für gewöhnlich gerne zeigen, war auf „Vanskapt“ zwar in den Kinderschuhen steckend zu erahnen, doch dass AVSLUT es auf ihrem Debüt zu dieser Blüte treiben könnten, ist überraschend. Ähnlich groß ist die Freude darüber, dass die Schweden ebenfalls ein gutes Gespür für Melodik entwickelt haben: „Deceptis“ ist zwar weit von Epik entfernt, allerdings gelingt es dem Quintett, ihr äußerst schnelles Spiel mit Leads aufzulockern, die dem Song nicht zum Ohrwurm werden lassen, ihm aber eine gewisse Erhabenheit schenken.

Haben ihre Landsleute zuletzt mit „Where Shadows Forever Reign“ nicht vollends überzeugen können, setzen AVSLUT dort an, wo Dark Funeral einen Schnitt machten; während sich die Herren um Lord Ahriman neuerdings ein Tempolimit auferlegt zu haben scheinen, feuern AVSLUT wie die jüngere Variante von Dark Funeral so nur so darauf los. Ein haarscharfes Riffing interagiert dabei mit akkuraten Double-Base-Salven, ohne, dass dieses Prinzip nach der Spielzeit von 40 Minuten irgendwie an Spannung verliert. Weder die Riffs vernichten sich durch einen Akkord-Krieg, noch führen die getriggerten Drums zu Kopfschmerzen, denn AVSLUT bieten genau dann einen Motivwechsel oder ein tragendes Lead, wenn es dem Song gut tut.

Soviel geballte Energie und Spielfreude ist nicht ungewöhnlich für das Debüt einer Band, die Raffinesse, mit der beides verbunden wird, ist allerdings erstaunlich gut. Hinter der klaren, sehr druckvollen Produktion türmen sich neun Tracks auf, die AVSLUTs „Deceptis“ zu einem Warnschuss für alteingesessene Bands werden lassen: Obacht, die jungen Wilden sind da und sie scharen nur so mit den Hufen!

Bewertung: 8.5 / 10

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